Netto Null: Brüssels Krieg gegen unsere Lebensgrundlagen

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Brüssel verkauft Elektroautos, Windkraftwerke und Batteriespeicher als Ausweg aus der Welt von Öl und Gas. Doch diese Rohstoffe treiben nicht nur Motoren und Heizungen an – sie bilden eine Grundlage unserer gesamten Wirtschaft. Wer sie aus dem System drängt, trifft auch die Chemieindustrie, Düngemittel, Medikamente, Hightech-Produkte und selbst jene „grünen“ Technologien, die sie angeblich ersetzen sollen. „Netto Null“ ist keine harmlose Energiewende, sondern der Marsch in Mangelwirtschaft und China-Abhängigkeit.

Brüssel hat die sogenannte Klimaneutralität bis 2050 gesetzlich verordnet. Seit April 2026 steht auch der verschärfte Zwangspfad fest: Bereits 2040 müssen die Netto-Treibhausgasemissionen um 90 Prozent gegenüber 1990 sinken. Deutschland will die EU-Vorgabe trotzdem um fünf Jahre vorziehen, Österreich sogar um zehn. Verkehr, Wärme, Landwirtschaft, Stromerzeugung und Industrie sollen sich gefälligst den Emissionstabellen der Eurokraten unterwerfen. Was danach von Europas Wirtschaft übrig bleibt, scheint in Brüssel niemanden sonderlich zu interessieren.

Das Elektroauto ist dabei nur das sichtbarste Symbol dieses Größenwahns. Verbrenner weg, Batterien her. Gasheizungen weg, Wärmepumpen her. Kohle- und (zumindest in Deutschland) Kernkraftwerke weg, Windräder, Solarpaneele und riesige Stromspeicher her. Die Klimafanatiker tun so, als ließen sich Hunderte Millionen Maschinen und Anlagen problemlos austauschen, während Rohstoffversorgung, Stromnetze und Industrie unverändert weiterlaufen. Doch diese Rechnung geht nicht einmal auf dem Papier auf, wenn man alle benötigten Materialien zusammenzählt.

Selbst die Internationale Energieagentur zerstört das Märchen von der öl- und gasfreien Zukunft. In ihrem eigenen „Netto-Null“-Szenario werden im Jahr 2050 weiterhin rund 24 Millionen Barrel Öl pro Tag benötigt. Drei Viertel davon sollen vor allem in der Petrochemie landen. Dazu kommen jährlich 920 Milliarden Kubikmeter Erdgas, etwa die Hälfte davon für die Wasserstoffproduktion. Mit anderen Worten: Selbst einer der wichtigsten Stichwortgeber der globalen Energiewende kommt in seinen Planungen nicht ohne jene Rohstoffe aus, deren Förderung die Klimapolitik gleichzeitig abwürgen will.

Ohne Öl läuft auch die „grüne“ Welt nicht

Erdöl ist kein Stoff, den man ausschließlich in Fahrzeugtanks kippt. Es steckt in Kunststoffen, Lacken, Klebstoffen, Lösungsmitteln, Schmiermitteln, Reifen, Kabeln, Textilien, Medikamenten, medizinischen Geräten und unzähligen elektronischen Bauteilen. Auch Solaranlagen, Batterien und Elektroautos benötigen petrochemische Produkte. Praktisch jedes moderne Windrad enthält gewaltige Mengen an Kunstharzen, Kunststoffen, Schmiermitteln und Kabelisolierungen. Ohne Öl gäbe es einen großen Teil der pseudogrünen Welt überhaupt nicht.

Doch Brüssel bekämpft die Ölwirtschaft, als könne man die gewünschten Produkte später einfach aus dem Rohöl herauszaubern. Raffinerien produzieren jedoch nicht wahlweise nur das politisch genehme Bitumen, Schmieröl oder chemische Ausgangsmaterialien und lassen Benzin und Diesel verschwinden. Sie erzeugen ein ganzes Bündel miteinander verbundener Produkte. Wird die europäische Kraftstoffnachfrage mit Verboten und CO2-Abgaben zerstört, verlieren auch Raffinerien und petrochemische Anlagen ihre wirtschaftliche Grundlage. Dann kommt das benötigte Material eben aus China, Indien oder dem Nahen Osten. Die Produktion bleibt (zudem wegen der sinkenden Nachfrage nach Benzin und Diesel) auf niedrigerem Niveau, nur Europas Industrie ist weg.

Noch verheerender ist der Angriff auf das Erdgas. Rund 70 Prozent des weltweit produzierten Ammoniaks werden für Düngemittel verwendet. Mehr als 70 Prozent dieser Ammoniakproduktion beruhen auf Erdgas, das dabei nicht nur die Hitze liefert, sondern auch den benötigten Wasserstoff. Rund 170 Milliarden Kubikmeter Gas werden dafür jährlich verbraucht. Wenn man diesen Rohstoff verteuert oder verknappt, trifft man nicht irgendeinen verzichtbaren Industriezweig. Man trifft damit direkt die globale Nahrungsmittelproduktion. Die Rechnung ist dabei brutal einfach: Teures Gas macht Dünger teuer. Teurer Dünger wird sparsamer eingesetzt. Die Erträge sinken, Lebensmittelpreise steigen und arme Länder werden zuerst vom Hunger getroffen. Europas Klimafanatiker werden trotzdem weiter über nachhaltige Landwirtschaft und globale Gerechtigkeit schwadronieren. Bezahlen müssen Bauern, Konsumenten und jene Menschen, deren tägliches Brot (oder Reis) plötzlich unerschwinglich wird.

