Antiisraelische Mythen des linken Mainstreams – Teil 2: Bevölkerungsaustausch & arabische Angriffe

Symbolbild: KI

Als Ursache des israelisch-palästinensischen Konflikts wird in der linksliberalen Öffentlichkeit stets die „Nakba“ von 1948 präsentiert. Dieser selektiven und einseitigen proarabischen Darstellung sollen hier historische Fakten entgegengestellt werden. Teil 1 zeichnete die Entwicklung der Region Israel/Palästina bis zur Gründung des jüdischen Staates 1948 nach. Dabei wird auch deutlich, dass es niemals in der Geschichte einen palästinensischen Staat gegeben hat, sondern das Gebiet über etwa zwei Jahrtausende Teil größerer Reiche war.

Die arabische „Nakba“

Der Krieg 1948/49 zwischen Israel und diversen arabischen Nachbarstaaten wurde von der arabischen Seite begonnen. Etwa 700.000 palästinensische Araber bezahlten dafür mit der sogenannten „Nakba“ (= Katastrophe), das heißt dem Verlust ihrer bisherigen Heimat.

Zurückgeführt werden Flucht und Vertreibung in der öffentlichen Darstellung meist ausschließlich auf Gewalttaten der Zionisten. Die gab es auch tatsächlich in einzelnen Fällen, durchgeführt meist von Milizen wie Lechi und Irgun. Am bekanntesten, am „schlimmsten“ und von den „Palästinensern“ und ihren linken westlichen Sprachrohren am häufigsten angeführt ist das sogenannte „Massaker von Deir Yasin“, bei dem 107 Araber getötet wurden.

Dabei sind allerdings auch einige Aspekte anzuführen. Bei Deir Yasin handelte es sich um einen strategisch wichtigen Ort auf einem Hügel bei Jerusalem, in dem arabische Milizionäre zuvor die jüdischen Häuser gesprengt und sich in Häusern anderer Zivilisten verschanzt hatten. Die von den jüdischen Angreifern bewusst offen gelassenen Fluchtkorridore nutzten nur 200 der 600 Einwohner. Lechi evakuierte sogar fünf Stunden nach Beginn der Kämpfe noch 40 alte arabische Männer, Frauen und Kinder aus dem Ort. Dann warfen die jüdischen Angreifer Handgranaten in die Häuser, aus denen arabische Kämpfer feuerten. Dabei kamen auch zahlreiche Zivilisten ums Leben. Zuerst eigene Terroraktionen, dann Zivilisten als Schutzschilde für die eigenen „Helden“ und schließlich die armen Opfer spielen – das wird also nicht in Gaza zum ersten Mal veranstaltet.

Außerdem waren jüdische Angriffe gegen arabische Zivilisten eine Reaktion auf die zahllosen Anschläge von Arabern gegen Juden. Letztere hatten oftmals keinerlei militärische Aspekte, sondern nur das Ziel, Juden zu töten. Als Beispiel kann das Massaker von Cheikh Jarrah genannt werden, in dessen Verlauf 70 jüdische Ärzte und Krankenschwestern eines Ambulanzkonvois erschossen wurden. Die israelische Seite war sicherlich nicht immer zimperlich, betrieb aber keine Politik der gezielten Ermordung arabischer Zivilisten. Die Flucht von Arabern infolge der Kämpfe wurde allerdings teilweise wohl gerne in Kauf genommen.

Fluchtursachen

Dass die arabische Fluchtbewegung nicht nur auf Übergriffe von Zionisten zurückzuführen ist, zeigt auch der zeitliche Ablauf. Bereits Monate vor Deir Yasin und kleineren ähnlichen Fällen haben sich in einer ersten Phase von Dezember 1947 bis März 1948 etwa 30.000 Angehörige der palästinensischen Oberschicht, also Landbesitzer, Geschäftsleute und Selbstständige, ins arabische Ausland abgesetzt und damit die Moral der arabischen Bevölkerung untergraben.

Die zweite und wichtigste Phase, von April bis Juni 1948, wurde ausgelöst durch arabische Panik nach den israelischen militärischen Erfolgen. Manche Orte wurden von arabischen Einheiten evakuiert. Teilweise floh die arabische Bevölkerung auf eigene Faust. Zur Verblüffung der israelischen Kommandanten verließ der Großteil der führungslosen arabischen Einwohner die eingenommenen Städte Tiberias, Safed, Jaffa und Haifa.

