Die Schildbürger trugen Licht in Säcken ins Rathaus. Die Europäer vergraben CO2 unter der Nordsee. Am 7. September 2026 eröffnete in Sluiskil eine Fabrik, die nichts herstellt, keinen Wert schafft und trotzdem Unsummen verschlingt. Das Ende der Geschichte der Schildbürger ist bekannt.
Die größte industrielle CO2-Abscheideanlage Europas steht am Ammoniak- und Düngerwerk des norwegischen Konzerns Yara in Sluiskil in der niederländischen Provinz Zeeland. Das Werk fängt Prozess-CO2 aus der Ammoniakherstellung ab, macht es flüssig, lagert es kurz und schickt es per Spezialschiff nach Øygarden in Norwegen. Northern Lights, ein Gemeinschaftsunternehmen von Equinor, Shell und TotalEnergies, presst das Gas in rund 2,6 Kilometer Tiefe unter den Meeresboden. Die Eröffnung wurde von der Nomenklatura inklusive des EU-Klimakommissars überschwänglich gefeiert.
Die Abscheide- und Verflüssigungsanlage von Yara kostete rund 200 Millionen Euro. Den Löwenanteil zahlte Yara (Achtung: Freuen Sie sich nicht zu früh!). Die niederländische Regierung steuerte eine einmalige Subvention von 30 Millionen Euro bei. Transport und Endlagerung laufen über Northern Lights. Die erste Phase des Speichers wurde zu etwa 80 Prozent von der norwegischen Regierung über das Longship-Projekt finanziert, dazu kamen EU-Mittel aus der Connecting Europe Facility. Der Bürger zahlt also gleich mehrfach, über niederländische Steuern, norwegische Steuern, EU-Haushalt und über den europäischen Emissionshandel.
Eine offizielle Rechnung für den laufenden Betrieb der ganzen CO2-Vergrabe-Kette liegt noch nicht auf dem Tisch. Schätzungen für den vergleichsweise günstigsten Fall liegen bei rund 100 bis 110 Euro je Tonne CO2. Bei voller Auslastung von 800.000 Tonnen im Jahr sind das grob 80 bis 90 Millionen Euro Betriebskosten jährlich. Ein Teil davon wird mit „eingesparten“ ETS-Zertifikaten verrechnet, deren Preis bei Eröffnung der Anlage bei etwa 80 bis 84 Euro je Tonne lag. Allerdings ist diese „Einsparung“ erfunden, weil auch der CO2-Preis eine politische Erfindung ist. Der ganze Kostenaufwand wird vom Bürger bezahlt. Entweder als Steuern oder als CO2-Preis-induzierte Preiserhöhung. Der CO2-Preis landet im Düngemittelpreis. Die Düngerpreise landen in den Lebensmittelpreisen. Die Bürger finanzieren eine Anlage, die kein Produkt erzeugt, sondern ein Spurengas in Tanks über die Nordsee karrt und unter den Meeresboden presst.
Die Anlage soll bis zu 800.000 Tonnen CO2 im Jahr abscheiden, über 15 Jahre also rund 12 Millionen Tonnen. Werfen wir einen Blick auf den Kohlenstoffkreislauf. Die Atmosphäre enthält bei aktuellen Werten um 426 bis 432 ppm etwa 3.330 bis 3.380 Milliarden Tonnen CO2. 800.000 Tonnen sind 0,0008 Milliarden Tonnen. Das sind rund 0,000024 Prozent des gesamten atmosphärischen CO2-Vorrats. Die Ozeane halten als gelösten anorganischen Kohlenstoff rund 37.000 bis 38.000 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, umgerechnet etwa 136.000 bis 139.000 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent. Der Anteil der Sluiskil-Anlage daran liegt bei etwa 0,00000058 Prozent. Selbst gemessen an den weltweiten Jahresemissionen von rund 42 Milliarden Tonnen CO2 entspricht die Anlage etwa 0,0019 Prozent. Gemessen an den niederländischen Emissionen sind es ungefähr 0,5 Prozent. Zu sagen, der Anteil der Anlage am CO2 Kreislauf wäre mikroskopisch, ist noch maßlos übertrieben. Die Anlage entspricht dem Versuch, den Wasserpegel des Mittelmeeres mit einem Suppenlöffel zu senken.
Der Rest des Planeten spielt dieses Spiel sowieso nicht mit. China, die USA, Indien und der größte Teil der Weltwirtschaft fahren weiter mit Gas, Kohle, Öl und etwas Kernkraft. Erneuerbare bleiben dort Randerscheinung, wo sie nicht mit westlichem Geld subventioniert werden. Die EU erklärt sich zum großen Vorbild und vergräbt ihre Spurengase, während der Rest des Planeten business as usual betreibt. Das Klima der Erde wird nicht durch unser CO2 gesteuert. CO2 ist zudem kein Klimagift, sondern ein Grundbaustein des Lebens auf unserem Planeten. Jede Pflanze braucht CO2. Ohne CO2 gibt es keine Photosynthese, keinen Wald, keine Ernte. Keine Menschen. Wer CO2 zum Klimagift erklärt, erklärt die Grundlage der Nahrungskette zu seinem Feind.
Die Schildbürger wollten das Rathaus erhellen und trugen das Sonnenlicht in Säcken hinein. Ihre Dummheit zerstörte am Ende ihre Stadt. Europa baut Fabriken, die nichts herstellen, subventioniert das Vergraben eines lebenswichtigen Spurengases und wälzt die Kosten dafür auf Steuern, Zertifikate, Dünger und Lebensmittel ab. Also im Endeffekt auf die Bürger. Es bleibt die Frage, wie lange Europa diese Dummheit noch überleben kann. Angesichts des Zustandes der Wirtschaft würde ich sagen, nicht mehr lange.
