Hüttenwirte werden von der sozialdemokratischen Freizeitorganisation „Die Naturfreunde“ dazu verdonnert, Transgender-Regenbogenfahnen zu hissen. Ihre Zeitschrift ist voll mit den Dogmen der Klima-Sekte. Und sie pflastern schöne Berglandschaften mit großen Schautafeln zu, die die Wanderer auf 2400 Höhenmetern mit Klima-Hysterie belästigen.
Ein Bericht von Eric Angerer
Die „Naturfreunde“ sind eine der Sozialdemokratie nahestehende Natur-, Sport- und Freizeitorganisation mit Schwerpunkt auf Alpinsport. Sie haben in Österreich nach eigenen Angaben 160.000 Mitglieder in 460 Ortsgruppen und betreiben 130 Hütten.
Entstanden sind sie Ende des 19. Jahrhunderts aus dem positiven Antrieb, auch Arbeitern einen Zugang zu den Bergen zu ermöglichen. Bis heute kümmern sie sich um die Erhaltung von Wegen und bieten alpine Schutzhütten und eine Bergsportversicherung an.
In den vergangenen Jahrzehnten waren sie aber – wie die Sozialdemokratie insgesamt – immer weniger eine Interessenvertretung der Arbeiterschaft. Sie wurden zu einem Verband unter der Kontrolle kulturlinker Ideologen. Ihr aktueller Vorsitzender ist der ausrangierte woke SPÖ-Politiker Andreas Schieder. Ebenfalls im Präsidium sitzen Personen wie Julia Herr, ehemalige Vorsitzende der Sozialistischen Jugend, der innerhalb der Sozialdemokratie ein Hang zum Linksextremismus nachgesagt wird.
Transgender-Fahnen vor allen Hütten
Im Juni dieses Jahres wurden alle Pächter der österreichischen Naturfreunde-Hütten dazu gezwungen, die üblichen roten Naturfreunde-Fahnen für mehrere Wochen abzunehmen und durch LGTBQ-Flaggen zu ersetzen. Sie kassierten dafür einen Shitstorm auf Facebook (wir haben berichtet).
Ich war im Juni einige Male in den Bergen unterwegs und habe insgesamt vier Wirte von Naturfreundehütten in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark auf die Regenbogen-Beflaggung angesprochen. Sie haben alle betont, dass es sich um einen „Befehl von oben“ handle, und unisono deutlich gemacht, dass sie nichts davon halten.
Auf meine Nachfrage nach der Reaktion der Gäste haben sie unterschiedlich ausführlich und unterschiedlich nachdrücklich beschrieben, dass die Meinung der Besucher (und damit ihrer Kunden) fast durchwegs ablehnend sei. Viele hätten sich abfällig geäußert. Sie wollten, so zwei der Wirte in ähnlichen Formulierungen, wenigstens auf den Bergen ihre Ruhe haben von der Gender-Gehirnwäsche.
Klima-Religion auf 2400 Höhenmetern
Im August war ich nun für ein paar Tage in den Bergen Salzburgs unterwegs. Im Rauristal führte mich eine Tour in den Talschluss bei Kolm Saigurn. Dort betreiben die Naturfreunde nicht nur zwei Hütten, sondern besitzen auch ein 12 Hektar großes Areal im Sonnblickgebiet.
Oberhalb der Neubauhütte nutzen sie ihr Besitzrecht, um nahe des zurückgehenden Gletschers mit riesigen Schautafeln die Dogmen der Klima-Religion zu verbreiten. Auf einer davon heißt es: „Seit der Industrialisierung wird es auf der Erde immer wärmer. Seit etwa 1960 lässt sich diese Erwärmung auch am unnatürlichen Rückzug der Gletscher ablesen.“
Auf einer anderen steht geschrieben: „Seit den 1980er-Jahren wird deutlich, dass die Klimaerwärmung von uns Menschen verursacht wird.“ Und wieder eine andere belehrt:
„Durch die Nutzung von fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Gas und Kohle erhöhte sich der CO2-Gehalt in der Atmosphäre seit etwa 1850 um 50%. Der hohe Gehalt von CO2 und anderen Treibhausgasen in unserer Atmosphäre verringert die Abstrahlung von Wärme in den Weltraum. Durch diesen Treibhauseffekt steigt die Temperatur auf der Erde.“




Wie immer müssen die Gläubigen der Klima-Religion auch hier diverse Fakten ausblenden. Etwa dass die Alpen vor 2000 Jahren eisfrei waren. Dass es im Hochmittelalter um vier Grad wärmer war als heute. Dass die heutige Erwärmung nur im Vergleich zum 19. Jahrhundert, als die „kleine Eiszeit“ (die im 15. Jahrhundert begonnen hatte) zu Ende ging, Fakt ist. Oder wollen die Naturfreunde-Ideologen lieber Verhältnisse wie vor 15.000 Jahren, als der Großteil Mitteleuropas mit Eis bedeckt war?
Umgang mit den Naturfreunden
Die Naturfreunde leisten mit Wegerhaltung, Alpin-Versicherung und der Tätigkeit von vielen Ehrenamtlichen auch wertvolle Dinge. Sie sind aber auch Teil des herrschenden politischen Systems und von inbrünstigen Ideologen beherrscht. Sie reden zwar groß von Naturschutz, bringen aber nicht den Mund auf, wenn es um die Zerstörung alpiner Landschaften durch Windkraftanlagen und ihre Zufahrtswege geht.
Wer einfach nur wegen Versicherung und Wegerhaltung Mitglied bei den Naturfreunden ist, sollte sich lieber eine andere alpine Organisation suchen, um diese woke Struktur nicht weiter zu fördern. Der Alpenverein ist zwar auch an das System angepasst, entsprechende Propaganda ist aber zurückhaltender. Und der Alpenverein äußert sich auch immer wieder gegen die Errichtung von Windparks auf Bergen.
Wer in eine lokale Gruppe der Naturfreunde eingebunden ist, dort mit „normalen“ Leuten Sport und Naturerlebnisse genießt und diese Gemeinsamkeit nicht missen möchte, der sollte zumindest (am besten gemeinsam mit Gleichgesinnten) die Ablehnung der woken Propaganda kundtun, Beteiligung verweigern und die Führung unter Druck setzen.