Dabei hatte in Haifa der jüdische Bürgermeister, Chabtai Levy, seine arabischen Mitbürger inständig gebeten, in der Stadt zu bleiben. Auch die israelische Unabhängigkeitserklärung wandte sich an „die in Israel lebenden Araber mit dem Aufrufe, den Frieden zu wahren und sich aufgrund voller bürgerlicher Gleichberechtigung und entsprechender Vertretung in allen provisorischen und permanenten Organen des Staates an seinem Aufbau zu beteiligen“.

Vermutlich haben große Teile der arabischen Bevölkerung dieses Angebot durch den Filter der Propaganda der eigenen Führung nicht gekannt oder nicht geglaubt – oder auch befürchtet, dass ihnen ein Schicksal droht, wie es umgekehrt Azzam Pascha, der Vorsitzende der Arabischen Liga, den Juden angekündigt hatte, nämlich die brutale Vertreibung. Und es hatte ja tatsächlich auch einige Anschläge von zionistischen Extremisten gegeben.

Ein wesentlicher Grund für die Flucht – und ein Aspekt, der noch zu diskutieren sein wird – dürfte auch die Weigerung gewesen sein, unter einer nicht-muslimischen und besonders einer jüdischen Herrschaft zu leben.

Ein Hinweis darauf ist, dass die christlichen Araber zu großen Teilen nicht geflohen sind, etwa in Galiläa. In einer letzten Phase ab Ende 1948 hat die israelische Armee aus militärischen Motiven die Bewohner einiger Grenzdörfer ins Landesinnere transferiert.

Bevölkerungsaustausch

Insgesamt wurden etwa 55 Prozent der damals 1,2 Millionen arabischen Einwohner durch die Auseinandersetzungen 1947/49 entwurzelt. Viele davon lebten weiter in den Gebieten des ehemaligen britischen Mandatsgebietes, die nun zu Ägypten oder Jordanien gehörten, also in Palästina. Viele andere landeten in den Nachbarländern und wurden dort in grenznahen Lagern untergebracht.

Für diese Menschen war die Niederlage im von der eigenen arabischen Seite begonnenen Krieg tatsächlich eine Katastrophe. Sie wird in den allermeisten Medien – im Mainstream ebenso wie im alternativen Bereich – als die Ursache des bis heute andauernden israelisch-arabischen Konflikts gesehen. Das ist wohl ein Teil der Wahrheit, aber auch eine einseitige und enge Sicht auf die Vorgänge.

Ausgeblendet wird dabei, was zeitgleich im arabischen Raum geschah. Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg, also kurz nach dem Holocaust, aber noch Jahre vor der israelischen Staatsgründung, hatte sich im arabischen Raum eine neue Welle antisemitischer Gewalt entwickelt, die im November 1945 in antijüdischen Pogromen in Syrien, Ägypten und Libyen gegipfelt war.

Während des israelisch-arabischen Krieges 1948/49 und danach kam es in der islamischen Welt zu einer Welle von Übergriffen gegenüber den dort lebenden jüdischen Minderheiten. Gewalttätige Ausschreitungen gab es unter anderem in Aden, Aleppo, Peschawar, Isfahan, Bahrain, Kairo, Beirut, Tripolis und Oujda. Dem folgte eine Welle staatlicher Repressionen in Ägypten und dem Irak. Die Bürgerrechte der jüdischen Einwohner wurden Schritt für Schritt beschnitten, es kam zu Massenverhaftungen tausender Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit.

Infolgedessen flohen während des Krieges und danach rund 900.000 Juden aus muslimischen Ländern, von denen etwa 550.000 in Israel landeten. Vertrieben wurden circa 260.000 Juden aus Marokko, 140.000 aus Algerien, 90.000 aus Tunesien, 80.000 aus Ägypten, 140.000 aus dem Irak und 60.000 aus dem Jemen. Heute leben in arabischen Ländern noch maximal 4.500 Juden, und das unter sehr prekären Verhältnissen. Diese rigorosen ethnischen Säuberungen waren viel weitgehender als in Israel, wo 156.000 palästinensische Araber im Land bleiben konnten und die Vorfahren von heute 1,2 Millionen arabischen Israelis sind.

De facto fand hier ein Bevölkerungsaustausch statt. Die orientalischen Christen haben die Möglichkeit verpasst, sich ein Gebiet vor der muslimischen Expansion zu sichern und dort alle Christen aus der arabischen Welt zusammenzufassen; stattdessen werden sie von Ägypten über Syrien bis in den Irak fast überall verfolgt und immer mehr marginalisiert. Bei arabischen Gebietsansprüchen gegenüber Israel müssten dann Juden ihrerseits Gebiete in Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten, dem Irak und im Jemen für sich reklamieren können.

