Und dann kam der Strandkorb für Amthors Kanzleramtsbalkon: ZDF-Doku zerstört die CDU

Bild: KI

Mit einer Doku-Reihe will das ZDF „hinter die Kulissen der CDU“ blicken. Unter anderem soll es darum gehen, wie groß inzwischen die Distanz zwischen Bundespolitik und gesellschaftlicher Stimmung sei. Wie passend, dass man nun in einer Folge den ohnehin schmerzhaft unbeliebten neuen Staatsminister für die Bund-Länder-Zusammenarbeit im Kanzleramt, Philipp Amthor, dabei zeigt, wie ein gigantischer Strandkorb auf seinen Balkon gekarrt wird.

Die Beschreibung der fraglichen Folge „Inside CDU“ liest sich noch sachlich:

„Historische Wahlniederlagen in den Ländern, Unruhe in den Landesverbänden und tiefgreifende Personalwechsel im Kabinett: Die CDU unter Bundeskanzler Friedrich Merz steht vor einer ihrer schwersten Zerreißproben. Die Dokumentation ‚Inside CDU‘ begleitet führende Köpfe der Partei und liefert exklusive Einblicke zu dem Aufstieg von Carsten Linnemann und Philipp Amthor sowie dem wachsenden Druck durch die Wahlerfolge der AfD.

Für die CDU stellt sich eine grundsätzliche Frage: Warum gelingt es ihr trotz Regierungsverantwortung und eigener Reformprojekte nicht, neues Vertrauen in der Bevölkerung zu gewinnen? Wie groß ist inzwischen die Distanz zwischen Bundespolitik und gesellschaftlicher Stimmung? Und welche Strategie verfolgt die Parteiführung, um das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler zurückzugewinnen?“

Tatsächlich zeigt schon die Musikauswahl, dass man das CDU-Personal – in diesem Fall: Philipp Amthor – bestenfalls mäßig ernst nimmt. Amthor selbst wirkt aber durchaus überzeugt von sich. Ganz ernst verkündet er:

Man muss schon immer dann auch die Bereitschaft haben, wenn man sich entscheidet, in der ersten Reihe in der Politik mitzuspielen, dann darf man vor Verantwortung auch kein Drückeberger sein.

Nach einem Schnitt aus dem Fahrstuhl des Kanzleramtes übernimmt Amthor aber keine Verantwortung, sondern einen riesigen Strandkorb, der von einem Mann auf seinen ausladenden Kanzleramtsbalkon geschoben wird. „Das sieht doch super aus“, kommentiert der CDU-Politiker. Der Strandkorb-Lieferant gratuliert mit verhaltener Begeisterung zur Beförderung.

Schnitt in Amthors Kanzleramtsbüro, das größer als viele Berliner Wohnungen ausfällt: Amthor gestikuliert vor dem Lieferanten in Richtung Balkontür, hinter der sein neuer Strandkorb auf ihn wartet. „Also wir würden ihn so stellen, dass er schon von hier so ganz gut sichtbar ist. Find ich eigentlich ganz gut.“

Nicht so gut fanden diese Aufnahmen die Zuschauer: Über Amthor und die CDU brach prompt ein (erwartbarer) Shitstorm herein. Dass der Politiker im Film nach der Strandkorb-Eskapade auch noch über Glaubwürdigkeit sinniert, setzt dem Ganzen die Krone auf: Dass Glaubwürdigkeit zu Fuß komme, aber mit dem Pferde davonreite, sei ein treffendes Bild, so seine Einschätzung. In prätentiösem Duktus erklärte er: „Weil es natürlich so ist, dass einmal verlorene Glaubwürdigkeit sich besonders schwer wieder erarbeiten lässt.“

Amthors Glaubwürdigkeit dürfte inzwischen irgendwo in einem weit entfernten Strandkorb urlauben. Das Pferd, das die Glaubwürdigkeit der CDU auf dem Rücken trägt, galoppiert derweil auf Nimmerwiedersehen durch fremde Prärien.

Die gesamte Doku sehen Sie hier:

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