CO2-Politik vertreibt Fabriken: Die Krise der Autoindustrie ist hausgemacht

Symbolbild: KI

VW will Werke schließen, Mercedes droht mit Abwanderung. Unsere Politiker reden von einer globalen Krise der Autoindustrie. Das ist leider gelogen. Toyota, General Motors und Hyundai verdienen weiterhin Geld. Die Krise ist selbstverschuldet, weil die EU‑Kommission und Deutschlands Regierung den Standort ruiniert haben.

Die deutsche Autoindustrie war jahrzehntelang die industrielle Lokomotive der Republik. Sie lieferte gut bezahlte Arbeitsplätze, Exportüberschüsse und technische Marktführerschaft. Jetzt steht sie unter Druck und die handelnden Politiker erklären das mit einer globalen Schieflage. Die Behauptung hält der Wirklichkeit nicht stand, wie so vieles, was unsere Politiker von sich geben. Volkswagen prüft das Ende der Pkw-Produktion an den Standorten Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. Konzernchef Oliver Blume spricht – wie die verantwortlichen Politiker – von einer veränderten Weltlage. Mercedes-Produktionsvorstand Michael Schiebe hat der Belegschaft in Sindelfingen gesagt, ohne spürbare Kostensenkung in Deutschland werde man zwei Werke schließen müssen.

Das ist das Ergebnis deutscher Wirtschaftspolitik. Früher hätte die Ankündigung von sechs Werksschließungen und der Entlassung von insgesamt in etwa hunderttausend Arbeitern die deutsche Politik in Aufregung versetzt. Heute firmiert das Ende der deutschen Automobilindustrie unter „ferner liefen“. Der Kanzler versichert, standhaft zu bleiben und den Kurs zu halten. In den Abgrund.

Die Erzählung von der weltweiten Autokrise ist glatt erfunden. Sie ist eine Schutzbehauptung derer, die die deutsche Industrie absichtlich vernichtet haben. Toyota hat nie ein Verbrenner-Aus beschlossen. Der Konzern fährt eine Multi-Path-Strategie: Hybrid, Verbrenner und Elektro werden angeboten, je nach Markt und Kunde. General Motors bleibt volumenstark und erwirtschaftet weiter operative Gewinne. Hyundai und Kia halten Absatz und Betriebsergebnis auf einem Level, der einfach nicht zur Erzählung der sterbenden Branche passt. Die Aktienkurse von Toyota, GM und Hyundai sind seit 2020 deutlich gestiegen. VW fällt ins Bodenlose. Aber Toyota und Co. haben auch keine CO2-Steuer und kein Verbrennerverbot am Hals. Deren Chefetagen haben sich nicht so vollständig einer irren Politik unterworfen wie die Vorstände von VW und Mercedes.

Das deutsche Problem heißt Energiepreis, Flottengrenze und Technologieverbot. Industriestrom war in der EU im Jahr 2025 im Schnitt rund doppelt so teuer wie in den Vereinigten Staaten und lag deutlich über dem chinesischen Niveau. Deutschland gehört bei den Energiepreisen zu den teuersten Industriestaaten. Selbst die Produktion von Batteriezellen braucht billigen Strom. Wer ihn nicht hat, baut woanders. Genau das geschieht in Deutschland. Die Autos werden dort gebaut, wo es keine CO2-Strafsteuern gibt, kein Verbrennerverbot und keine dauerhaft überhöhten Energiekosten wegen irgendwelcher Energiewenden und Wirtschaftskriege.

Die EU-Kommission hat mit den CO2-Flottenzielen und dem Verbrennerverbot für 2035 die heimische Autoindustrie erdrosselt. Der CO2-Ausstoß der Neuwagenflotte soll massiv sinken, massive Strafzahlungen stehen im Raum. Elektroquoten und Firmenflottenregeln sollen die Elektroautos in den Markt zwingen. Toyota hat das nicht mitgemacht. Deutsche Hersteller haben sich der Politik unterworfen. Das Ergebnis war absehbar. Heimische Kapazitäten werden abgebaut, die Produktion eingestampft, Investitionen und Arbeitsplätze wandern ab.

Der Verband der Automobilindustrie rechnet vor, dass die Standortbedingungen in Deutschland – Steuern, Abgaben, Energie, Bürokratie, Lohnkosten – dazu führen, dass hierzulande immer seltener neue Arbeitsplätze entstehen können. Allein die heutige CO2-Regulierung für Pkw und Vans gefährdet laut VDA zehntausende Jobs, wenn sie unverändert bleibt. Die deutsche Inlandsproduktion liegt weiter unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Gleichzeitig wächst die Fertigung in Asien. China hat 2025 fast 30 Millionen Pkw gebaut. Das ist keine weltweite Rezession der Automobilindustrie. Das ist eine Verschiebung der Wertschöpfung an Orte, an denen die Politik den Bau von Autos nicht als moralisches Projekt behandelt.

Die Stärke Europas war der Verbrenner. Er war effizient, technologisch führend und bezahlbar. Dann beschloss Brüssel unter dem Beifall der Landesregierungen das Verbrenner-Aus. Der Kunde sollte per Verordnung in ein Produkt gezwungen werden, das er oft nicht will und das oft einfach nicht funktioniert. Man erinnere sich an das Desaster mit elektrischen Polizeiautos. Die Krise der deutschen Industrie ist hausgemacht. Es ist eine Krise, die in Brüssel und Berlin bewusst herbeigeführt wurde, mit dem CO2 als Begründung und dem Verbrenner als Feindbild.

Der Erfolg von Toyota, General Motors und Hyundai zeigt, wie man es auch anders hätte machen können. Denn auch Toyota ist der chinesischen Konkurrenz ausgesetzt. Aber die Japaner werden nicht von Wahnsinnigen regiert. Die Industrie steht bei uns unter Druck, weil die EU-Kommission und die nationalen Regierungen schlechte Politik machen. Die Autos werden jetzt eben dort gebaut, wo niemand den Standort mit Steuern und Verboten umgebracht hat. Das Ende des deutschen Autobaues war kein Gottesurteil. Das war selbstgemacht. Und die österreichischen Zulieferer werden den deutschen Konzernen auf dem Weg ins Aus folgen.

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