Israelische Stabilisierung

Der Zustrom der Juden aus den arabischen Ländern verdoppelte fast die jüdische Einwohnerzahl Israels. Dazu kam weiter eine Einwanderung von Juden aus Europa. So kamen von 1947 bis 1950 etwa 250.000 Holocaust-Überlebende ins Land. Gemeinsam mit dem militärischen Sieg 1948/49 führte das zu einer demografischen und politischen Stabilisierung des Landes. Sowohl Hebräisch als auch Arabisch wurden zu Landessprachen erklärt (eine Großzügigkeit, die es unter arabischer Herrschaft nicht gibt).

Die umliegenden arabischen Staaten standen Israel trotz des geschlossenen Waffenstillstands weiterhin feindselig gegenüber. Es folgte ein bis in die 1990er Jahre andauernder Boykott Israels durch die Arabische Liga. Das sorgte für eine anhaltend ökonomisch prekäre Position Israels, sodass sich Israel wirtschaftlich auf Westeuropa und die USA ausrichtete. Gleichzeitig verfolgte das Land eine sehr interventionistische und zu Beginn staatssozialistisch geprägte Wirtschaftspolitik. Noch bis 1959 mussten Konsumgüter wie Lebensmittel, Treibstoffe, Möbel, und Bekleidung rationiert werden.

Israel finanzierte sich vor allem durch Wirtschaftshilfe und Spenden, etwa aus den USA. Gegen innenpolitischen Widerstand wurde 1952 ein Vertrag mit Westdeutschland geschlossen, welches Israel eine beträchtliche wirtschaftliche Unterstützung durch die Bundesrepublik als eine Wiedergutmachung von Verbrechen des Nationalsozialismus zusagte.

Arabische Kriegsvorbereitungen

Da sich Ägypten unter Präsident Gamal Abdel Nasser in der Suez-Krise 1956 gegenüber Großbritannien, Frankreich und Israel erfolgreich behauptete, stieg das arabische Selbstbewusstsein wieder an. Im Mai 1967 sperrte Ägypten die Straße von Tiran für die israelische Schifffahrt und ließ etwa 100.000 Soldaten an der israelischen Grenze aufmarschieren.

Kombiniert wurde das Ende Mai mit einer offenen Kriegsrhetorik der arabischen Staaten. Syriens Präsident Nureddin al-Atassi sprach von einem „totalen Krieg“, „der die zionistische Basis zerstören wird“. Der syrische Verteidigungsminister Hafiz al-Assad verkündete, seine Streitkräfte seien bereit, „die zionistische Anwesenheit im arabischen Heimatland in die Luft zu jagen“ und einen „Vernichtungskrieg zu führen“.

Radio Kairo meldete: „Unsere Geduld ist zu Ende. Wir werden uns nicht mehr bei den Vereinten Nationen über Israel beklagen. Ab jetzt herrscht der totale Krieg gegen Israel, und er wird zur Auslöschung des Zionismus führen.“ Und Nasser fügte kurz vor Kriegsausbruch hinzu: „Unser grundlegendes Ziel ist die Vernichtung Israels. Das arabische Volk will kämpfen.“ „Die Heere von Ägypten, Jordanien, Syrien und Libanon sind an den Grenzen Israels aufmarschiert. Sie werden die Herausforderung annehmen. (…) Die Stunde der Entscheidung ist da. Die Zeit der Erklärungen ist vorbei, die des Handelns gekommen.“

Am 4. Juni 1967 trat der Irak dem Militärbündnis von Ägypten, Jordanien und Syrien bei, und der irakische Präsident Abd ar-Rahman Arif erklärte: „Die Existenz Israels ist ein Fehler, der korrigiert werden muss. Dies ist die Gelegenheit, die Schmach auszulöschen, die man uns seit 1948 angetan hat. Unser Ziel ist klar: Israel von der Landkarte wegzufegen.“

Überraschender Sieg im Sechs-Tage-Krieg 1967

Diese Vernichtungsfantasien gegenüber dem jüdischen Staat erwiesen sich allerdings rasch als großspurige Ankündigungen. Am 5. Juni 1967 kam Israel dem sich abzeichnenden gemeinsamen Angriff Ägyptens, Syriens und Jordaniens durch einen Präventivschlag zuvor.

Mit einem Überraschungsangriff der israelischen Luftwaffe wurden die meisten der 385 modernen ägyptischen Flugzeuge noch am Boden zerstört. Die ebenfalls modernen, aber weniger zahlreichen syrischen und jordanischen Luftstreitkräfte wurden in ähnlichem Umfang dezimiert. Dadurch erreichte Israel die vollständige Luftüberlegenheit.

