Kriegstreiber in Regierungen und supranationalen Organisationen begründen ihr Handeln mit den immer gleichen Floskeln – doch ihre Argumente für Krieg und Tod halten kritischen Betrachtungen nicht stand. Warum? EU-Parlamentarier Martin Sonneborn griff auf X Äußerungen von Julian Assange aus dem Jahr 2011 auf: Assange führte aus, wie Gelder durch Kriege aus den Ländern an eine transnationale Elite geschleust werden. Sonneborn beschreibt darauf aufbauend einen Zyklus von westlichen „Wertekriegen“, der sich zu diesem Zweck endlos wiederhole – wenn wir ihn nicht stoppen.
Der EU-Abgeordnete Martin Sonneborn (Die PARTEI) hat mit einem Beitrag auf X an Äußerungen von Julian Assange aus dem Jahr 2011 von einer Antikriegs-Demo in London erinnert:
„Es gibt keine Gesellschaft mehr. Was es gibt, ist eine transnationale Sicherheitselite, die damit beschäftigt ist, die Welt mit Ihren Steuergeldern unter sich (und ihresgleichen) aufzuteilen. Die Kriegstreiber in diesem Land und anderen Ländern haben ein Bündnis geschlossen, um Geld aus den USA, der EU, aus jedem NATO-Staat heraus- und zu den eigenen (Finanz-)Eliten zurückzuschleusen, indem sie es im Blut der Menschen waschen, das in den Kriegen in Afghanistan, dem Irak, Somalia, dem Jemen, Pakistan vergossen wird.“
„Es gibt keine Gesellschaft mehr. Was es gibt, ist eine transnationale Sicherheitselite, die damit beschäftigt ist, die Welt mit Ihren Steuergeldern unter sich (und ihresgleichen) aufzuteilen. Die Kriegstreiber in diesem Land und anderen Ländern haben ein Bündnis geschlossen, um… pic.twitter.com/h9Bj3FVR6B
— Martin Sonneborn (@MartinSonneborn) June 24, 2026
Sonneborn legt dar, dass diese Sätze auch aktuell geäußert worden sein könnten, da sie ein Muster beschreiben, nämlich „das Muster westlicher Wertekriege und ihrer drei wiederkehrenden Wesensmerkmale: Die Werte, mit denen sie legitimiert werden, gibt es nämlich nicht – jedenfalls nicht bei denen, die vorgeben, sie mit vorgehaltener Waffe zu vertreten. Und: Sie – ausnahmslos Angriffs- & Profitkriege – werden von der als „Verteidigungsbündnis“ vermarkteten NATO „antizipiert“, orchestriert & exekutiert und ziehen die weitere Vermögenskonzentration in den Händen Weniger nach sich, womit sie – ausnahmslos, aber nicht ausschließlich – der Profitmehrung professioneller Kriegsprofiteure dienen.“
Täuschung, Raub, ethische Verelendung
Er beschreibt ein Muster, das sich wieder und wieder wiederhole – „in zeitlichen Schleifen, auratischen Wellen, historischen Episoden“. Es seien „dieselben knarzenden Argumentationsschemata & Narrationsabsolutismen. Dieselben Behauptungen, Tatsachenverdrehungen, Selbstvergewisserungen. Dazu der immer selbe Raub an der Gesellschaft und den Menschen, die sie tragen. Dieselbe soziale Verarmung, dieselbe geistige Leere und dieselbe ethische Verelendung. Und immer dasselbe Elitenbereicherungs-, „Sicherheits“-, „Feindes“- & Tötungsmuster.“
Was wir heute erleben, ist nach Ansicht von Sonneborn nur ein neuer Zyklus: Wer sich an die letzte Welle westlicher „Wertekriege“ erinnere, könne den Jüngeren heute nur sagen, dass sie sich ihrerseits später einmal erinnern werden, so mahnt er. Nämlich dann, wenn in 15 Jahren die nächste Welle eben dieser Wertekriege losgebrochen sein werde, und die heutigen Jungen auf die nächste Generation „Erinnerungsloser“ treffen. Er beschreibt damit eine Endlosschleife aus Kriegen – eine Endlosschleife aus Tod und Verderben für den Profit.
Sonneborn schließt daraus: „Wir müssen eigene Netzwerke und Bündnisse schließen, um unsere Werte gegen den eigennützigen Zynismus der Kriegstreiber zu behaupten. In diesem Land und anderen Ländern.“ Abschließend erinnert er daran, dass Julian Assange nach 14 Jahren politischer Verfolgung und Haft vor zwei Jahren endlich freigekommen ist.
Ob man Sonneborns Schilderungen nun ganz, teilweise oder gar nicht folgen möchte: Fakt ist, dass Krieg eine Umverteilungsmaschinerie ist. Die Politik der letzten Jahre setzte maximal auf Krieg und Krisen, und immer wieder stand dabei die Umverteilung von Geldmengen im Zentrum, die der über seine Miete und Lebenshaltenskosten stöhnende Normalbürger sich nicht einmal vorstellen kann. Halten Sie es für wahrscheinlich, dass diese Maschinerie, von der so viele Mächtige profitieren, von selbst stoppen wird?
