Gefeierter DEI-Star nur „Plagiator und Lügner“: Jüngster schwarzer Cambridge-Professor tritt zurück

Screenshots von BBC-Titelzeilen; Hintergrund: KI

Die Wokeria war so stolz: Professor Jason Arday wurde mit 37 Jahren von der Elite-Uni Cambridge zum jüngsten schwarzen Professor ihrer Geschichte berufen – nach einer gar wundersamen akademischen Laufbahn, denn Arday behauptet, erst mit 18 Lesen und Schreiben gelernt zu haben. Mit 30 erlangte er seinen Doktortitel, angeblich, während er gegen eine Krebserkrankung kämpfte. Auch ein großer Philanthrop und Hochleistungssportler will er sein, nur um Belege dafür steht es schlecht. Inzwischen flog obendrein auf, dass er weite Teile seiner Doktorarbeit plagiiert hat. Die Diversity-Seifenblase platzt…

Der britische Mainstream liebte ihn abgöttisch:

Bei Jason Arday wurden in seinen frühen Jahren Autismus und eine allgemeine Entwicklungsverzögerung diagnostiziert; er konnte bis zu seinem 11. Lebensjahr nicht sprechen und erst mit 18 lesen und schreiben lernen. Mit mittlerweile 37 Jahren steht er kurz davor, der jüngste Schwarze zu werden, der jemals an der Universität Cambridge auf eine Professur berufen wurde.
Obwohl er nicht sprechen konnte, hinterfragte der junge Jason die Welt um sich herum mit großem Eifer.
„Warum sind manche Menschen obdachlos?“, erinnert er sich, sich gefragt zu haben. „Warum gibt es Krieg?“

So berichtete die BBC 2023 über den jungen Star am Akademikerhimmel (Fachbereich: Soziologie), Sohn ghanaischer Eltern, aufgewachsen in London. Natürlich beschäftigten ihn vor allem soziale Ungleichheiten. Er wollte nichts weniger als „die Welt retten“, wird er zitiert. Zugleich wurde im Bericht moniert, dass 2021 nur 155 von mehr als 23.000 Universitätsprofessoren im Vereinigten Königreich schwarz gewesen seien. Das musste natürlich Diskriminierung sein! Arday wollte Bildung „inklusiver“ gestalten.

Philanthrop und Star-Athlet?

Angeblich soll er auch 30 Marathons in 35 Tagen und 300 Meilen in drei Tagen gelaufen sein. Stand 2023 will er außerdem mit mehr als 70 Wohltätigkeitsorganisationen gearbeitet und mehr als 5 Millionen Pfund an Spenden gesammelt haben.

Beweise? Schwierig. Bezüglich der Spenden behauptete er auf Nachfrage, das Geld sei mit Unterstützung anderer Menschen in einem Zeitraum von 20 Jahren gesammelt worden – er könnte aber ominöserweise keine Person nennen, die daran mitwirkte. Er sei zum Schweigen verpflichtet. Nicht auszudenken, wenn Menschen erfahren, dass man Spenden gesammelt hat!

Seine Sportrekorde seien aber wahr, beharrt Arday. Nachdem seine Geschichten nun auf wachsenden Gegenwind gestoßen sind, sagte er kürzlich in einem Interview: „Niemand führt sein Leben so, dass er für jede einzelne Sache, die er sagt oder getan hat, einen Beleg hat.“ Es gilt also: Trust me, bro!

Schwerwiegende Plagiatsvorwürfe

Nachweisbar scheinen derweil seine Plagiate zu sein. Publik gemacht hatte die Vorwürfe am 21. Juli der Forscher Nathan Cofnas in seinem Substack. Dort schilderte er:

Vor kurzem wurde ich von einem Mitglied der Fakultät in Cambridge (dessen Namen ich nicht nennen werde) kontaktiert, das behauptet, Arday sei ein Plagiator und Lügner. Meine Quelle gibt an, dass viele, wenn nicht sogar die meisten Professoren in Cambridge bereits seit über einem Jahr davon wissen. Arday und/oder die Verwaltung von Cambridge versuchen jedoch, die Geschichte durch Einschüchterung und rechtliche Drohungen zu vertuschen.

