Die politisch verordnete Energiewende läuft auf Hochtouren. Doch das ist nicht alles. In den vergangenen Wochen kam es vor allem in der Schweiz zu einer auffälligen Serie von schweren Dachstuhlbränden. Der gemeinsame Nenner: Überall waren Photovoltaikanlagen installiert. Die Schäden gehen bereits in die Hunderttausende. Experten warnen nun vor den oft verschwiegenen Risiken bei Installation und Unterhalt.
Die Liste der Vorfälle allein aus den letzten Wochen in zwei Schweizer Kantonen, über die der Schweizer Tagesanzeiger berichtet, liest sich wie eine Brandchronik des Solarbooms: Ende Juni brach auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses mit Photovoltaikanlage in Laax (Kanton Graubünden) ein verheerendes Feuer aus. Keine drei Tage später stiegen dichte Rauchwolken und Flammen aus dem Dach eines Mehrfamilienhauses in Zizers (GR). Nur zwei Tage danach geriet das nächste Solardach in Disentis (GR) in Brand. Fast zeitgleich kämpfte die Feuerwehr in Elgg im Kanton Zürich gegen Flammen im Dachstock eines Schulhauses – ebenfalls mit einer Photovoltaikanlage bestückt.
Glücklicherweise wurde bei dieser jüngsten Brandserie niemand verletzt, doch die materiellen Schäden belaufen sich auf immense Summen. Die Behörden und offiziellen Verbände beeilen sich naturgemäß zu beschwichtigen. Die Vereinigung der Kantonalen Gebäudeversicherungen (VKG) erklärt die Zunahme der Brände schlicht mit der schieren Masse der neu installierten Anlagen. Zwischen 2017 und 2025 hat sich die Zahl der PV-Anlagen laut dem Dachverband Swissolar auf über 350.000 verfünffacht. Wo mehr Technik verbaut wird, brennt es eben statistisch häufiger – so das Narrativ.
Die Schwachstellen: nicht die Module, sondern die Verkabelung
Interessant ist der Blick auf die Ursache solcher Feuer. Entgegen der landläufigen Meinung gehen die Brände laut Gebäudeversicherern nur selten von den Solarmodulen selbst aus. Das Problem liegt demnach an einer anderen Stelle. Experten betonen, dass die Ursachen meist bei fehlerhaften Kabelverbindungen oder Defekten an Komponenten liegen, die aufgrund der ständig wechselnden thermischen und physischen Belastung auf dem Dach versagen.
Der immense Druck auf den Markt führt offenbar dazu, dass bei der Montage geschlampt wird. Die Komponenten sind permanent extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt – von sengender Sommerhitze bis zu klirrender Kälte. Wenn hier Steckerverbindungen nicht präzise montiert sind, entstehen Lichtbögen, die das umliegende Material in Brand stecken. Die Fachleute mahnen daher: Wer sich schützen will, muss bei der Planung und dem Bau die komplexen Brandschutzvorschriften extrem genau einhalten. So müssen beispielsweise die äußersten Schichten von Flach- und Steildächern, auf denen Solaranlagen installiert werden, absolut unbrennbar sein.
Verschwiegene Kosten: Höhere Versicherungsprämien für Hausbesitzer
Was in den Hochglanzbroschüren der Solar-Lobbyisten gerne verschwiegen wird: Eine Solaranlage ist kein reines Renditeobjekt, sondern erhöht das Risikoprofil einer Immobilie spürbar. Dies schlägt sich direkt in den laufenden Kosten nieder. Die Gebäudeversicherungen bitten die Eigentümer zur Kasse, da das Brand- und Elementarschadenrisiko steigt. Bei der Gebäudeversicherung Luzern beispielsweise beträgt laut dem Tagesanzeiger-Bericht die Mehrprämie 0,51 Promille des Versicherungswerts des Gebäudes inklusive Solaranlage. Auch Privatversicherer wie die Mobiliar berechnen die Prämien für PV-Anlagen individuell auf – für ein normales Einfamilienhaus kommen so schnell zusätzliche Fixkosten hinzu.
Ein weiteres, massives Problem betrifft die Rettungskräfte. Solaranlagen produzieren Strom, sobald Licht auf sie fällt – sie lassen sich nicht einfach so per Schalter ausknipsen. Auch gibt es keinen Sicherungsschutz für solche Panels. Für die Feuerwehr bedeutet dies im Ernstfall extreme Gefahr durch stromführende Bauteile. Doch da die Verbauung solcher Anlagen nur selten dokumentiert wird, wissen die Feuerwehrleute oftmals nicht, wo die Leitungen und andere Teile überhaupt verbaut wurden.
Wie man deutlich erkennt, hat der Solarboom auch für die Hausbesitzer seine Schattenseiten und nicht nur für das Stromnetz. Höhere Versicherungsprämien und eine deutlich gestiegene Brandgefahr inklusive. Da stellt sich die Frage, ob die CO2-Emissionen solcher Gebäudebrände auch mit in die Statistik der Klimafanatiker einfließen.






