Die niedersächsische AfD-Landtagsabgeordnete Vanessa Behrendt – ihres Zeichens ausgebildete Hundetherapeutin – wollte einer jungen Setter-Hündin aus dem Ausland ein neues Zuhause geben. Der fragliche Tierschutzverein lehnt aber ab: Behrendts politische Gesinnung passt den Verantwortlichen nicht. Da soll der Hund lieber in einem italienischen Tierheim bleiben.
So geht „Tierschutz“ im besten Deutschland: Man lässt Tiere lieber im Tierheim sitzen, statt sie in ausgebildete Hände zu geben. Das ist im Grunde nicht neu, da viele Tierheime durch von Städten oder Gemeinden gezahlte Tagessätze pro Tier von höherer Belegung finanziell profitieren. In diesem Fall ist der Grund aber ein anderer: Die AfD-Politikerin Vanessa Behrendt wollte einen Hund aus dem Auslandstierschutz adoptieren. Es handelte sich um eine Setter-Hündin aus Italien.
Behrendt, unter anderem bekannt für ihren Einsatz für den Kinderschutz und den Kampf gegen Kinderschänder, ist ausgebildete Hundetherapeutin und wollte der Hündin ein liebevolles Zuhause in Gesellschaft zweier weiterer Hunde geben. Also schrieb sie den Verein an.
Da lässt man einen ausgewachsenen Hund lieber in einem italienischen Tierheim versauern, anstatt ihn an eine AfD-Politikerin zu vermitteln, bei der er gemeinsam mit anderen Tieren ein liebevolles Zuhause gehabt hätte. Traurig, wenn politische Gesinnung wichtiger wird als… pic.twitter.com/Uv137Lvjf5
— Vanessa Behrendt MdL (@MdlBehrendt) October 1, 2026
Die Antwort auf ihre Anfrage laut Screenshot:
„Sicherlich ist Ihnen bewusst, dass wir Auslandstierschutz machen. Aufgrund Ihrer politischen Zugehörigkeit sehen wir von einer Adoption eines ausländischen Hundes an Sie ab!“
Das sorgte nicht bei der AfD-Abgeordneten für Erstaunen. Auch in den sozialen Netzen kochte das Thema rasch hoch. Gesinnungskontrolle beim Tierschutz: Das kommt schlecht an. Umwelt- und Tierschutz liegen zwar vielen Konservativen sehr am Herzen, man sollte aber eigentlich davon ausgehen können, dass hier Menschen über alle politischen Lager hinweg zusammenfinden können. Weit gefehlt?
Behrendt selbst konstatierte auf X: „Wenn die eigene Ideologie wichtiger ist als das Wohl der Tiere: Man lässt einen Hund lieber in einem ausländischen Tierheim versauern, als ihm ein liebevolles Zuhause zu schenken, bloß weil die politische Einstellung nicht passt.“ Sie verweist darauf, dass der Hündin diese wohl ziemlich egal wäre, und schreibt an das Tier, dass sie ihm gern ein Zuhause gegeben hätte.
Wenn die eigene Ideologie wichtiger ist als das Wohl der Tiere: Man lässt einen Hund lieber in einem ausländischen Tierheim versauern, als ihm ein liebevolles Zuhause zu schenken, bloß weil die politische Einstellung nicht passt. Der armen Maus wäre das wohl ziemlich egal. Es tut… pic.twitter.com/yNLH707D9f
— Vanessa Behrendt MdL (@MdlBehrendt) October 2, 2026
Eine Nutzerin auf X sprach mit ihrem Kommentar Hunderten anderen Usern aus der Seele: „Richtigen Tierschützern geht es ums Tier und nicht darum, die eigene ‚Haltung‘ zu zeigen.“ Im besten Deutschland geht die sogenannte Haltung aber in so manchen Gruppen über alles.
