Die Corona-Jahre haben Wunden in der Gesellschaft hinterlassen, die bis heute nicht verheilt sind. Familien und Freundschaften gingen zu Bruch und langjähriges Vertrauen wurde zerstört. Die Weigerung der Politik, das eigene Fehlverhalten aufzuarbeiten und Konsequenzen zu tragen, untermauert parallel dazu den enormen Vertrauensverlust in Regierungen, Institutionen und „Experten“. Nichts davon lässt sich schönreden. Trotzdem kann man aus der Erinnerung an diese Jahre zumindest eine gewisse Hoffnung ziehen: Es hat Widerstand gegeben – und am Ende hat er gesiegt.
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Die Politik präsentierte die eigenen Minister, „Experten“ und Institutionen wie unantastbare Autoritäten: Christian Drosten, Karl Lauterbach, das Robert Koch-Institut, die Ständige Impfkommission – wehe all jenen, die diesen Stimmen widersprachen oder auch nur differenzierte Fragen stellten. Sie galten schnell als Querdenker, als Gefahr, als Wissenschaftsleugner, die Menschenleben riskieren. Die moralische Aufladung war gigantisch. Wissenschaft wurde nicht als Prozess des offenen Streits und der Falsifikation behandelt, sondern als einheitliche, quasi sakrale Instanz, deren aktuellen Verlautbarungen unter allen Umständen zu gehorchen war. Und eine Weile verfing das durchaus.
Die Lab-Leak-Hypothese war das früheste Lehrstück für diesen Mechanismus. Wer darauf hinwies, dass ein Laborunfall oder eine Laborfreisetzung in Wuhan plausibel sein könnte – was schon unter Ausklammerung von Hinweisen wie der Fourier-Spalte im Virusgenom aufgrund der dortigen Forschungen an Coronaviren und der unmittelbaren Nähe zum ersten Ausbruchsgeschehen wahrscheinlich war – wurde als Verschwörungstheoretiker abgestempelt. Internationale Zeitschriften und Wissenschaftler organisierten Erklärungen, die die Laborthese als völlig abwegig und schädlich darstellten. Die Linie war klar: natürlicher Ursprung. Nichts hat mit nichts zu tun. Punkt.
Irreführung der Öffentlichkeit flog auf
Dabei bewertete selbst der Bundesnachrichtendienst die Laborthese intern bereits 2020 mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 bis 95 Prozent. Das Kanzleramt unter Angela Merkel wusste selbstverständlich davon. Die Öffentlichkeit indessen erfuhr das nicht. Selbst Wissenschaftler, die das Narrativ des natürlichen Virusursprungs durch „Forschungsarbeiten“ verbreiteten und stützten, äußerten heimlich Zweifel. Doch die öffentliche Kommunikation blieb bei der Zoonose-Erzählung. Kritische Stimmen wurden medial vernichtet. Ähnlich lief es mit anderen zentralen Fragen: dem tatsächlichen Nutzen-Risiko-Verhältnis vieler Maßnahmen, den Nebenwirkungen der Impfstoffe, der tatsächlichen Gefährlichkeit des Virus und nicht zuletzt der Frage, ob die Politik die Wissenschaft steuerte oder umgekehrt. Die „Experten“ an vorderster Front kommunizierten gemeinhin einseitig, alarmistisch und mit deutlicher moralischer Überhöhung. Differenzierung wurde als Gefährdung der Linie gesehen.
Die Folgen sind tiefgreifend: Das Vertrauen in politische Institutionen und in die zentralen Corona-Akteure ist nachhaltig erodiert. Personalien wie Karl Lauterbach und Christian Drosten stehen heute für viele Menschen symbolisch für einen Politikbetrieb, der sich vom Volk entfernt hat, und eine Wissenschaft, die sich an die Macht und vorgegebene Narrative geschmiegt hat, statt nach Erkenntnisgewinn zu streben. Der einstige Autoritätsbonus ist verpufft. Vielfach hat er sich ins Gegenteil verkehrt.
Was bleibt, sind Skepsis, Zorn und (zu Recht) das Gefühl, systematisch getäuscht worden zu sein. Das legen Menschen nicht so schnell ab. Schon gar nicht, wenn die Irreführung durch den Machtapparat dazu führt, dass Personen zu Schaden kommen. Wie viele Opfer von Impfschäden wären heute gesund, hätte man sie über Risiken aufgeklärt, anstatt von Nebenwirkungsfreiheit zu fabulieren? Wie viele hätten sich bei einer realistischen Nutzen-Schaden-Abwägung gegen die Spritze entschieden und wären von Thrombosen, Autoimmunerkrankungen, neurologischen Störungen und Erschöpfungssyndromen verschont geblieben?
„Die Wissenschaft“ hat sich demontiert
Während das Ansehen von Wissenschaft, Institutionen und dem polit-medialen Betrieb nachhaltig Schaden genommen hat, traten jene unabhängigen Wissenschaftler und Fachleute umso positiver hervor, die den Mumm hatten, Kontra zu geben, politisch missliebige Informationen zu thematisieren und der offiziellen Linie zu widersprechen. Heute gelten gewiss nicht die Anhänger der Zero-Covid-Fraktion als Corona-Helden. Vielmehr sprechen die Menschen all jenen ihren Dank aus, die trotz massiver Repression das auf den Tisch brachten, was nach Ansicht der Politik nicht sein durfte, weil es Fügsamkeit und Impfbereitschaft unterminiert hätte.
Die Tabus der Corona-Jahre, von Lab-Leak bis Impfkritik, sind in der öffentlichen Debatte inzwischen längst gebrochen. Corona-Kritik ist allgegenwärtig. Und sie wird generalisiert: Das gesamte Establishment wird schärfer hinterfragt. Dieselben Mechanismen greifen heute beispielsweise beim Klima-Narrativ. Wieder werden „Experten“ in Stellung gebracht. Wieder beruft man sich auf „die Wissenschaft“. Doch weite Teile der Bevölkerung haben nun sehr deutlich vor Augen, dass „die Wissenschaft“ in Wahrheit aus Menschen besteht, die irren, Ideologien anhängen, eigene oder fremde Interessen und Agenden verfolgen und unter gehörigem politischem Druck stehen, wenn sie ihre Förderungen und Finanzierungen nicht verlieren wollen.
Was jetzt von oben als demokratiegefährdend geframed wird, könnte sich noch als Rettung der Demokratie erweisen. Das ist der Verdienst von Menschen, die sich geweigert haben, die vorgegebene Erzählung zu schlucken und kritikfrei weiterzutragen. Und ironischerweise ist es auch die direkte Konsequenz des Handels eines Machtapparats, der dachte, den Souverän problemlos überfahren und entrechten zu können.
