Das Standardargument westlicher Regierungen für die ungesteuerte Massenmigration lautet: Ohne Zuwanderung bricht die Wirtschaft zusammen. Doch während Brüssel und Berlin an dieser Ideologie festhalten, bricht der französische Politiker Éric Zemmour ein Tabu. Er fordert, was asiatische Hightech-Nationen längst vormachen: Automatisierung, KI und Robotik sind der wahre Weg aus dem Fachkräftemangel – ganz ohne gesellschaftliche Sprengkraft und immense Folgekosten. Ein Weckruf, der vor allem auch für das sich deindustrialisierende Deutschland gilt.
Ob in Paris, Berlin oder Wien: Das Mantra der etablierten Politik ist seit Jahren dasselbe. Um den demografischen Wandel abzufedern und die „Hände, die uns fehlen“ in Industrie, Landwirtschaft und Pflege zu ersetzen, brauche es Millionen Einwanderer aus aller Welt. Doch das Argument entpuppt sich zunehmend als ökonomischer und sozialer Fehlschluss. Frankreichs konservativer Vordenker und Chef der Partei Reconquête, Éric Zemmour, hat die Debatte nun mit einem technologieorientierten Gegenentwurf aufgemischt. Auf der Plattform X stellte Zemmour klar:
„Die Robotik ist die wirtschaftliche Zukunft Frankreichs. Roboter werden unseren Fabriken und unseren Landwirten die Arme geben, die ihnen fehlen. Frankreich kann sich für die Technologie entscheiden, statt für die Überflutung durch Migrationsarbeit. Für ein ewiges, mächtiges und souveränitätsbewusstes Land in der Moderne: mehr Roboter, weniger Einwanderer.“
La robotique est l’avenir économique de la France.
— Eric Zemmour (@ZemmourEric) July 9, 2026
Les robots offriront à nos usines et à nos agriculteurs les bras qui leur manquent.
La France peut faire le choix de la technique plutôt que celui de la submersion migratoire par le travail.
Pour une France éternelle,… https://t.co/G8wnNpxaew
Zemmours Vorstoß ist keine Utopie, sondern beruht auf aktuellen industriellen Entwicklungen. Er bezog sich direkt auf ein Interview von Éric Marchiol, dem Direktor für das industrielle Metaverse bei Renault. Der französische Automobilriese testet in Kooperation mit dem Robotik-Unternehmen Wandercraft derzeit den humanoiden Roboter „Calvin“. Dieser ist kein starrer, festgeschraubter Greifarm, sondern ein hochflexibles System, das Lasten bis zu 40 Kilogramm über unebene Fabrikböden und Stufen transportieren kann. Er soll in den nächsten vier bis fünf Jahren flächendeckend eingesetzt werden, um körperlich anstrengende, repetitive Jobs – wie das Reifenhandling an schnellen Montagelinien – zu übernehmen. Marchiol stellte unmissverständlich klar: „Ohne Automatisierung und ohne Robotisierung gibt es keine wettbewerbsfähige Industrie mehr.“
Genau hier liegt die Tragödie Deutschlands und weiter Teile der EU. Während Länder wie China (380 Roboter pro 10.000 Arbeiter) oder Südkorea und Japan die weltweite Spitze anführen, hinkt Europa hinterher. Frankreich dümpelt bei 190 Robotern herum. Und Deutschland? Die einstige Innovationslokomotive verliert im Zuge der anhaltenden Deindustrialisierung und einer Lähmung durch Bürokratie massiv den Anschluss. Anstatt massiv in die Digitalisierung, Robotik und die Automatisierung von Prozessen zu investieren, wählen europäische Unternehmen und die Politik oft den scheinbar bequemen Weg: den Import von billiger menschlicher Arbeitskraft. Doch diese Strategie schadet der Wirtschaft und der Gesellschaft.
Denn diese künstlich befeuerte Massenmigration bremst den dringend notwendigen Druck zur Modernisierung radikal aus: Warum sollten Unternehmen auch Millionen in die Entwicklung bahnbrechender KI- und Robotiksysteme stecken, wenn der Staat kontinuierlich für billigen Nachschub auf dem Niedriglohnsektor sorgt? Eben hier offenbart sich die gigantische Kostenlüge dieses Modells, denn im Gegensatz zur vermeintlich „billigen Arbeitskraft“ benötigt ein Roboter weder Integrationskurse noch knappen Wohnraum, er belastet nicht die ohnehin maroden Sozialkassen und erzeugt keinerlei kulturelle Konflikte im öffentlichen Raum – während der Import ungelernter Arbeitskräfte der Allgemeinheit und dem Steuerzahler letztlich astronomische Folgekosten für die soziale Infrastruktur und die innere Sicherheit aufbürdet.
Dass der Fokus auf Technologie statt auf Einwanderung ökonomisch überlegen ist, pfeifen inzwischen selbst die Spatzen von den Dächern der internationalen Hochfinanz. Larry Fink, der Chef des mächtigen Vermögensverwalters BlackRock, ließ bereits aufhorchen, als er die bisherige Wirtschaftslehre auf den Kopf stellte. Fink erklärte offen, dass jene Länder, die eine restriktive Einwanderungspolitik verfolgen (er nannte explizit Japan, Südkorea und China), langfristig einen höheren Lebensstandard und ein schnelleres Produktivitätswachstum verzeichnen werden. Da diese Staaten kaum Migration zulassen, gehen sie dazu über, KI und Robotik rasant weiterzuentwickeln. Das alte Paradigma, wonach eine schrumpfende Bevölkerung automatisch zu wirtschaftlichem Verfall führt, löst sich laut dem BlackRock-Chef durch die technologische Disruption auf. Zudem seien soziale Spannungen bei der Ersetzung von Menschen durch Maschinen in Ländern mit sinkenden Bevölkerungszahlen weitaus geräuschloser zu bewältigen.
Die Debatte zeigt das ganze Dilemma der EU-Staaten und insbesondere der deutschen Bundesregierung. Man importiert Millionen Menschen – oft am tatsächlichen Bedarf des Arbeitsmarktes vorbei -, während man gleichzeitig die Rahmenbedingungen für die heimische Industrie so massiv verschlechtert, dass Investitionen in Schlüsseltechnologien wie Robotik ausbleiben. Wohlstand und Souveränität im 21. Jahrhundert hängen nicht davon ab, wie viele Menschen man ins Land schleust, sondern davon, wie intelligent man Prozesse automatisiert. Wenn Europa nicht augenblicklich umsteuert, droht der schlimmste aller Fälle: der Verlust der technologischen Wettbewerbsfähigkeit bei gleichzeitiger Überlastung der eigenen Sozialsysteme und Gesellschaften.





