Trans-Demokratie und Doppelmoral: Linksgrüne Politik frisst ihre einstige Wählerschaft

Symbolbild: KI

Die Moralkeule ist die beliebteste Waffe der Linken und der Wokeria: Sie sind die „Guten“, sie stehen auf der „richtigen“ Seite. Denken sie. Die Realität zeigt vielfach das Gegenteil. Ihre peinliche Doppelmoral ist psychologisch erklärbar und politisch äußerst nützlich. Den größten Schaden richten jene Kräfte im Machtapparat an, die diese Mechanismen gezielt nutzen, um die Gesellschaft zu spalten. Und dabei ironischerweise den Ast absägen, auf dem sie selbst sitzen.

Lesen Sie auch die anderen Teile dieser Reihe:

Sie kennen den Dreh: Alles ist Klima. Jede Hitzewelle, jeder ausbleibende Regentropfen, jedes Hochwasser, jeder Sturm wird sofort zur Klimakatastrophe erklärt und politisch ausgeschlachtet. Jeder Tote im Sommer könnte an oder mit Hitze verstorben sein. Schuldig sind rechte Parteien und alle, die die bevorstehende Klimaapokalypse leugnen. Sie haben Menschenleben auf dem Gewissen!

Das Narrativ der „Guten“ ist bekannt: Man handelt für den Planeten (there is no planet B!). Man handelt für die Menschen. Vor allem für die Schwächsten, die ganz bestimmt am meisten unter der globalen Verkochung leiden werden. 

Also. Angeblich. Dumm ist nur, dass die konkrete Politik, die aus diesem Narrativ folgt, weder den Planeten schützt noch die Schwächsten. Im Gegenteil. Sie verteuert und erschwert vor allem das Leben normaler und einkommensschwächerer Menschen, während der auffallend ressourcenintensive Lebensstil der moralischen Elite unangetastet bleibt. („Zünd andre an!“ Sie erinnern sich an das Sankt-Florian-Prinzip?)

Widersprüchliche Narrative

Die Energiewende ist ein ideologisches Projekt. Sicherlich hat sie Nutznießer und wird von einer großen Lobby vorangetrieben, doch sie dient nicht den einfachen Bürgern. Nichts ist übrig von der Mär, dass sie die Menschen im Land nur „eine Kugel Eis“ kosten werde: Eher sorgen die stetig steigenden Energiepreise dafür, dass viele an Eisdielen-Besuche kaum noch Gedanken verschwenden. 

Damit endet die Doppelmoral natürlich nicht: Windräder werden nicht gemäß ihrem konkreten Nutzen an einem speziellen Standort, sondern schlicht nach Ausbauzielen in der Landschaft verteilt, ob Wälder dafür weichen müssen, schert wenig. Das Material stammt zu erheblichen Teilen aus China und muss „klimaschädlich“ um den Globus gekarrt werden. Produziert wurde es unter Bedingungen, die weder ökologisch noch sozial den Ansprüchen der linksgrünen Eiferer genügen sollten. Bei Flaute und Dunkelheit fehlt trotzdem die verlässliche Energie. Das hat wenig mit Naturschutz und dem Schutz von Lebensgrundlagen zu tun; es ist eine Unterwerfung der Umwelt unter eine Pseudo-Moral, die vor allem der Selbstbestätigung (und einer Lobby) dient.

Das CO2-Narrativ und der darauf aufbauende Ablasshandel führen seinerseits zur Verteuerung aller Lebensbereiche. Die Industrie wird umgebaut (oder ins Ausland vertrieben), der Bürger soll erzogen werden. Wofür? Der Nutzen ist nicht nachweisbar. Das Vertrauen in die Wirksamkeit ist religiös. Mehr noch: Selbst wer das CO2-Narrativ glaubt, muss feststellen, dass die schärfste Klimadiktatur im eigenen Land sinnlos ist, wenn im Rest der Welt die Emissionen steigen. 

