Simonsfeld, WEB und EVN engagierten die Firma GUSTA der Klimaökonomin Sigrid Stagl. Der Auftrag: Die Menschen im Horner Becken „windgängiger“ zu machen, sprich ihnen Windmaschinen im Wald als Heilsbringer zu verkaufen. Die Umsetzung des entwickelten Formats sollten die Klimajünger von Fridays for Future ausführen, die mit fast missionarischem Eifer an die Sache gingen. Allein, sie scheiterten kläglich. Denn zu den drei Veranstaltungen an diesem Wochenende in Horn, Zwettl und Bärnkopf kamen sehr wenige Leute, eigentlich nur Bürgerinitiativen gegen Windindustrie. Und die waren allesamt besser infomiert als die Veranstalter. Peinlich. Ein Sturm im Wasserglas.
Ein Gastkommentar von Angelika Starkl (geänderte Version vom 7.10.)
In Horn kamen 25 Leute, in Zwettel ca 35 und in Bärnkopf waren es 30 Menschen. Zwei Drittel der Besucher waren aus Bürgerinitiativen, entsprechend gut über Windkraft informiert, allesamt gegen Windräder im Wald eingestellt. So taten sich die Klimaaktivisten recht schwer. Zudem suchten sie den Dialog und die Diskussion mit dem Publikum nicht. Denn sie waren bemüht, ihre Klimaagenda mit den vorgefertigten Folien aus ihrer Broschüre unters Volk zu bringen. Ihr Ziel: Windindustrie als klimafreundliches Zukunftsmodell zu verkaufen. Berichte von Menschen die vor Ort waren, lesen Sie hier :
Horn
„Welchen Werbewert hatte der Energiestammtisch im Sinne der Veranstalter? Aus meiner Sicht lag der Werbewert nahe Null. Es gab keine überzeugenden Argumente und es war niemand anwesend, den man überzeugen hätte können.“
„Es wurden grüne und gelbe Zettel auf den Tischen aufgelegt und von Fridays for Future nach Angaben der Anwesenden vor den Vorträgen ausgefüllt. Man konnte also zum Inhalt der Vorträge keine Fragen mehr stellen. Auf den grünen Zetteln wurden die Antworten auf die Frage „unter welchen Bedingungen kann ich mit der Windkraft in meiner Umgebung leben?“ notiert. Auf den gelben Zetteln wurden kritische Fragen erfasst. Mit den Fragen wurde die Diskussion nach den Vorträgen gestaltet.“
„Angekündigt war Prof. Schmidt (BOKU), der nur einen Bruchteil des Programms bestritt und ungefragt mitteilte unentgeltlich tätig zu sein. Den Abend beherrschten Max Nutz (ein Ko-Autor der genannten Broschüre) und Martin Fliegenschnee (Österreichs Windkraft, ehemals Interessensgemeinschaft Windkraft). Fliegenschnee stellte die Vision von 5.000 Windrädern in Österreich als ein von ihm sogenanntes realistisches Ziel 2040 in den Raum. Das ist völlig vermessen und macht deutlich, dass die Energiewende kein abgestimmtes, realistisches Gesamtkonzept hat. Es gab heftigen Widerspruch. In diesem Augenblick wurde mir klar, dass der Großteil der Besucher mental gegen das Präsentierte eingestellt war.“
„Ich war in Horn dabei: Viele Halbwahrheiten und live-Fragen haben sie abgedreht und sogar mit dem Verweis aus den Saal gedroht. Man durfte vorher Fragen auf Zettel schreiben wo sie dann eine von ihnen gewählte Auswahl bewantwortet haben. Einige Fragezettel, mit offensichtlich unangenehmen Fragen haben sie kommentarlos liegen lassen. Keine Diskussion möglich obwohl viele Folien mangelhafte Informationen enthielten. Es waren vielleicht 5-10 Befürworter da wovon eine Frau in implantierter panischer Angst vor dem Klimawandel war.“
Zwettl
„In Zwettl waren nach einer Teilnehmerschätzung rund 35 Menschen aus Bürgerinitiativen anwesend. Vertreten waren Sallingberg, Grafenschlag, Oberstrahlbach, Allentsteig/Schwarzenau und Altmelon/Bärnkopf. Auch Menschen aus Großgöttfritz waren bei der Veranstaltung anwesend. Die Zahl der weiteren interessierten Besucher wurde auf höchstens fünf geschätzt, ein ÖVP-Stadtrat eingerechnet. Zwischen diesen beiden Besuchergruppen ergibt das ungefähr ein Verhältnis von sieben zu eins. Aus der Zwettler Gemeindepolitik nahm der Berichterstatter lediglich zwei Vertreter wahr.“
„In Zwettl berichten zwei Teilnehmer, dass ihre eigenen schriftlichen Fragen überhaupt nicht behandelt wurden. Dazu gehörte eine Frage zu den überholten Abstandsregelungen.“
„Aus Zwettl wird berichtet, dass im Vortrag über Schall, Schattenwurf und Eisabwurf gesprochen wurde. Infraschall sei dabei als unbedenklich dargestellt worden. Ein weiterer Teilnehmerbericht gibt die Bezeichnung „Fake-Thema“ wieder und schildert abwertende Äußerungen über namentlich genannte Kritiker.“
