Sie sollen bald unsere Fabriken bevölkern, Pakete sortieren und irgendwann sogar den Haushalt übernehmen. In Peking erlitt ein humanoider Roboter kürzlich allerdings eine an einen epileptischen Anfall erinnernde Fehlfunktion: Beim gemeinsamen Cheerleading brach er zuckend und strampelnd zusammen. Auch beim Zusammenlegen von Hemden kämpft die Roboterrevolution noch mit erheblichen Problemen.
Mitten in einer Cheerleading-Vorführung bei den zweiten World Humanoid Robot Games in Peking fiel am 25. August plötzlich einer der humanoiden Teilnehmer zu Boden. Während seine neun Kollegen unbeirrt weitertanzten, lag der Aussteiger auf dem Boden und zuckte vor sich hin. Mitarbeiter liefen zu dem gestürzten Roboter und bemühten sich, ihn zu stoppen. Aufnahmen des Vorfalls dokumentieren die kuriose Szene. Ob Nervenzusammenbruch, ein Fall von Montag oder ein gescheiterter Breakdance-Versuch: Die Diagnose des „Humanoiden“ ist nicht überliefert.
Cheerleader robot went crazy during the performance.
— clankr (@clankrmedia) August 24, 2026
Engineers could barely stop it. pic.twitter.com/ielPyty22P
Mehr als 2.000 Roboter im Wettkampf
Dabei sind die World Humanoid Robot Games aber durchaus ernst gemeint. Vom 22. bis 26. August fanden die zweiten Spiele im Pekinger Bezirk Chaoyang statt. Nach Angaben der Veranstalter nahmen 666 Teams mit mehr als 2.000 Robotern teil. Auf dem Programm standen unter anderem Sprint, Fußball, Gewichtheben und Cheerleading sowie praktische Aufgaben aus Industrie und Alltag.
Humanoider Roboter wird von humanoiden Roboter-Cheerleader abgelenkt und fällt die Treppe runter. 🤭
— Stepsen 🇩🇪🇪🇺 (@stepsenmccool) August 25, 2026
Sie sind uns bereits ähnlicher als wir glauben.
😬😬 pic.twitter.com/4zrCYsFPLE
Die Fortschritte sind durchaus beeindruckend. Beim 100-Meter-Sprint der humanoiden Roboter erreichte der chinesische Tiangong Ultra eine Zeit von 8,64 Sekunden. Andere Teilnehmer hatten deutlich größere Schwierigkeiten, nach dem Zieleinlauf rechtzeitig zum Stillstand zu kommen; bei Zusammenstößen mit den Begrenzungen flogen teilweise sogar Funken.
Schnell laufen funktioniert also schon ziemlich gut; rechtzeitig damit aufzuhören, fällt mitunter noch schwer.
Der Endgegner: Hemden
Noch beruhigender für alle, die angesichts künstlicher Intelligenz bereits ihre Kündigung erwarten, ist der Blick auf alltägliche Arbeiten. Auf der World Robot Conference in Peking versuchte ein Roboter beispielsweise mehrere Minuten lang, ein Hemd zusammenzulegen. Die Demonstration endete alles andere als souverän.
Das klingt lächerlich, hat aber einen ernsthaften technischen Hintergrund. Stoff ist für Roboter schwierig zu handhaben, weil er keine feste Form besitzt und sich bei jeder Berührung verändert. Greifen, Ausrichten und Falten verlangen deshalb Fähigkeiten, die Menschen beinahe nebenbei beherrschen, Robotersystemen aber erhebliche Probleme bereiten.
Selbst moderne Versuchsroboter können für einzelne Wäschestücke noch mehrere Minuten benötigen. Gleichzeitig versuchen Unternehmen, die Systeme mit immer größeren Mengen unterschiedlicher Kleidungsstücke zu trainieren, damit sie nicht nur ein zuvor bekanntes Handtuch, sondern die chaotische Realität eines Wäschekorbs bewältigen können.
Immerhin: Der Mensch bleibt demnach wohl vorerst konkurrenzfähig.
