Sehr viele Menschen hatten Bedenken hinsichtlich der experimentellen Genspritzen, die während der Corona-Jahre verteilt wurden. Mehr noch schwangere Frauen, die sich nicht nur um ihre eigene Gesundheit Sorgen machten. Wie berechtigt solche Fragen damals waren, zeigen nun ausgerechnet Nachrichten auf Anthony Faucis Diensthandy: Während der damalige NIAID-Chef intern über ein mögliches Fehlgeburtsrisiko nach der zweiten mRNA-Dosis diskutierte, beruhigte er wenige Tage später öffentlich die Bevölkerung. Von seinen eigenen Bedenken erfuhren die Frauen nichts.
Im Gegensatz zu Ursula von der Leyen, deren SMS-Verkehr mit Pfizer-Chef Albert Bourla bis heute nicht vollständig nachvollziehbar ist und wegen dessen Nichtauffindbarkeit selbst die EU-Kommission vor Gericht eine Niederlage kassierte, ließ ein US-Senatsausschuss das Dienst-iPhone von Anthony Fauci auswerten. Der Europäische Gerichtshof stellte 2025 fest, dass die Kommission weder plausibel erklären konnte, warum die Nachrichten nicht auffindbar waren, noch hinreichend geklärt hatte, ob sie gelöscht wurden. Bei Fauci dagegen liegen nun mehr als 34.000 Textnachrichten und 522 Sprachnachrichten vor. Und bereits die ersten veröffentlichten Fundstücke haben es in sich.
So auch in Bezug auf die Sicherheit der experimentellen mRNA-Genspritzen für schwangere Frauen. Intern diskutierte Fauci Ende Januar 2021 ausdrücklich darüber, dass heftige Impfreaktionen und Fieber nach der zweiten Dosis im ersten Schwangerschaftsdrittel theoretisch Fehlgeburten begünstigen könnten. Gegenüber der Öffentlichkeit hieß es wenig später dagegen, es gebe bislang „keine roten Flaggen“.
Am 25. Januar 2021 schrieb Vivek Murthy, der wenig später US-Surgeon-General wurde, an Fauci und Rochelle Walensky, die kurz darauf die Leitung der CDC übernahm. Murthy wollte wissen, ob es Gründe gebe, Schwangere eher früh oder spät in der Schwangerschaft gegen Covid zu impfen – und wann endlich belastbarere Sicherheitsdaten vorliegen würden. Immerhin waren Schwangere aus den entscheidenden Zulassungsstudien weitgehend ausgeschlossen worden. Trotzdem lief die Impfkampagne bereits, Tausende werdende Mütter hatten die Präparate erhalten.
Walensky verwies auf mehr als 15.000 Schwangere im CDC-Überwachungssystem V-safe. Fauci schrieb zunächst, ihm seien weder Daten noch theoretische Gründe bekannt, die für einen bestimmten Impfzeitpunkt innerhalb der Schwangerschaft sprächen. Er erwähnte zugleich die Sorgen von Frauen, sich gerade zu Beginn der Schwangerschaft eine „genetische“ Impfung verabreichen zu lassen. Dann hörte Fauci sich weiter um. Knapp zwei Stunden später meldete er sich erneut: Es gebe einen weiteren Punkt, den Murthy und Walensky kennen müssten. Viele Menschen hätten nach der zweiten Dosis starke Immunreaktionen (Cytokinsturm) und Fieber. Dies könne theoretisch mit Fehlgeburten im ersten Schwangerschaftsdrittel assoziiert werden.
NEW: Dr. Fauci was concerned in January 2021 that the second dose of the COVID shot “theoretically could be associated with miscarriage in the 1st trimester.”
— Senator Ron Johnson (@SenRonJohnson) August 10, 2026
@SenRandPaul and I released the texts between Anthony Fauci, Rochelle Walensky, and Vivek Murthy below.
While I’ve… pic.twitter.com/jktB1PxfPL
Walensky wischte Faucis Einwand keineswegs vom Tisch. Das sei „definitiv ein guter Punkt“, gerade nach der zweiten Dosis, antwortete die spätere CDC-Chefin. Die drei Spitzenvertreter der amerikanischen Corona-Politik diskutierten also intern genau jene Unsicherheiten, über die besorgte Schwangere damals gerne mehr gewusst hätten. Die Datenlage war dünn, die Zulassungsstudien lieferten für Schwangere kaum Antworten und Fauci selbst hielt ein Fehlgeburtsrisiko zumindest theoretisch für möglich.
Neun Tage später waren Faucis Bedenken öffentlich kein Thema mehr
Am 3. Februar 2021 trat Fauci bei einer Online-Fragerunde des Journal of the American Medical Association auf. Auf die Sicherheit der Corona-Impfungen für Schwangere angesprochen, räumte er zwar ein, dass diese aus den Zulassungsstudien ausgeschlossen worden waren. Dann kam die Botschaft, die bei den Menschen hängenbleiben sollte: Mehr als 10.000 Schwangere seien inzwischen geimpft worden und die FDA habe bislang „keine roten Flaggen“ festgestellt. Kein Wort darüber, dass Fauci neun Tage zuvor selbst ein mögliches Fehlgeburtsrisiko im ersten Schwangerschaftsdrittel angesprochen hatte. Kein Wort darüber, dass Walensky seinen Einwand für berechtigt hielt.
Fauci fügte zwar hinzu, man müsse vorsichtig sein. Die öffentliche Botschaft war trotzdem eindeutig: keine Warnsignale. Im weiteren Verlauf des Jahres wurden aus der vorsichtigen Beruhigung immer deutlichere Impfempfehlungen. Ende August erklärte Fauci bereits, bei Zehntausenden beobachteten Schwangeren gebe es „keinerlei Hinweis“ auf mehr unerwünschte Ereignisse und es sei „ziemlich klar“, dass Schwangere geimpft werden sollten.
