Gates fordert globale KI-Kontrolle – und investiert selbst Milliarden

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Impfstoffe, Laborfleisch, Geoengineering – und jetzt künstliche Intelligenz. Bill Gates steckt Milliarden in Technologien und Programme, finanziert Forschung, pflegt beste Kontakte zu Regierungen und wirbt für politische Regeln und internationale Strukturen. Nun warnt der Microsoft-Milliardär vor KI-Katastrophen mit bis zu einer Milliarde Toten. Gleichzeitig fordert er verpflichtende Kontrollen und eine globale Aufsicht über besonders mächtige Systeme.

Eine Milliarde Tote durch künstliche Intelligenz? Bill Gates hält ein solches Extremszenario für möglich. In einem kürzlich ausgestrahlten NBC-Interview warnte er vor KI-Systemen, die für biologische, nukleare oder Cyber-Angriffe missbraucht werden könnten. Die freiwillige Selbstkontrolle der Konzerne reicht ihm nicht. Politik und Strafverfolgungsbehörden müssten festlegen, welche Schutzmechanismen und Überwachungsmaßnahmen verpflichtend werden.

In einem umfangreichen Essay forderte er bereits neue staatliche Institutionen für künstliche Intelligenz und eine internationale Organisation, die besonders gefährliche Systeme überwachen soll. Als Vorbilder nennt er Strukturen aus der Atomaufsicht, der internationalen Luftfahrt und globalen Umweltabkommen. Gates denkt wie üblich in globalen Kategorien: Die KI soll international überwacht, kontrolliert und politisch eingehegt werden.

Gleichzeitig will Gates selbst kräftig am KI-Zeitalter mitbauen. Seine Stiftung richtet immer mehr Geld und Programme auf künstliche Intelligenz aus, besonders in Gesundheit und Entwicklung. Reuters berichtete im August, dass Gates bis 2045 rund 200 Milliarden Dollar über seine Stiftung ausgeben will und KI dabei eine wachsende Rolle spielen soll. Im Gesundheitsbereich setzt er demnach auf Diagnose, Forschung und neue medizinische Anwendungen. Angesichts seiner bisherigen Bilanz in Sachen Gesundheitswesen kann man sich ausmalen, in welche Richtung dies schlussendlich gehen wird.

Ein milliardenschwerer Apparat

Der Einflussapparat dahinter ist gewaltig. Allein 2025 gab die Gates Foundation 8,47 Milliarden Dollar aus. 1,90 Milliarden Dollar flossen in den Bereich globale Gesundheit, 2,18 Milliarden in Entwicklungsprogramme. Besonders aufschlussreich: 364 Millionen Dollar gingen an den Bereich „Global Policy & Advocacy“. Dessen Aufgabe beschreibt die Stiftung selbst mit dem Aufbau strategischer Beziehungen und der Förderung politischer Maßnahmen, die ihre Arbeit voranbringen sollen. Dabei stellt sich die Frage, ob man das auch als eine Form von Korruption betrachten könnte.

Bei Impfstoffen verfügt Gates seit Jahrzehnten über enormen Einfluss. Seine Stiftung gehört zu den Gründungspartnern der immer wieder im Fokus der Kritik stehenden Impfstoffallianz Gavi und sagte 2025 weitere 1,6 Milliarden Dollar für die Jahre 2026 bis 2030 zu. Beim dazugehörigen Gipfel saßen Vertreter von 55 Staaten, zehn Staats- und Regierungschefs sowie 24 Minister am Tisch. Die Gates Foundation war neben der Europäischen Union und Gavi Mitveranstalter. Geld, Organisationen, Regierungen – die Wege zu politischen Entscheidungsträgern sind kurz.

Bei genetisch veränderten Mücken steckt Gates ebenfalls seit Jahren tief drin. Seine Stiftung finanziert Projekte, bei denen Malaria-Mücken genetisch so verändert werden sollen, dass ihre Population einbricht oder sie den Erreger nicht mehr übertragen können. Ein zentraler Ansatz ist der sogenannte „Gene Drive“: Bestimmte Gene sollen sich gezielt und überproportional in einer Population verbreiten. Gates sprach bereits 2018 offen davon, damit Mücken unfruchtbar zu machen oder ihre Fähigkeit zur Übertragung von Malaria auszuschalten. Die Stiftung unterstützt zudem Oxitec und das Projekt Target Malaria, das solche Verfahren weiterentwickelt. Damit geht es nicht nur um einzelne Laborexperimente, sondern um Technologien, die ganze Populationen verändern sollen.

Laborfleisch und Geoengineering inklusive

Auch in Sachen Laborfleisch mischte Gates früh mit. Bereits 2017 investierte er in Memphis Meats, heute Upside Foods. Das Unternehmen arbeitet an Fleisch aus Zellkulturen und wollte schon damals Rind, Huhn und Ente ohne die klassische Tierhaltung produzieren. Gates beteiligte sich gemeinsam mit anderen Investoren an einer Finanzierungsrunde über 17 Millionen Dollar. Den globalistischen Ideen zufolge soll das gemeine Volk gefälligst möglichst fleischlos leben – und wenn, dann nur mehr Fake-Fleisch und Insekten essen -, während sie selbst edles Wagyu-Beef schlemmen dürfen.

In Sachen Klimawahn geht es noch eine Stufe weiter. Harvard führt Gates ausdrücklich als Geldgeber des Solar Geoengineering Research Program. Dort wird an Verfahren geforscht, mit denen man einen Teil der Sonneneinstrahlung reflektieren will, um die Erde künstlich abzukühlen. Damit geht es um Technologien, die direkt in das globale Wettersystem eingreifen sollen. Aber was interessieren den Multimilliardär schon potentielle großflächige negative Auswirkungen solcher Experimente? Hauptsache, man kann sich als großer Weltenretter aufspielen.

Milliardenvermögen, ein globaler Stiftungsapparat und direkter Zugang zu Regierungen verschaffen Gates politischen Einfluss weit jenseits gewöhnlicher privater Akteure. Er kann Technologien fördern, Forschungsrichtungen mitfinanzieren, internationale Organisationen unterstützen – und gleichzeitig bei politischen Entscheidungsträgern für Regeln und Institutionen werben, die diese Felder prägen sollen. Impfungen, Ernährung, Klima, künstliche Intelligenz: Die Themen wechseln. Doch Bill Gates sitzt immer wieder mit am Tisch.

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