Cofnas sah sich daher mit Hilfe einer entsprechenden Software Ardays wissenschaftliche Arbeit an. In bester Plagiatsjäger-Manier publizierte er eine umfassende Aufschlüsselung von Teilen von Ardays Dissertation aus 2015, gegenübergestellt mit den oft wortgleichen Abschnitten aus der Dissertation von Paula Zwozdiak-Myers, eingereicht im Jahr 2009.

Cofnas verweist anschließend auf einen weiteren Kritiker Ardays: Schon Prof. Dave Harris von der Plymouth Marjon University hatte in anderen Arbeiten von Arday massive Plagiate entdeckt. Cofnas zeigt einige Textstellen in seinem Artikel, die offenkundig plagiiert wurden. Es drängt sich bei der Lektüre der Verdacht auf, dass der gefeierte Soziologe in Wahrheit ein Meister des Copy & Paste ist.

Brauchte Cambridge ein DEI-Aushängeschild?

Doch kann so eine Personalie trotzdem an der Cambridge-Uni landen? Cofnas bezeichnet die Berufung Ardays als politischen Akt: „Alle Beteiligten – einschließlich Arday selbst – wussten, dass er angeworben wurde, um die DEI-Ideologie zu fördern und die Repräsentation bestimmter Gruppen zu erhöhen.“

Cofnas berichtet, ihm sei von mehreren Quellen zugetragen worden, dass Arday und die Universität juristisch gegen Journalisten und Akademiker vorgehen, die kritische Fragen zu Arday stellen. „Die Tatsache, dass buchstäblich niemand in Cambridge öffentlich darüber gesprochen hat, lässt zumindest vermuten, dass die Universitätsleitung eine Atmosphäre der Einschüchterung geschaffen hat, in der sich die Menschen fürchten, kontroverse Ideen zu äußern“, so Cofnas.

Arday gesteht Fehler ein – und beklagt Rassismus

Die Liste offenkundiger Plagiate wurde aufgegriffen, der Druck auf Jason Arday und Cambridge wuchs. Inzwischen gab Arday seinen Titel ab: für sein eigenes Wohl, das seiner Familie, und für jene, die ihm in dieser „schwierigen“ Zeit beigestanden hätten. Der einzige Weg, dieses Kapitel zu beenden, wäre, zurückzutreten, so Arday. Er räumte ein, für die „Fehler“ die Verantwortung zu tragen, aber er wäre kein Lügner. Fehler aus seiner frühen akademischen Laufbahn lägen außerdem an seinem Autismus: Er nutze „Mimikry“, um Informationen zu verstehen.

„Seit meiner Ankunft in Cambridge gibt es eine sehr gut orchestrierte und koordinierte Kampagne, die darauf abzielt, mich aus meinem Amt zu verdrängen“, behauptete er. Diese Kampagne sei rassistisch motiviert und ziele gegen DEI (diversity, equity and inclusion).

Die Kritik an ihm empfindet er als grausam: „Wir reden hier von der akademischen Welt. Ich habe niemanden ermordet. Ich finde die Grausamkeit, die ich erfahren habe, und die Art und Weise, wie man mich als Lügner und Fantasten darstellt, völlig inakzeptabel.“

Noch mehr widerlegte Geschichten

Zu den Plagiaten und den unwahrscheinlichen sportlichen Erfolgen gesellen sich weitere fragwürdige Geschichten: So behauptete er einmal, seinen ghanaischen Eltern wäre ein Schweinekopf vor der Tür abgelegt worden. Kurios: Die Polizei, der der Fall angeblich gemeldet wurde, wusste aber von nichts. Zudem behauptete Arday einmal, in einer populären Fernsehserie aufgetreten zu sein. Die Serie wurde aber Jahrzehnte vor seiner Geburt ausgestrahlt. Kann der DEI-Star etwa auch noch durch die Zeit reisen?

Rassismusvorwürfe und Opfernarrative werden Arday kaum retten: Weltweit wird über seinen tiefen Fall berichtet. Auch die Cambridge University steht in einem schlechten Licht da. Immerhin, Ardays Memoiren sollen in Kürze noch in Buchform erscheinen. Vielleicht sind die aber besser in der Fiction-Abteilung aufgehoben …

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