Dabei wussten Fauci und Walensky zu diesem Zeitpunkt längst, dass die angebliche Schutzwirkung keineswegs so wasserdicht war, wie sie der Bevölkerung verkauft wurde. Report24 berichtete bereits 2023 über interne Nachrichten vom Januar 2021, in denen Walensky mit NIH-Chef Francis Collins über sogenannte Impfdurchbrüche sprach und ausdrücklich erwähnte, dass auch Fauci darüber informiert werde. Trotzdem erklärte sie Ende März öffentlich, Geimpfte trügen das Virus nicht in sich und würden nicht krank. Man hatte die Öffentlichkeit einfach weiter dreist angelogen.
Die WHO war vorsichtiger – und Murthy fürchtete um das „Vertrauen“
Noch entlarvender ist der nächste Teil des Nachrichtenverlaufs. Am 26. Januar machte Murthy seine beiden Kollegen darauf aufmerksam, dass die Weltgesundheitsorganisation wegen fehlender Daten von einer Moderna-Impfung Schwangerer abriet. Seine Reaktion ist bemerkenswert: Er fragte nicht zuerst, ob diese Zurückhaltung medizinisch vielleicht ihre Berechtigung hatte. Ihn beschäftigte, was eine solche WHO-Erklärung mit dem Vertrauen schwangerer Frauen anstellen könnte. Die WHO-Erklärung sei sehr deutlich formuliert und könne „dem öffentlichen Vertrauen schwangerer Frauen erheblich schaden“, schrieb Murthy.
Das öffentliche Vertrauen rückte damit ausdrücklich in den Mittelpunkt. Man hatte eine dünne Datenlage, man diskutierte mögliche Risiken und zugleich machte man sich Sorgen, eine allzu vorsichtige Botschaft könne die Impfbereitschaft beschädigen. Fauci antwortete Murthy, bei Impfstoffen mit fehlenden Daten für Schwangere müsse man mögliche Risiken gegen den Nutzen abwägen. Covid könne gerade für Schwangere schwer verlaufen, mehr als 10.000 Frauen seien bereits geimpft worden und bislang seien keine Probleme aufgefallen. Auch Tierversuche hätten keine roten Flaggen geliefert. Intern konnte Fauci also durchaus differenziert über Wissenslücken, Risiken und Nutzen sprechen. Warum diese Offenheit gegenüber den Frauen, die ihre eigene Entscheidung treffen mussten, deutlich geringer ausfiel, darf sich jeder selbst beantworten.
Monate später gab Fauci selbst zu: Belastbare Daten fehlten noch immer
Besonders schön wird es im Juni 2021. Da startete Faucis eigenes NIAID die sogenannte MOMI-VAX-Studie, um die Corona-Impfung während und nach der Schwangerschaft überhaupt genauer zu untersuchen. Fauci erklärte bei der Ankündigung der Studie, Zehntausende schwangere und stillende Frauen hätten sich bereits impfen lassen. Dann folgte der entscheidende Satz: Es fehlten weiterhin robuste prospektive klinische Daten für diese Personengruppe. Die neue Untersuchung solle diese Wissenslücken schließen und künftige Empfehlungen sowie persönliche Entscheidungen besser informieren.
Man muss sich die zeitliche Reihenfolge auf der Zunge zergehen lassen. Im Januar diskutierte Fauci intern ein mögliches Fehlgeburtsrisiko. Im Februar verkündete er öffentlich „keine roten Flaggen“. Die Impfkampagne für Schwangere lief weiter. Und noch im Juni erklärte derselbe Fauci, belastbare klinische Daten fehlten weiterhin. Doch trotz dieser Wissenslücken und all der fehlenden Daten wurde die Kampagne fortgesetzt.
34.000 Nachrichten könnten Fauci noch einige unangenehme Tage bescheren
Bislang haben Rand Paul und Ron Johnson nur einen winzigen Ausschnitt aus Faucis Diensthandy veröffentlicht. Insgesamt enthält die forensische Kopie nach Angaben der Senatoren mehr als 34.000 Textnachrichten und 522 Sprachnachrichten. Seltsam ist zudem, dass auf dem Telefon lediglich drei Kontakte mit Namen gespeichert sein sollen. Bei allen anderen Nachrichten erscheinen nur Telefonnummern. Ob Daten gelöscht wurden, lässt sich laut Johnson bislang noch nicht sagen.
Das dürfte die Senatoren eine Weile beschäftigen. Zumal Fauci selbst derzeit wenig Lust verspürt, beim Aufräumen der Corona-Jahre behilflich zu sein. Wie Report24 erst vor wenigen Tagen berichtete, berief sich der ehemalige NIAID-Chef bei einer Anhörung vor dem Senat 111 Mal auf den Fifth Amendment und verweigerte damit Antworten, die ihn selbst hätten belasten können. Der zuständige Ausschuss empfahl anschließend mit republikanischer Mehrheit weitere Schritte wegen Missachtung des Kongresses.
Während Corona war Fauci selten um eine Antwort verlegen. Er erklärte den Amerikanern, wann sie Masken tragen sollten, welche Kontakte sie meiden mussten und wer sich gefälligst impfen lassen sollte. Heute, da Senatoren seine eigenen Nachrichten lesen können, ist der frühere Corona-Zar auffallend schweigsam. Vielleicht antwortet sein iPhone ja für ihn.