Natürlich hat der grüne Zauberkasten auch dafür eine Lösung: „grüner Wasserstoff„. Dafür braucht man allerdings zusätzliche Kraftwerke, Elektrolyseure, Speicher, Verdichter, Pipelines, Wasseraufbereitungsanlagen und Unmengen an Strom. Bislang gibt es nicht auch nur ansatzweise eine funktionierende Methode, mit der man den „grünen Wasserstoff“ zu wettbewerbsfähigen Preisen produzieren, transportieren und lagern könnte. Auch die angebliche Rettung durch CO2-Abscheidung zerfällt an der Größenordnung. Wollte man den heutigen Öl- und Gasverbrauch damit klimaneutral rechnen, wären laut IEA im Jahr 2050 rund 26.000 Terawattstunden Strom allein für diese Technik nötig – mehr als der gesamte weltweite Stromverbrauch des Jahres 2022. Das ist keine Energiepolitik. Das ist ein ideologisches Wolkenkuckucksheim.

Der große Kampf um die Batterierohstoffe

Die sogenannte Energiewende beendet den immensen globalen Rohstoffverbrauch nicht. Ganz im Gegenteil, bläht sie ihn sogar noch auf. Ein typisches Elektroauto benötigt laut IEA rund sechsmal so viele mineralische Rohstoffe wie ein konventioneller Wagen. Eine Windkraftanlage an Land verschlingt je Einheit installierter Leistung etwa neunmal so viel an essentiellen Mineralien wie ein Gaskraftwerk. Dazu kommen Stromleitungen, Transformatoren, Umspannwerke, Ladestationen und Speicher. Der „grüne“ Umbau läuft nicht mit Sonne, Wind und guten Absichten, sondern mit Kupfer, Lithium, Nickel, Graphit, Mangan, Kobalt und Seltenen Erden.

Und alle wollen dieselben Materialien. Im Jahr 2025 wurden bereits rund 1,2 Terawattstunden Batteriekapazität allein in Elektrofahrzeugen verbaut. Mehr als 70 Prozent des weltweiten Lithium-Ionen-Batteriemarktes entfielen auf Elektroautos, weitere 15 Prozent auf Stromspeicher. Hinzu kommen Smartphones, Laptops, Medizintechnik, Rechenzentren, KI-Anlagen, Drohnen, Roboter und militärische Systeme. Jeder Akku, den Brüssel in einen zwei Tonnen schweren Elektro-SUV zwingt, fehlt möglicherweise beim Stromspeicher, im Rechenzentrum oder in einem anderen wichtigen Bereich.

Nach dem „Netto-Null“-Szenario der IEA soll die jährliche Batterienachfrage allein für Elektrofahrzeuge bis 2035 auf rund neun Terawattstunden hochschießen. Das wäre mehr als siebenmal so viel wie 2025. Gleichzeitig sollen unzählige neue Stromspeicher die immensen Produktionsschwankungen von Wind und Sonne abfangen. Dazu kommen die wachsenden Ansprüche von Digitalisierung, KI und Rüstungsindustrie. Woher die benötigten Rohstoffe kommen sollen, bleibt das große Geheimnis der grünen Planwirtschaft.

Professor Gautam Kalghatgi weist in einem Artikel darauf hin, dass die offizielle Elektroauto-Rechnung bereits bei der Herstellung und Nutzung schöngefärbt wird. Batteriefertigung, Rohstoffabbau, Fahrzeuggewicht, Strommix, Lebensdauer und Entsorgung verschwinden regelmäßig hinter dem schönen Etikett „emissionsfrei“. Ein schweres Elektroauto startet mit einem gewaltigen ökologischen Rucksack und muss diesen erst einmal über viele Jahre abfahren. Doch selbst diese Bilanz greift noch zu kurz. Sie berücksichtigt nicht, was geschieht, wenn Elektroautos, Netzspeicher, Windkraftwerke, Elektronik und Rüstung gleichzeitig um dieselben begrenzten Materialien kämpfen.

Die IEA erwartet beim Kupfer bereits für 2035 eine Versorgungslücke von rund 25 Prozent. Auch beim Lithium klafft trotz mehrerer neuer Projekte weiter ein Loch zwischen Angebot und erwartetem Bedarf. Kobalt verteuerte sich infolge der Exportbeschränkungen der Demokratischen Republik Kongo um rund 130 Prozent. Die Lithiumpreise haben sich binnen eines Jahres zeitweise mehr als verdoppelt. Und angesichts der anhaltend wachsenden Nachfrage ohne ein ausreichend steigendes Angebot, werden die Preise für diese Rohstoffe in absehbarer Zeit kaum sinken. So sieht sie aus, die angeblich sichere und billige Energiezukunft.