Die alte Zielgruppe der Linken wurde zum Feind erklärt

Und wer trägt die Kosten? Diejenigen, die zwar ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, aber trotzdem wenig finanziellen Spielraum haben, also die Arbeiter, für die die Linke sich einstmals einsetzen wollte, spüren die Folgen der grünen Agenda am stärksten. Ihnen ist ein angenehmes Leben offenkundig nicht mehr vergönnt. Während der klassische Grünenwähler in seiner gehobenen Elfenbeinturm-Bubble sich Luxus und Reisen trotzdem noch leisten kann (und durch eigene Investitionen vielleicht selbst von dieser Politik profitiert) und der linke Sozialhilfeempfänger wie gewohnt auf Kosten der Allgemeinheit sein Leben chillen kann, gerät der Geringverdiener massiv in die Bredouille. 

Die materielle Lage dieser Menschen war einmal der zentrale Maßstab linker Politik. Doch dieser Maßstab hat sich verschoben: Man handelt nun moralisch-identitätsbezogen. Man „rettet“ den Planeten. Man „dekarbonisiert“. In der linksgrünen Klimapolitik wird von der einstigen Lieblingsklientel Opferbereitschaft erwartet. Rhetorisch schmückt man sich zwar noch gern mit dem „Schutz der Schwachen“, doch gemeint sind heute eher Sozialhilfeempfänger – die halten dank Abhängigkeit vom Staat in den entscheidenden Punkten nämlich die Fresse, statt sich als böse „Klimaleugner“ zu betätigen und gegen die eigene Gruppe zu keilen.

Die neue moralisch-linksgrüne Koalition hat eine andere Lebensrealität als früher: höhere Einkommen, bessere Wohnsituationen, größere Möglichkeiten, Kosten abzufedern und symbolisch „richtig“ zu leben (E-Auto mit Wallbox in der eigenen Garage, sanierte Wohnung oder Effizienzhaus mit PV-Anlage am Dach). Für diese Gruppen sind die Belastungen spürbar, aber verkraftbar und gewiss nicht existenzbedrohend. 

Die grüne Agenda kann also mit Härte forciert werden, weil die Wir-Gruppe und der moralische Maßstab sich verändert haben. Der Schutz der wirtschaftlich Schwachen ist nicht mehr der primäre Identitätsmarker. Die alte Kernklientel wird mehr und mehr zur „Outgroup“. Die Kritik dieser Menschen, die um ihre Existenz bangen, spielt „den Falschen“ in die Hände – damit werden sie selbst zum Feind. 

Das Tüpfelchen auf dem i ist der Lebensstil der lautesten Retter: In den grünsten Milieus jettet man emsig um die Welt, urlaubt, besucht vielleicht sogar noch Kongresse und Klimatreffen, wenn man „wichtig“ ist. Maximale Mobilität und maximaler Konsum auf höchstem Niveau gelten als selbstverständlich. Denselben Lebensstil macht man für ärmere Menschen durch Preisexplosionen, Verbote und Regulierungen zunehmend unmöglich. Die moralische Elite predigt Verzicht und finanziert ihn unter anderem mit dem abgepressten Geld und der eingeschränkten Lebensqualität derjenigen, die ohnehin wenig haben.

Das Absägen der eigenen Basis 

Und so kommt es, dass die AfD in Deutschland zur neuen Arbeiterpartei mutiert ist: Sie hat verprellte Wähler linker Parteien eingesammelt. Die spürbaren Kosten und Belastungen der Energiewende und der Klimapolitik trafen und treffen genau die Schichten, die früher als Kernklientel von linken Parteien galten, besonders hart. Zugleich erleben diese Menschen, dass ihre konkreten Probleme im Alltag – man denke an die erodierende innere Sicherheit im Zuge der Massenmigration, vor allem außerhalb der Nobelviertel, oder an Wohnraummangel und Mietpreisexplosionen – von denselben Akteuren relativiert und als rechte Schwurbelei abgetan werden. 

Diese Wähler fühlten sich nicht mehr repräsentiert. Die AfD hat diese Repräsentationslücke geschlossen. Ähnliche Wählerbewegungen sind in Österreich und anderen westlichen Nationen beobachtbar, in denen rechte Parteien massiven Aufwind erleben. 

Die wackersten Kämpfer gegen Rechts sind somit oft die stärksten Wahlkämpfer für diese Parteien. Dazu kann man sie herzlich beglückwünschen, oder?

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal: