Der deutschsprachige Mainstream erklärte die Invasion von Ceuta bereits für beendet und übernahm die Zahlen der spanischen Regierung nahezu ungeprüft. Report24 zeigte anhand von Aussagen aus der Stadt und aktuellen Aufnahmen, dass weiterhin Tausende Invasoren in der spanischen Exklave ausharrten. Nun bestätigt ausgerechnet der britische Telegraph: Madrid hatte die Kontrolle nicht zurückgewonnen – und die angeblich erfolgreiche Rückkehraktion war vor allem eine politische Beruhigungspille.
Zehntausende Marokkaner hatten Ende Juli die spanische Grenze bei Ceuta überrannt, waren um die Grenzanlagen geschwommen oder marschierten durch ungesicherte Abschnitte auf spanisches Gebiet. Das Innenministerium in Madrid behauptete wenig später, bis Freitagabend seien bereits 48.300 Menschen „freiwillig“ nach Marokko zurückgekehrt. Ministerpräsident Pedro Sánchez verkündete, „praktisch alle“ Invasoren hätten Ceuta wieder verlassen. ZDF, Tagesschau, Süddeutsche Zeitung, Welt und andere deutschsprachige Medien machten daraus eine Erfolgsmeldung, obwohl niemand wusste, wie viele Menschen tatsächlich eingedrungen waren und wie viele sich weiterhin in der Stadt befanden.
Die „Zeit“ ging noch weiter. Das Blatt verhöhnte die Kritik an Spanien als „faktenfreies Spanien-Bashing“ und behauptete sinngemäß, die Neuankömmlinge seien schnell und unbürokratisch zurückgebracht worden – genau so, wie es konservative und rechte Parteien stets verlangten. Damit war das erwünschte Narrativ fertig: Die Invasion habe sich von selbst erledigt, Giorgia Melonis Warnungen seien überzogen gewesen und die Kritiker hätten Pedro Sánchez Unrecht getan. Eine Faktenkontrolle fand nicht statt. Madrids Behauptungen wurden zur Wahrheit erklärt, weil sie ins politische Narrativ passten.
Sellner berichtet live aus Ceuta. Sánchez hat gelogen! Wie man sieht, sind die kriminellen und illegalen Migranten nicht nach Marokko zurückgekehrt. Danke Martin, dass Du der Welt zeigst, was da wirklich abgeht!
— Beker wolf (@Bekerakay) August 3, 2026
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Telegraph bestätigt Report24-Berichte
Report24 widersprach dieser Darstellung frühzeitig (siehe hier und hier). Ceutas Bürgermeister Juan Jesús Vivas sprach weiterhin von einer kritischen Lage, während Aufnahmen aus der Stadt Gruppen marokkanischer Männer auf Straßen, Plätzen und rund um das hoffnungslos überfüllte Aufnahmezentrum zeigten. Geschäfte blieben geschlossen, Einwohner berichteten von Angst und Unsicherheit, und selbst nach der angeblichen Beruhigung gelangten weitere Gruppen über die Grenze. Von einer abgeschlossenen Rückkehraktion konnte keine Rede sein.
Am 4. August jedoch bestätigte der britische Telegraph genau diese Darstellung. Der deutsche Journalist Tim Röhn sprach mit Rachid Sbihi, dem Vertreter der Guardia-Civil-Gewerkschaft AUGC in Ceuta. Nach dessen Angaben befanden sich am Sonntagabend noch rund 20 Prozent der eingedrungenen Menschen in der Stadt. Da während des Grenzsturms keine verlässliche Zählung vorgenommen wurde, lässt sich die absolute Zahl nicht seriös bestimmen – sicher ist jedoch, dass es sich weiterhin um mehrere Tausende Invasoren handelte. Das Aufnahmezentrum war noch immer überfüllt, es kam zu Gewalt, und Anwohner berichteten von Versuchen, in ihre Häuser einzudringen.
Damit fällt das gesamte Lügengebäude der sozialistischen spanischen Regierung in sich zusammen. Madrid behauptete, 48.300 Menschen seien zurückgekehrt, obwohl es nicht einmal wusste, wie viele zuvor nach Ceuta gelangt waren. Sánchez erklärte die Invasion für praktisch beendet, während seine eigenen Grenzschützer von Tausenden verbliebenen Eindringlingen berichteten. Die Zahl diente offensichtlich dazu, den innenpolitischen Druck zu senken, Kritik aus anderen europäischen Staaten abzuwürgen und Spanien als handlungsfähigen Hüter der EU-Außengrenze darzustellen.
Regierung behauptet – Systemmedien schreiben ab
Das eigentliche Medienversagen besteht nicht darin, dass sich eine erste Schätzung später als falsch herausstellte. Die deutschsprachigen Redaktionen machten sich nicht einmal die Mühe, die Angaben der spanischen Regierung ernsthaft zu überprüfen. Sie übernahmen Regierungsverlautbarungen und Agenturmeldungen, erklärten die Krise für beendet und griffen jene an, die auf die offensichtlichen Widersprüche hinwiesen.