Grüner Kolonialismus und chinesische Kontrolle

Natürlich könnten neue Minen erschlossen werden. Doch dann müssten weitere riesige Landschaften umgegraben, gewaltige Mengen Gestein zerkleinert und die Erze unter Einsatz von Wasser, Energie und Chemikalien verarbeitet werden. Dafür braucht man schwere Dieselmaschinen, Sprengstoffe, Reifen, Schmiermittel und petrochemische Produkte. Die grüne Welt soll also mithilfe jener Ölindustrie aus dem Boden gebuddelt werden, die man gleichzeitig bekämpft. Mehr Widerspruch geht kaum. In Europa will man solche Minen möglichst nicht sehen. Das Graben, Sprengen, Vergiften und Verwüsten überlässt man lieber Afrikanern, Südamerikanern und Asiaten. Dort sind die Löhne niedriger, Umweltauflagen schwächer und Kinderarbeit lässt sich leichter aus dem moralischen Blickfeld schieben. Anschließend fahren Europas Besserverdiener mit (auf allgemeine Steuerzahlerkosten) staatlich geförderten Elektroautos durch die Innenstädte und halten sich für Retter des Planeten.

Das Recycling wird dieses Rohstoffloch zudem über mehrere Jahrzehnte nicht schließen. Zwischen dem Einbau einer Fahrzeugbatterie und ihrer partiellen Rückkehr in den Wertstoffkreislauf liegen laut IEA etwa 15 Jahre. Die heute benötigten Rohstoffe müssen deshalb zuerst gefördert werden. Und selbst beim Recycling hat Europa den Anschluss verpasst: Mehr als 85 Prozent der weltweiten Batterierecyclingkapazitäten befinden sich bereits in China.

Das Reich der Mitte produziert inzwischen mehr als 80 Prozent aller Batterien. Es dominiert Graphit, Kathoden- und Anodenmaterialien, Seltene Erden und wichtige Teile der Metallverarbeitung. Nahezu sämtliche in der EU verwendeten Lithium-Eisenphosphat-Batterien kamen 2025 direkt oder bereits eingebaut aus China. Gleichzeitig waren chinesische Batteriepacks im Durchschnitt 35 Prozent billiger als europäische. Die europäischen Autobauer sollen also ihre jahrzehntelang aufgebaute Stärke beim Verbrennungsmotor wegwerfen und ausgerechnet auf jenem Feld gegen China antreten, das Peking längst kontrolliert.

Brüssel verkauft diesen Irrsinn als Unabhängigkeit von Öl und Gas. Tatsächlich tauscht Europa eine breit gestreute Versorgung durch zahlreiche Förderländer gegen die Abhängigkeit von einigen wenigen Rohstoffstaaten und vor allem von China. Die kommunistische Führung in Peking hat längst gezeigt, wie diese Macht eingesetzt wird. Exportbeschränkungen bei Seltenen Erden zwangen ausländische Automobilwerke bereits zur Drosselung oder zeitweisen Einstellung ihrer Produktion. Weitere Kontrollen betreffen Graphitanoden, Kathodenmaterialien und sogar Anlagen zur Batterieherstellung.

Damit schließt sich der Kreis des grünen Wahnsinns. Wind- und Solaranlagen benötigen Stromnetze und Speicher. Netze und Speicher benötigen Kupfer und Batterien. Minen und Raffinerien benötigen Öl, Gas und zuverlässigen Strom. Die Landwirtschaft benötigt Erdgas für Dünger. Selbst Windräder, Elektroautos und Wärmepumpen benötigen petrochemische Produkte. Die neue Welt hängt damit genau an jener alten Welt, die Brüssel aus ideologischen Gründen mit aller Macht zerstören will.

Die Eurokraten können Raffinerien, Chemiewerke, Motorenfabriken und Stahlhütten aus Europa vertreiben. Sie können deren Produkte anschließend aus China oder Indien importieren und die „guten“ europäischen Emissionsstatistiken feiern. Sie können jedoch weder die Naturgesetze abschaffen noch Rohstoffe per Verordnung erschaffen. Wenn die geförderten Mengen nicht reichen, entscheiden am Ende Preis und Macht darüber, wer Batterien, Dünger, Medikamente und Energie erhält.

„Netto Null“ ist deshalb kein technisches Zukunftsprojekt, das nur etwas besser geplant werden müsste. Es ist ein ideologischer Angriff auf die materielle Grundlage unseres Wohlstands. Entweder der Klimawahn wird beendet, bevor Europas industrielle Substanz vollends zerstört ist – oder die Ziele werden durch Deindustrialisierung, Verknappung und Verarmung erreicht. Auf null gesetzt wird dann tatsächlich etwas: der ohnehin schon bescheidene Wohlstand der breiten Bevölkerung.

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