„Ein Bericht schildert die Wortmeldung einer Anrainerin aus der Zone WA08. Sie habe Beschwerden bei Besuchen bestehender Windparks beschrieben und erklärt, dass sie bei einer entsprechenden Belastung ihres Wohnorts wegziehen müsse. Sie sei dann an einen Referenten zum Einzelgespräch verwiesen worden.“
„Die Kritik des Teilnehmers richtet sich vor allem gegen eine aus seiner Sicht unvollständige Betrachtung der zusätzlichen Kosten für Ersatzkapazitäten, Speicher und Netze.“
„Die Veranstaltungen haben unsere Einwände nicht ausgeräumt. Sie haben uns in der Überzeugung bestärkt, dass wir genau nachfragen, die Unterlagen gründlich prüfen und unseren Widerspruch öffentlich vertreten müssen. Die Zukunft unserer Region entscheidet sich nicht an einem „grünen Werbebild“. Entscheidend sind die tatsächlichen Folgen vor Ort.“
Bärnkopf
„Viel Werbung für den Windkraftausbau, aber erhebliche Lücken bei den Antworten für die betroffenen Menschen. Unsere Ablehnung der geplanten Waldprojekte hat dieser Abend verstärkt.“
„Die Menschen kommen, weil konkrete Vorhaben ihre Umgebung verändern sollen. Sie wollen wissen, was diese Projekte für den Wald, die Tierwelt, ihre Häuser und ihren Alltag bedeuten. Wer an einem betroffenen Ort die Vorteile der Windkraft hervorhebt, muss sich an diesen konkreten Fragen messen lassen. Ein allgemeines Bekenntnis zur Energiewende ist kein Freibrief für Industrieanlagen in unserem Wald.“
„Fragen zu Infraschall, Lärm, Schattenwurf und Mikroplastik seien in der gemeinsamen Fragerunde unbeantwortet geblieben. Dafür sei kein entsprechender Experte anwesend hieß es. Man solle in der Broschüre nachlesen.“
„Auf Kärtchen sollten Besucher angeben, unter welchen Bedingungen sie einem Windkraftwerk in der Region zustimmen würden. Damit wird das Gespräch auf Bedingungen für ein Ja gelenkt. Genau diesen vorgegebenen Rahmen kritisieren wir als Framing.“
„Aus dem Publikum wurde ein Sachverständigengutachten im UVP-Verfahren Königswiesen entgegengehalten, das Verluste von 24.000 bis 44.000 Euro pro Liegenschaft beziffere. Es wurde darauf inhaltlich nicht eingegangen. Damit blieb dieser konkrete Einwand unbeantwortet.
„Es waren etwa 30 bis 35 interessierte Bürger da. Etwa 12 bis 15 Personen waren von Frau Prof. STAGL Frau Stagl hielt keinen Vortrag, sondern die Leute von der BOKU gaben ihre Statements zu Besten. Da es für mich eine wunderschöne Fahrt von der Autobahnabfahrt Melk nach Bärnkopf war, machte ich mich gleich bemerkbar und kam mit dem bereits anwesenden Pfarrer von Bärnkopf in eine harte Konfrontation.
Ich bezeichte es als Verbrechen, wenn nur ein einziges Windrad hier in der Region aufgestellt werden sollte. Auch hätten wir sowieso ein Überangebot an elektrischer Energie in Niederösterreich. Dadurch hatte ich sofort die anwesenden Landwirte auf meiner Seite. Während der kurzen Vorträge der Stangl-Leute, kam es immer wieder zu Zwischenrufen und Gegendarstellung. Die kurzen Vorträge waren mit Unwahrheiten nur so gespickt. Es kam zu lautstarken Argumenten der WKA Gegnerschaft Dies dürfte auch der Anlass gewesen sein, dass Frau STAGL mit 2, 3 Folien versuchte eine Argumentationsschiene aufzubauen, was aber nicht gelang.
Der Pfarrer drohte mir an, von seinem Recht als Hausherr Gebrauch zu machen. Darauf babe ich ihn gefragt wann er die letzten Schwalben und Stare in seiner Pfarre gesehen hätte. Gleichzeitig machte ich ihn und die anwesenden Personen auf das Tötungspotential von diesen geplanten großen WKA aufmerksam. Es sind dies pro Umdrehung ca. 20.000 m2 und Rotorblatt. Windmaschinen sind Tötungeinrichtungen für die Biodiversität der Region und er möge mir bitte sagen wann er die letzten Schwalben, Stare oder Feldlerchen gesehen bzw. gehört hat. Zum Schluss der Veranstaltung hatten die WKA Gegner eindeutig die Obehand. STAGL war mit ihren Mitgliedern beschäftigt und kam kaum in Gespräche mit Besuchern aus der Region.“
„Warum hat NÖ die höchsten Netzgebühren? Stagl: Es gibt keine Bundesnetzgebühren und keine Gremien zum Ausgleich betreffend einheitlicher Netzgebühren. Sie sagte auch Windstrom ist Winterstrom. Zum Klima: Die Meere sind seit März 2026 wärmer als in jedem Jahr vorher. Klimaerhitzung: Erwärmung der Luft ist eklatant. lm Einzelgespräch: Zustimmung zum Ausbau entsteht durch Fairness und Beteiligungen. Junge Leute sind zugänglicher für den WK-Ausbau. Zu meiner Frage zur Akzeptanz der WK und Bonität der Liegenschafüen sagte sie wörtlich: Nach 5 Jahren ist die Minderung der Wohnqualität normalisiert.“