Monaco-Bombenlegerin nahe Kiew erschossen – Ukraine-Geheimdienst involviert

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Das spektakuläre Bombenattentat auf den ukrainisch-jüdischen Multimillionär Vadym Jermolajew in Monaco nimmt eine dramatische und tödliche Wendung. Die 39-jährige Hauptverdächtige Anastasiia Beresowska, nach der per Interpol-Red-Notice weltweit gefahndet wurde, ist tot. Sie wurde nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew regelrecht hingerichtet. Die ukrainische Justiz hat zwei Tatverdächtige festgenommen – einer von ihnen ist ein aktiver Offizier des berüchtigten militärischen Geheimdienstes (HUR).

Die Ukraine scheint nach wie vor der Wilde Osten Europas zu sein. Es ist ein unübersichtlicher Sumpf aus Oligarchen-Fehden, organisierter Kriminalität und verschiedenen staatlichen Akteuren. Und mittendrin steckte die 39-jährige Anastasiia Beresowska, die für das Bombenattentat auf den ukrainischen Oligarchen Vadym Jermolajew und dessen Familie in Monaco verantwortlich gemacht wird. Wie das ukrainische Nachrichtenportal Ukrainska Pravda unter Berufung auf Strafverfolgungsbehörden berichtet, wurde ihre Leiche am späten Montagabend gegen 23:00 Uhr Ortszeit nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew entdeckt. Die Frau wurde erschossen. Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine bestätigte den Fund und die Identität der Toten inzwischen offiziell.

Um unerkannt aus dem Fürstentum am Mittelmeer zu entkommen, hatte sich Beresowska als Mann verkleidet. Ihre anschließende Fluchtroute quer durch Europa liest sich wie ein Krimi: Zu Fuß floh sie nach Frankreich, reiste per Auto über Italien weiter nach Deutschland. Auch eine heiße Spur nach Wien beschäftigte die Ermittler. Am Ende zog es sie jedoch zurück in die Ukraine – wo sie offenbar bereits von ihren Killern erwartet wurde.

Die Umstände ihres Todes zeigen die skrupellosen Methoden im Kiewer Machtapparat auf. Die ukrainische Polizei nahm im Zusammenhang mit dem Mord zwei Männer fest. Einer der Festgenommenen ist ein aktiver Offizier des Hauptdirektorats für Geheimdienste des ukrainischen Verteidigungsministeriums (HUR) – jener Behörde unter Kyrylo Budanow, die für verdeckte Operationen im In- und Ausland zuständig ist. Der zweite Verdächtige ist ein ehemaliger Strafverfolgungsbeamter. Der festgenommene HUR-Mitarbeiter soll laut Staatsanwaltschaft bereits gestanden haben, die Frau gemeinsam mit seinem Komplizen liquidiert zu haben. Weder die ukrainische Polizei noch der HUR wollten sich bislang offiziell zu dem Vorfall äußern.

Dass ausgerechnet ein aktiver Geheimdienstler die Attentäterin ausschaltet, nährt den dringenden Verdacht einer gezielten Zeugenbeseitigung im Auftrag mächtiger Hintermänner. Das Anschlagsopfer Jermolajew war 2023 unter ukrainische Sanktionen gestellt worden, weil er Geschäfte auf der russisch besetzten Krim betrieb. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Sein Sohn Artur war tief in das illegale, hochgradig organisierte Geschäft mit kriminellen Callcentern verstrickt, das europäische Rentner systematisch um ihre Ersparnisse bringt. Allein das Netzwerk, an dem Artur Jermolajew beteiligt war, soll Opfer um über 100 Millionen Euro erleichtert haben.

Er kaufte sich in Estland mit einer Millionen-Zahlung frei und ging mit einer milden Bewährungsstrafe nach Hause. Ein naheliegendes Motiv für den Anschlag in Monaco: Hat Artur im Gegenzug für den Deal Komplizen an die Behörden verraten? Gleichzeitig kursierten Berichte, wonach Oligarch Vadym Jermolajew plante, im EU-Parlament eine Konferenz über die massive Korruption in der Ukraine zu organisieren. Ging es also darum, ein politisches Leck zu stopfen, oder handelte es sich um eine brutale Abrechnung innerhalb der Callcenter-Mafia, die monatlich bis zu eine Milliarde Dollar umsetzt?

Was auch immer dahinter steckt, fest steht: Beresowska wusste zu viel. Mit ihrer Liquidierung durch einen HUR-Agenten auf ukrainischem Boden wurde sichergestellt, dass die wahren Drahtzieher im Dunkeln bleiben. Ob nun irgendwelche Regierungsstellen oder auch ein von Jermolajew in Auftrag gegebener Rachemord – möglich ist Vieles. Doch das ist die (staats-) mafiöse Realität in jener Ukraine, die von den Verfechtern des „Wertewestens“ unbedingt in die EU und in die NATO gebracht werden soll.

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