Im ehemals renommierten Wissenschaftsmagazin Heise erschien am 9. Juli der Artikel „Geoengineering: El Niño ließe sich mit gezieltem Eingriff abschwächen“. Darin erfahren wir, dass ein US-Wissenschaftlerteam behauptet, man könne „sicher“ und „ohne unabsehbare Risiken“ intervenieren. El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, das weltweit das Wetter beeinflusst. Wer in den letzten Jahren die Wetterberichte studiert hat, weiß vor allem eines: dass man nichts, aber auch gar nichts über das Wetter weiß.
Kommentar von Florian Machl
El Niño ist ein natürlich auftretendes Klimaphänomen. Als unmittelbarer Auslöser gilt eine Abschwächung oder vorübergehende Umkehr der Passatwinde über dem tropischen Pazifik. Dadurch verlagert sich warmes Oberflächenwasser aus dem westlichen in den zentralen und östlichen Pazifik, während ozeanische Kelvin-Wellen diesen Prozess zusätzlich verstärken können.
El Niño tritt in unregelmäßigen Abständen von etwa zwei bis sieben Jahren auf, ohne einem festen Rhythmus zu folgen. Die genauen Ursachen für den Beginn eines einzelnen Ereignisses sind trotz intensiver Forschung nicht vollständig geklärt. Klimazauberer behaupten, es gäbe einen Zusammenhang zwischen einem „menschengemachten Klimawandel“ und dem Auftreten und der Stärke von El Niño-Ereignissen, konnten aber bisher keine konsistenten Daten dafür vorlegen.
Die Folgen von El Niño reichen von Starkregen und Überschwemmungen in Teilen Südamerikas über Dürren in Australien und Südostasien bis hin zu Veränderungen von Temperatur- und Niederschlagsmustern in Europa, Afrika und Nordamerika. El Niño ist Teil des natürlichen Klimasystems und bildet gemeinsam mit der kühleren Phase La Niña den sogenannten ENSO-Zyklus (El Niño–Southern Oscillation).
Das Phänomen El Niño ist so gigantisch, dass man natürlich nichts davon mit Sicherheit berechnen kann – genauso wenig die Vielzahl von Parametern, die das Phänomen auslösen und seine Stärke bestimmen. Es gibt Studien, die El Niño schon vor 10.000 Jahren belegen – wahrscheinlich ist dieser Teil des Weltklimas älter als die gesamte Menschheit (auch wenn diese Vermutung meinerseits nicht bewiesen ist).
Generell ist heutzutage jeder, der behauptet, das Wetter auch nur wenige Tage im Vorhinein mit völliger Sicherheit vorhersagen zu können, ein Scharlatan und Betrüger. Das wissen wir durch die tägliche Beobachtung der Wettervorhersagen in den Medien, die häufig nicht einmal für denselben Tag oder für einige Stunden in der Zukunft stimmen. Dabei sind solche Berechnungen unendlich viel einfacher als die Vorhersage des sich weltweit auswirkenden El Niño-Phänomens. Daraus lässt sich ganz nüchtern ableiten, dass wir gar nichts wissen.
Aus diesem Wissensstand heraus behauptet eine US-Forschergruppe aber, man könne in das System eingreifen – und dies würde „keine unabsehbaren Risiken für die Erde“ beinhalten. Völlig unreflektiert titelte Heise im Ton der absoluten Bestimmtheit: „Geoengineering: El Niño ließe sich mit gezieltem Eingriff abschwächen“. Das erinnert an den „progressiven“ Wahn der Nachkriegszeit, als der Mensch dachte, alles zu wissen und alles kontrollieren zu können – nehmen wir nur einmal die Begradigung vieler Flüsse als Beispiel. Die Folge waren verheerende Überschwemmungen und zigtausende Tote.
Der Mensch ist ein Narr, wenn er glaubt, alles zu verstehen. Genau solche Narren sind die US-Forscher unter Jessica Wan von der University of California San Diego, dem woken US-Bundesstaat, wo man an jeden linksglobalistischen Müll dieser Welt glaubt und ihn der Bevölkerung aufzwingt. Das Forscherteam veröffentlichte ihre Wahnidee im Wissenschaftsmagazin Science Advances.
Der Plan ist, El Niño durch die Erzeugung künstlicher Wolken abzuschwächen. Das müsse man nur zeitlich begrenzt einige Jahre lang tun und es hätte keine nennenswerten negativen Folgen, ist man sich an der linken Universität sicher. Die Gruppe nennt ihr Vorhaben „strategische marine Wolkenaufhellung“ („strategic marine cloud brightening“). Ob die Idee unter Einfluss von Substanzen entstand, ist nicht gesichert – sie selbst behaupten, sie hätten die Buschbrände in Australien 2019/2020 beobachtet. Die entstehenden Wolken hätten mehr Sonnenlicht reflektiert. Man müsse nur vergleichbare Wolken erzeugen – und schon wäre El Niño abgeschwächt – dies hätten Simulations- und Modellrechnungen ergeben.
In einem Aufwasch versucht Heise übrigens auch, das Geoengineering – also massive Eingriffe in den natürlichen Kreislauf der Natur, mit völlig unabsehbaren Folgen – als positiv zu framen. Der verantwortliche Redakteur „Martin Holland“ schreibt:
Als Geoengineering bezeichnet man bislang großräumige technische Eingriffe in Kreisläufe der Erde – besonders im Kampf gegen den Klimawandel. Zwar gibt es immer wieder Warnungen vor solchen Vorhaben und den damit verbundenen immensen Risiken. Trotzdem wird teilweise erwartet, dass Geoengineering angesichts der katastrophalen Folgen der Klimaerwärmung in den kommenden Jahrzehnten mindestens von einzelnen Nationen umgesetzt wird.
Um nicht nur heise.de zu würdigen: Die Berichterstattung zur kalifornischen Wahnidee erfolgte beispielsweise auch in ingenieur.de, t3n, Bild der Wissenschaft und watson.ch – in verschiedenen Ausprägungen.
Schlusswort: Diese weltweite Jubel-Berichterstattung zeigt ebenso auf, dass die weitverbreitete, sektenähnliche Panik, Kondensstreifen am Himmel wären künstliches Geoengineering, nach wie vor ins Reich der Mythen und Märchen von Geschäftemachern und Betrügern zu verbannen ist. Die sogenannte „Wissenschaft“ rechnet, prüft, modelliert und träumt – aber sie ist nicht in der Lage, weltweit das Wetter zu verändern oder ebenso weltweit und permanent flächendeckend Wolken zu erzeugen. Die verrückten Wissenschaftler aus Kalifornien sind nicht auf dem Stand der weltweiten Wolkenforschung. Kondensstreifen aus Flugzeugen stehen im Verdacht, die Erderwärmung zu beschleunigen, nicht etwa zu verlangsamen. Mein Ratschlag: Haben Sie, liebe Leser, keine Angst vor den Wolken, beschäftigen Sie sich mit realen Problemen wie korrupten und kriminellen Politikern vor Ihrer Nase und sorgen Sie dafür, dass sie nie wieder gewählt werden.






