Bombenattentat in Monaco: Interpol jagt Ukrainerin, die sich als Mann verkleidet hat

Symbolbild: Die Terroristin von Monaco. (C) Report24 KI

Nur vier Tage nach dem Bombenanschlag auf einen ukrainisch-zypriotischen Oligarchen in Monaco fahndet Interpol bereits konkret nach einer Tatverdächtigen: Die 39-jährige Ukrainerin Anastasiia Berezovska, die in Deutschland lebt, soll als Mann verkleidet die Bombe gezündet haben.

Von Richard Schmitt

Eine als Mann getarnte Person mit schwarzem Fischerhut deponierte in der Nacht auf Dienstag einen Rucksack mit einem improvisierten Sprengsatz. Kurz darauf explodierte die Bombe, die Explosion war im ganzen Fürstentum zu hören. Von den Schrapnellen schwer verletzt wurden der ukrainisch-zypriotische Geschäftsmann Vadym Yermolajew (58), seine Partnerin Anna Nasobina (46) und deren Sohn (13).

Anna Nasobina wurden bei der Explosion beide Beine abgerissen, sie schwebt noch immer in Lebensgefahr. Yermolajew und sein Sohn erlitten ebenfalls schwere Verletzungen. Es handelt sich um den ersten dokumentierten Bomben-Anschlag in der 729-jährigen Geschichte Monacos.

Interpol veröffentlichte am heutigen Freitag eine internationale Sofortfahndung, eine Red Notice: Die Ukrainerin Anastasiia Berezovska, die gut Deutsch spricht und zuletzt im Raum Frankfurt gelebt haben soll, wird wegen versuchten Mordes, Platzierung einer Sprengvorrichtung mit krimineller Absicht und wegen krimineller Verschwörung gesucht. Die französischen und deutschen Behörden durchsuchten bereits eine Mietwohnung und ein Fahrzeug der Verdächtigen in Deutschland: Die Ukrainerin ist aber untergetaucht: Die Polizei geht davon aus, dass sie über Frankreich und Italien geflohen sein könnte.

Vadym Yermolajew zählte zu den reichsten Ukrainern: Der nun in Monaco lebende Oligarch machte sein Vermögen mit Immobilien-Deals. 2017 gab er die ukrainische Staatsbürgerschaft auf und wurde zypriotischer Staatsbürger. Seit dem Jahr 2023 steht er auf der ukrainischen Sanktionsliste aufgrund seiner Geschäfte auf der von Russland annektierten Krim. Er gehörte zum sogenannten „Monaco-Bataillon“ – also zu jener Gruppe ukrainischer Oligarchen und Geschäftsleute, die nach Kriegsbeginn an die Côte d’Azur zogen.

Sein ältester Sohn Artur wurde 2025 in Zypern festgenommen, weil er mutmaßlich betrügerische Callcenter organisiert haben soll.

Monacos stellvertretender Staatsanwalt Morgan Raymond berichtete gegenüber Medien von der Professionalität der Tat: Die komplexe Sprengvorrichtung und die Vorbereitung deuten darauf hin, dass Anastasiia Berezovska nicht allein gehandelt hat. Ob die Bombenlegerin mit einem Flüchtlings-Status in Deutschland lebte, ist noch nicht geklärt – falls dies jedoch der Fall sein soll, dann würde die ohnehin schon die Bundesregierung belastende Debatte über kriminelle Zuwanderer erneut befeuert werden.

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