Am 6. und 7. Juni konnten die israelischen Truppen durch den kombinierten Einsatz von Fallschirmjägern, Luftangriffen, Artillerie und Panzern den zahlenmäßig weit überlegenen ägyptischen Truppen eine vernichtende Niederlage zufügen. Gleichzeitig wurde die jordanische Armee, die Westjerusalem und Tel Aviv beschossen hatte, aus dem Westjordanland getrieben und am 9. und 10. Juni wurden die syrischen Truppen in den strategisch wichtigen Golanhöhen in die Flucht geschlagen.

Nach nur sechs Tagen kontrollierten die Israelis den Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel, das Westjordanland, Ostjerusalem und die Golanhöhen und waren kurz davor, in Kairo, Amman und Damaskus einzumarschieren. Am 11. Juni wurde unter internationalem Druck ein Waffenstillstand unterzeichnet.

Etwa 200.000 Palästinenser flohen aus den nun israelisch besetzten Gebieten. In arabischen Staaten entlud sich die Wut über die Niederlage an den wenigen verbliebenen Juden. In Ägypten, Jemen, Libanon, Tunesien und Marokko wurden jüdische Zivilisten gelyncht, verhaftet und ihre Synagogen angezündet.

Bereits am 19. Juni 1967, neun Tage nach dem Sieg im Sechstagekrieg, beschloss das israelische Kabinett die Vorlage eines Friedensangebots an Syrien und Ägypten. Über amerikanische diplomatische Kanäle bot Israel die Rückgabe der Golanhöhen an Syrien und die Rückgabe des Sinais an Ägypten an, unter der Bedingung, dass beide Länder Israels Existenzrecht anerkennen und weitere Angriffe unterlassen würden.

Darauf reagierte im August 1967 eine Gipfelkonferenz aller arabischen Staaten, die ihre weitere Politik auf drei klare „Nein“ festlegten: „Kein Frieden mit Israel, keine Verhandlungen mit Israel, keine Anerkennung Israels.“

PLO und Jom-Kippur-Krieg 1973

Israel setzte in den kommenden Jahren auf den intensiven Bau staatlich geförderter Wehrdörfer und Siedlungen im Westjordanland. Dabei ging es um „strategische Tiefe“ und bessere Verteidigungsfähigkeit des sehr schmalen Landes. Obwohl nur Ostjerusalem offiziell und die Golanhöhen de facto annektiert wurden, deutete dies auf den Willen hin, diese Gebiete längerfristig zu kontrollieren.

Nach der neuerlichen schmachvollen Niederlage der arabischen Armeen 1967 bekam unter den Palästinensern die 1964 gegründete Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) immer mehr Zulauf. Sie agierte mit Unterstützung der Sowjetunion, der es mit dem „Antizionismus“ um die Schwächung des Westens ging. War bisher von „Arabern“ die Rede, erfanden PLO und sowjetische Propaganda nun den Begriff der „Palästinenser“ als Träger eines „nationalen Befreiungskampfes gegen den Imperialismus“.

Die PLO setzte verstärkt auf terroristische Aktionen, darunter Angriffe auf Flughäfen und Flugzeuge. Am spektakulärsten war der – in der Vorbereitung mithilfe deutscher Neonazis durchgeführte – Angriff auf die israelische Olympiamannschaft in München im September 1972, bei dem elf israelische Sportler und ein Polizist ermordet wurden.

1973 riskierten arabische Staaten dann nochmals eine militärische Konfrontation mit Israel. Am 6. Oktober starteten Ägypten und Syrien zu Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, einen Überraschungsangriff auf dem Sinai und den Golanhöhen. Während der ersten zwei Tage rückten die arabischen Streitkräfte vor, danach aber kam die israelische Armee auf Touren, die zunächst ihre Truppen hatte mobilisieren müssen.

Nach der zweiten Kriegswoche waren die Syrer vollständig aus den Golanhöhen abgedrängt worden. Im Sinai waren die Israelis unterdessen zwischen zwei ägyptischen Armeen durchgebrochen, hatten den Sueskanal überschritten und eine ganze ägyptische Armee abgeschnitten, bevor der von der UNO erzwungene Waffenstillstand am 24. Oktober 1973 in Kraft trat und die besiegten Araber einigermaßen rettete.

Die israelischen Siege von 1967 und 1973 gegen numerisch weit überlegene Armeen können nicht nur auf von den USA gelieferte Waffen zurückgeführt werden, sondern auch auf die hohe Motivation und Professionalität der jüdischen Soldaten. Demgegenüber hat die arabische Seite oft durch martialische antisemitische Vernichtungsabsichten und Massaker an Zivilisten geglänzt. Vom Heldentum war in der Regel nicht viel übrig, sobald man bewaffneten Juden gegenüberstand.

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