Enkelin von Amnesty-International-Gründer: „Ich würde keinen einzigen Penny spenden“

Symbolbild: KI

Die Organisation habe sich von ihren Prinzipien entfernt und agiere nun selbst wie ein autoritäres Regime: Iseult White, Enkelin eines Mitgründers von Amnesty International, kritisiert die vermeintliche Menschenrechtsorganisation scharf. Auslöser ist die Agitation von Amnesty gegen Frauenrechtsorganisationen, darunter auch jene von J. K. Rowling. Die Harry-Potter-Autorin stellt sich dem Trans-Wahn entgegen und kämpft für den Erhalt von Schutzräumen für Frauen.

Iseult White, die Enkelin des irischen Politikers und Mitgründers von Amnesty International, Sean MacBride, wirft der „Menschenrechtsorganisation“ vor, das Erbe ihres Großvaters zu verraten. MacBride, 1988 verstorben, gehörte 1961 zu den Gründern der Bewegung, die damals als „Appeal for Amnesty“ startete und sich seinerzeit dem Schutz von Gewissensgefangenen und später auch der Bekämpfung von Folter und dem Einsatz für universelle Menschenrechte verschrieb.

White, eine Psychotherapeutin, die wohlgemerkt selbst lesbisch ist, erklärte nun, sie würde Amnesty „keinen einzigen Penny“ spenden. Ihr Großvater wäre über die jüngsten Aktivitäten der britischen und irischen Sektionen „entsetzt“, würde er noch leben.

Stein des Anstoßes sind Berichte von Amnesty International UK, in denen Dutzende frauenpolitische und Genderwahn-kritische Organisationen als „anti-rights“ und als „wachsende Bedrohung“ gebrandmarkt wurden. Darunter auch Beira’s Place, ein von Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling gegründetes Zentrum, das sich ausschließlich an Frauen richtet, die Opfer sexueller Gewalt wurden. J. K. Rowling setzt sich seit Jahren für den Schutz von Frauen vor biologischen Männern ein, die als sogenannte Transfrauen in ihre geschützten Räume eindringen. Beira’s Place wird von der LGBTQ-Gemeinschaft daher als „anti-trans“ betrachtet.

„Für meinen Großvater ging es darum, diejenigen zu schützen, die aus Gewissensgründen sprechen“, sagte White. „Zu behaupten, J. K. Rowling, For Women Scotland oder andere Graswurzelgruppen, die an die Biologie glauben, kämen nicht von einem prinzipienfesten Standpunkt, ist vollkommen empörend und schlicht falsch.“ Amnesty habe sich so weit von der ursprünglichen Mission entfernt, dass die Organisation inzwischen gegen die Gesetze einer westlichen Demokratie wie UK vorgehe und sich selbst wie eben jene autoritären Regime verhalte, die sie einst anprangerte und entlarven wollte.

Besonders entsetzt zeigte sich White darüber, dass Amnesty International Ireland vor sechs Jahren einen Brief des „Transgender Equality Network of Ireland“ mitunterzeichnete: Darin wurde gefordert, Medien und Politik sollten Menschen mit „bigotten Ansichten“ keine legitime Plattform mehr geben. „Das war ein schockierendes Verhalten einer Organisation, die gegründet wurde, um Gewissensgefangene zu unterstützen“, so White. „Würden sie als Nächstes vorschlagen, bestimmten Menschen das Wahlrecht zu entziehen?“

Kritik am Genderwahn als Bedrohung?

Die britische Amnesty-Sektion steht inzwischen unter Beobachtung der Charity Commission, der britischen Aufsichtsbehörde für Wohltätigkeitsorganisationen. Ein Bericht, der zahlreiche Frauenorganisationen als „anti-rights“ brandmarkte, wurde nach Androhung rechtlicher Schritte von der Website genommen. Ein früherer Bericht mit dem Titel „Like a snowball: the growth and impact of the gender-critical movement in the UK“ bleibt jedoch online und wirft Beira’s Place vor, transfeindlich zu sein. Rowling hat inzwischen abermals rechtliche Schritte angekündigt.

White kommentiert: „Im Vereinigten Königreich ist die Rechtslage – was im Gleichstellungsrecht unter dem Begriff ‚Frau‘ zu verstehen ist – wirklich eindeutig. Die Tatsache, dass Amnesty der Meinung war, diese Berichte veröffentlichen zu können, nachdem der Oberste Gerichtshof sein Urteil [zu Geschlecht und Gender] gefällt hatte, verblüfft mich. Wie kann man den Aussagen, die sie weltweit zu Menschenrechten veröffentlichen, überhaupt noch Glauben schenken, wenn sie die Situation im Vereinigten Königreich und in Irland völlig falsch darstellen?“

White, die selbst als Treuhänderin und Direktorin von Wohltätigkeitsorganisationen tätig war und ist, sieht die rechtliche Position von Amnesty als heikel an. Die Organisation hätte es wohl sehr schwer, vor Gericht nachzuweisen, dass alle 50 genannten Gruppen tatsächlich „anti-rights“ seien. Man hat sich mit Rowling nun mit der falschen Person angelegt, schätzt White: „Ich vermute, sie wären damit durchgekommen, wenn es sich nur um eine Handvoll kleiner Graswurzelorganisationen gehandelt hätte, die nicht über die Mittel verfügen, rechtliche Schritte einzuleiten. Allerdings haben sie sich nun in erhebliche Schwierigkeiten gebracht, da J. K. Rowling über die finanziellen Mittel verfügt, diese Angelegenheit weiterzuverfolgen.“

Auch Rowling selbst hatte Amnesty scharf kritisiert: Die Organisation sei von einem früheren Verteidiger der Menschenrechte zu dem geworden, wogegen sie einst kämpfte. Sie trete nicht mehr für Meinungs- und Glaubensfreiheit ein, sondern verfolge diejenigen, die nicht die „akzeptablen Überzeugungen“ teilten, die die Organisation festlege.

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