Fußballfans hatten am Samstagabend das WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste in einer Hamburger Kneipe gesehen. Als sie sich anschließend auf den Heimweg machten, wurden sie übereinstimmenden Berichten zufolge von mindestens 30 vermummten Personen attackiert, die sie als „Nazi-Schweine“ beschimpften und mit Messern, Schlagstöcken und Reizgas auf sie losgingen.
Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, machten die Fußballfans sich nachts auf den Heimweg, nachdem sie das WM-Spiel in einer Darts-Kneipe in Barmbek-Nord verfolgt hatten. Gegen 0:40 Uhr trafen sie an der Fuhlsbüttler Straße auf eine Gruppe von „mindestens 30“ vermummten Personen.
Zeugen berichten von Schlagstöcken, Reizgas und Messern, mit denen die Angreifer auf die Fans losgingen. Die Opfer wurden demnach als „Nazi-Schweine“ beschimpft. Zwei Opfer erlitten Verletzungen und wurden in einer Klinik behandelt. Die Angreifer konnten flüchten. Trotz einer Fahndung mit mehreren Streifenwagen konnte kein einziger Täter gefasst werden; der Staatsschutz soll die Ermittlungen aufgenommen haben.
Auf Instagram wurde inzwischen ein Video veröffentlicht, in dem offenbar ein Opfer der Tat den Angriff schildert. Er beschreibt sogar 40 bis 50 Täter. Die Attacke geschah demnach unvermittelt: „Wir waren nach dem Deutschlandspiel auf dem Heimweg, sangen die Nationalhymne und wurden dann aus dem Nichts brutal attackiert. Keine Provokation von uns, keine Zeit zur Reaktion für uns. Mit den vom schwarzen Mob getätigten Schlachtrufen ‚Alerta alerta, Antifascista‘, ‚Nazi-Schweine‘ und ‚Rennt Faschos!‘ war sofort klar, dass es sich um gewalttätige Linksextremisten handelte.“
Man habe keine andere Möglichkeit gehabt, als „um unser Leben zu rennen“. Allerdings bemerkte man dann das Fehlen von zwei Freunden und eilte zurück: „Die Jungs wurden ‚zu Fall gebracht und dann mit Pfefferspray und Tritten gegen Rippen und Kopf‘ feige angegriffen. Die Angreifer versuchten noch Deutschlandschals zu klauen, versagten aber an einem einfachen Knoten und teilten sich dann auf. Die kurz darauf eingetroffene Polizei konnte keinen der Täter dingfest machen.“
Im zugehörigen Video prangert ein junger Mann an: „Es ist Fußballweltmeisterschaft und nicht einmal jetzt können einfache Bürger Schwarz-Rot-Gold tragen, ohne Gefahr zu laufen, von einem radikalen Schlägertrupp der Antifa gejagt zu werden.“
In den Kommentarspalten (beispielsweise unter einem Bericht der „Welt“ über den Angriff) kritisieren User die Polizei, die keine Täter ausfindig machen konnte, und prangern an, dass die linksgrüne Politik die extremistische Antifa gestärkt und gefördert habe. Viele ziehen Vergleiche zur WM 2006, in der in Deutschland noch ausgelassen die Erfolge der Nationalmannschaft gefeiert werden konnten. Am allgegenwärtigen Schwarz-Rot-Gold nahm damals niemand Anstoß.
