„Weckruf“: Vertrauen in den Staat auf historischem Tiefstand

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Das Vertrauen der Deutschen in die Handlungsfähigkeit des Staates ist auf einen neuen Tiefpunkt gesunken: Nur noch 17 Prozent der Bürger trauen dem Staat zu, seine Aufgaben erfüllen zu können.

Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer sprach bei der Vorstellung der aktuellen dbb-Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst 2026 von einer „Katastrophe“ und einem „Weckruf für die Regierung“. Der Vertrauensverlust sei dramatisch. Die Bürgerinnen und Bürger machten dafür jedoch nicht die Beschäftigten im öffentlichen Dienst verantwortlich, sondern die politische Führung.

„Die Bundesregierung ist am Zug“, befand Geyer. Die Menschen erwarteten Reformen, die spürbar auf ihr Leben wirkten, Wirtschaftswachstum schafften, die Sozialsysteme stärkten und den Staat wieder funktionsfähig machten. Bei den Prioritäten der Bürger liegen die Reform und Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme, Wirtschaftswachstum und die Sicherung von Arbeitsplätzen sowie die Verbesserung der Infrastruktur ganz oben.

Die Zahlen demonstrieren eine drastische Verschlechterung des Ansehens des Staates: Hielten 2020 noch 56 Prozent der Befragten den Staat für fähig, seinen Aufgaben nachzukommen, waren es 2021 nur mehr 45 Prozent und 2022 29 Prozent. 2023 waren es 27, 2024 dann 25 Prozent. Im vergangenen Jahr hielten noch 23 Prozent den Staat für handlungsfähig. Jetzt sind es nur noch 17 Prozent.

Auffällig ist: Wer mehr leistet und selbst Verantwortung trägt, sieht den Staat kritischer. So halten nur 10 Prozent der Selbstständigen den Staat für handlungsfähig. Bei den Beamten, selbst Teil des Staatsapparats, sind es immerhin 36 Prozent.

Am schlechtesten wird die Handlungsfähigkeit naturgemäß von AfD-Anhängern bewertet: Nur 2 Prozent halten den Staat noch für in der Lage, seine Aufgaben zu erfüllen. Bei Linken sind es 14, bei Grünen 26, bei SPD-Anhängern 33 Prozent und bei Unions-Anhängern 38 Prozent.

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