Am Sonntag wurde die Badeidylle im Freibad Auenheim bei Kehl jäh zerstört: Eine riesige Gruppe erklomm die Zäune und stürmte das Bad. Die Polizei musste das gesamte Schwimmbad räumen. Medienberichte zeichnen derweil ein recht harmloses Bild: Es solle sich um „Männer aus Frankreich“ gehandelt haben, die unter anderem Mülleimer geleert hätten.
Kehl liegt östlich von Straßburg nahe an der französischen Grenze. Am Sonntag soll eine große Männergruppe aus dem Nachbarland versucht haben, ohne zu bezahlen aufs Gelände des Freibads im Stadtteil Auenheim zu gelangen. Schließlich kletterten die 50 bis 60 Männer kurzerhand über den Außenzaun.
Es sei zu „verbalen Auseinandersetzungen mit dem Sicherheitspersonal“ gekommen und die Männer hätten „Mülleimer geleert“. Außerdem hielten die Eindringlinge sich nicht an die Baderegeln und weigerten sich, auf Aufforderung der Security das Bad zu verlassen. Die Polizei musste anrücken und das Schwimmbad räumen, wobei „die Störenfriede den Ort unerkannt verlassen“ hätten.
RTL ordnet unter Berufung auf die „Stuttgarter Nachrichten“ ein: Im Elsass gebe es nur wenige Freibäder. 70 bis 80 Prozent der Badegäste in Kehl kämen daher aus Frankreich. „Die allermeisten verhielten sich tadellos, betonte eine Sprecherin der Stadt nach Vorfällen im Jahr 2019, sprach damals jedoch auch von einer Häufung von Auffälligkeiten“, so liest man dort. Die Horde von 60 Männern ist natürlich entschuldigt, wenn es doch anderswo zu wenig Freibäder gibt, so scheint es.
Praktischerweise lässt man eine Information unter den Tisch fallen: Äußerlich wurde die Gruppe als „nordafrikanisch“ beschrieben. Das berichtet die „Welt„, die bei der Polizei nachhakte. Diese wiederum beruft sich auf Zeugenaussagen.
Wegen vorangegangener Vorfälle muss man Eintrittskarten für das Bad vorab online kaufen. Auch der Zugang zum Freibad wird seither stärker kontrolliert. Ein Badeverbot für ausländische Gäste schließt die Stadt aber ausdrücklich aus.
Erinnerung an Schweizer Freibad
In der Schweiz hatte man vergangenen Sommer in einem Bad nahe der französischen Grenze rigoros ein Zutrittsverbot für Ausländer verhängt. (Inzwischen gilt für Ausländer dort nur mehr ein doppelt so hoher Eintrittspreis wie für Einheimische.) Auch da sprachen Medienberichte von „Franzosen“, die für Unmut sorgten. Ein Nationalrat der Schweizerischen Volkspartei stellte damals klar: „Es sind junge Männer aus den Maghreb-Staaten, Syrien und Afghanistan. Sie treten in Gruppen auf und belästigen andere Menschen, vor allem junge Frauen, systematisch.“