Dabei waren die Probleme direkt vor Ort sichtbar – und der britische „Telegraph“ war offensichtlich eine der wenigen Mainstream-Zeitungen, die überhaupt über die Fakten vor Ort berichten wollte. Tausende Männer hielten sich weiterhin in Ceuta auf, das Aufnahmezentrum platzte aus allen Nähten, neue Grenzübertritte wurden dokumentiert und die Sicherheitslage blieb angespannt. Dennoch verkündeten deutsche Medien, „fast alle“ seien wieder weg. Entweder hatten die verantwortlichen Redaktionen keine Ahnung, weil sie ihre Berichterstattung vollständig an Nachrichtenagenturen und Regierungsstellen ausgelagert hatten – oder sie wollten die Wahrheit nicht veröffentlichen. Das Ergebnis bleibt dasselbe: Die Leser wurden von der selbst ernannten „Wahrheitspresse“ falsch informiert.
Auch die Behauptung, kein Marokkaner habe das europäische Festland erreicht, steht inzwischen auf wackligen Beinen. Zwei lokale Medien berichteten laut Telegraph von Schnellbooten und Jet-Skis, die von Ceuta aus die weniger als 20 Kilometer entfernte spanische Küste erreicht haben sollen. Ob damit unmittelbar zuvor eingedrungene Marokkaner weitergeschleust wurden oder ob die Boote direkt aus Marokko kamen, ist noch nicht abschließend geklärt. Allein diese Berichte zeigen jedoch, wie unseriös die kategorischen Versicherungen aus Madrid und Brüssel waren.
Spanien ließ seine Grenze offen
Die Invasion offenbarte vor allem die Schwäche des spanischen Staates hinsichtlich der Verteidigung der Grenzen. Die Grenzanlage reicht einfach nicht weit genug ins Meer. Tausende Menschen konnten daran vorbeischwimmen oder ungesicherte Abschnitte umgehen, während Armee, Nationalpolizei und Guardia Civil dem Ansturm über lange Zeit kaum etwas entgegensetzten. Erst am Samstag wurde eine schwimmende Barriere weit ins Meer hinaus verlegt, die jedoch nicht einmal ansatzweise ein wirkliches Hindernis darstellt.
🛡️Together with the Save Europe Act crew Co-Founder @MartinSellner_ was at the beaches of Ceuta last night.
— Save Europe Act (@SaveEuropeAct) August 3, 2026
Only to find out that there are still migrants from Africa waiting to be transported into the mainland of Europe.
We need to stop this ethnic replacement, with actions,… pic.twitter.com/XW5d6F7brS
Dass Spanien seine Grenze grundsätzlich schützen könnte, hatte Madrid bereits während der Ceuta-Krise 2021 bewiesen. Damals rückte das Militär an, sicherte die offenen Bereiche und stoppte den Zustrom. Dieses Mal sahen die Sicherheitskräfte zunächst weitgehend dabei zu, wie Zehntausende auf spanisches Gebiet gelangten. Die Regierung blieb trotz wochenlanger Gerüchte über einen bevorstehenden Massenansturm und sogar Geheimdienstmeldungen weitestgehend untätig.
Über allem steht Marokko. Solange Rabat seine Seite der Grenze abriegelt, bleiben größere Grenzstürme aus. Sobald die marokkanischen Behörden ihre Kontrollen lockern oder ihre Sicherheitskräfte zurückziehen, kann Ceuta (genauso wie Melilla) innerhalb weniger Stunden überrannt werden. Schon 2021 nutzte Marokko die Migration als politische Waffe, nachdem Spanien den Polisario-Führer Brahim Ghali zur medizinischen Behandlung aufgenommen hatte. Auch die jüngste Invasion wäre ohne das zumindest zeitweise Versagen oder Wegsehen der marokkanischen Sicherheitskräfte kaum möglich gewesen.
Nächste Invasion für 15. August angekündigt
Die Krise ist nicht beendet. In marokkanischen Facebook- und WhatsApp-Gruppen kursieren bereits Aufrufe für einen neuen Massenansturm am 15. August. Tausende Nutzer diskutieren über Anreiserouten, Boote, Schwimmwege und die Chancen eines erneuten Durchbruchs. Selbst die spanische Zeitung El País berichtet inzwischen über die Botschaft „Wir sehen uns dort am 15. August“, mit der junge Marokkaner zu einem weiteren koordinierten Grenzsturm mobilisiert werden.
Ob es tatsächlich zu einer neuen Invasion kommt, hängt erneut vor allem von Marokko ab. Spanien hat gezeigt, dass es seine eigene Grenze ohne Rabats Hilfe nicht zuverlässig sichern kann. Pedro Sánchez kann noch so viele Erfolgsmeldungen verbreiten und seine Minister können noch so fantastische Rückkehrzahlen präsentieren – die Kontrolle über Ceuta liegt faktisch auch in den Händen des marokkanischen Königshauses.
Report24 berichtete, was in Ceuta zu sehen und von den Menschen vor Ort zu hören war. Der deutschsprachige Mainstream schrieb dagegen Madrids Regierungserzählung ab und verspottete die Kritiker. Nun bestätigt der britische Telegraph, dass Tausende Invasoren geblieben waren und Spanien keineswegs wieder die Kontrolle übernommen hatte. Entschuldigungen wären tatsächlich angebracht – allerdings nicht bei Pedro Sánchez.






