England und Wales zusammen haben die Marke von 62 Millionen Einwohnern überschritten. 94 Prozent des gesamten Bevölkerungszuwachses binnen eines Jahres gingen auf die Nettozuwanderung aus dem Ausland zurück. Geburten spielen für das Wachstum kaum noch eine Rolle – die Bevölkerung wird inzwischen fast vollständig durch Migration vergrößert.
Die britische Statistikbehörde ONS beziffert die kombinierte Bevölkerung Englands und Wales zum Stichtag Mitte 2025 auf rund 62 Millionen Menschen. Binnen zwölf Monaten kamen 224.900 Einwohner hinzu. Davon entfielen 211.700 auf die Nettozuwanderung aus dem Ausland. Der Überschuss der Geburten über die Todesfälle (auch hier vor allem von Migranten getragen) betrug dagegen nur noch 19.600 Menschen.
Bombshell new figures which show Britain has entered an entirely new demographic era. Statistics they don't want you to see. Population Growth in England 🇬🇧 & Wales 🏴 is no longer driven by the British people having children.
— ec●Politics 🇬🇧 🏴 (@ecPolitics_j) July 31, 2026
816,500 in just 12 mths.https://t.co/OT8qUsl4c2 pic.twitter.com/LMUtgXl9bp
Damit lieferte die Zuwanderung 94,1 Prozent des gesamten Bevölkerungswachstums. 816.500 Menschen wanderten innerhalb eines Jahres aus dem Ausland ein, während 604.800 das Land verließen. Gleichzeitig verloren England und Wales netto 5.900 Einwohner an Schottland und Nordirland. Ohne den Zustrom aus dem Ausland wäre das Bevölkerungswachstum praktisch zusammengebrochen.
Mehr als 800.000 Zuwanderer in einem Jahr
Zwar verweist man darauf, dass die Nettozuwanderung gegenüber dem Vorjahr gesunken sei, zumal es im Jahr zuvor noch 612.500 Personen gewesen waren. Doch die Zuwanderung bleibt mit gewaltigem Abstand nach wie vor der wichtigste Wachstumstreiber. Der Rückgang ändert nichts an den demografischen Tatsachen. Seit 1999 ist die Migration laut ONS die wichtigste Ursache des Bevölkerungswachstums. Davor wuchs die Bevölkerung hauptsächlich, weil mehr Menschen geboren wurden als starben.
The population of England and Wales was an estimated 62 million in mid-2025, up by 𝟮𝟮𝟰,𝟵𝟬𝟬 – from 61.8m in mid-2024. During the same period there were 𝟱𝟴𝟴,𝟬𝟬𝟬 births and 𝟱𝟲𝟴,𝟰𝟬𝟬 deaths, which contributed just 19,600 to the change. pic.twitter.com/ElXXRNaKtu
— Darren Fower ✊✊🏿🏴 (@Darren_Fower) July 30, 2026
Innerhalb einer Generation wurde aus einem Land mit überwiegend natürlichem Bevölkerungswachstum ein Staat, dessen Einwohnerzahl von den Entscheidungen der Migrationspolitik abhängt. Dabei kann nicht einmal von einem neuen Babyboom durch die Zuwanderung gesprochen werden. Die Zahl der Geburten fiel auf 588.000 und damit auf den niedrigsten Stand seit 1978. Die Todesfälle lagen bei 568.400. Das natürliche Bevölkerungswachstum lag damit gerade einmal bei 19.600 zusätzlichen Einwohner durch den Geburtenüberschuss.
Migration ersetzt schrumpfende Bevölkerung
Der demografische Umbau durch die Massenzuwanderung beschränkt sich längst nicht mehr auf London. Nach einer Auswertung des Politikwissenschaftlers Matt Goodwin wuchs die Bevölkerung in mehr als 130 Kommunen innerhalb eines einzigen Jahres um mindestens 1.000 Menschen. In 15 Gebieten kamen jeweils mehr als 3.000 Einwohner hinzu. In elf Kommunen lag der Beitrag der Nettozuwanderung bei mehr als 100 Prozent des gesamten Wachstums. Mehr als 100 Prozent bedeutet: Ohne Migration wäre die Bevölkerung dort geschrumpft. Todesfälle und Wegzüge wurden durch Zuwanderung nicht nur ausgeglichen, sondern überkompensiert.
My #icaewchartoftheweek for @ICAEW shows how the 62m people who live in England & Wales are distributed by @ONS statistical region, but with the Greater Manchester and West Midlands city-regions shown separately.
— Martin Wheatcroft FCA (@mwheatcroftfca) July 31, 2026
Read more: https://t.co/UwzMUnr9NP pic.twitter.com/hkTgPo6QDz
In Wolverhampton entsprach die Nettozuwanderung 429 Prozent des gesamten Bevölkerungszuwachses. In Bristol waren es 322 Prozent, in Slough 281 Prozent, in Derby 225 Prozent, in Reading 208 Prozent und in Bolton 177 Prozent. Diese Werte zeigen, dass hinter einem vergleichsweise kleinen Gesamtwachstum ein massiver Bevölkerungsaustausch stehen kann: Während Einwohner sterben oder fortziehen, kommen weit mehr Menschen aus dem Ausland hinzu. Die simple Veränderung der Einwohnerzahl selbst verschleiert damit einen erheblich größeren demografischen Umbau.
Die „Boris-Welle“ wirkt weiter
Noch deutlicher wird die Entwicklung beim Blick auf die Jahre 2020 bis 2025. In 102 Kommunen stieg die Einwohnerzahl in diesem Zeitraum um mindestens 10.000 Menschen. In 55 dieser Gebiete war die Nettozuwanderung für mindestens die Hälfte des gesamten Wachstums verantwortlich. In rund 100 Kommunen lag ihr Anteil sogar über 100 Prozent. Milton Keynes wuchs innerhalb von fünf Jahren um mehr als 25.000 Einwohner, davon gingen 60 Prozent auf Migration zurück. Coventry legte um mehr als 20.000 Einwohner zu. Dort entsprach die Nettozuwanderung 280 Prozent des gesamten Bevölkerungswachstums. Auch Städte wie Birmingham, Leicester, Norwich, Cardiff, Oldham, Walsall, Swansea und Stevenage wurden von dieser Entwicklung erfasst.
Der Politanalyst Matt Goodwin bezeichnet diese Jahre als „Boris-Welle“: Unter dem konservativen Premierminister Boris Johnson wurde die Zuwanderung nach dem Brexit nämlich nicht etwa eingedämmt, sondern auf neue Rekordhöhen getrieben. Die Herkunft verlagerte sich dabei zudem stärker auf Staaten außerhalb Europas. Der Brexit beendete die Massenzuwanderung nicht – Westminster organisierte sie lediglich nach eigenen Regeln weiter. Und das hieß, weniger Europäer und dafür mehr Afrikaner und Asiaten.
The population of England and Wales continued to grow in the year to mid-2025, reaching an estimated 62.0 million people, an estimated increase of 0.4% (224,900) from mid-2024, the lowest rate of increase since mid-2020.
— Office for National Statistics (ONS) (@ONS) July 29, 2026
Read more ➡️ https://t.co/2OkC05Fmmu pic.twitter.com/TZ6hsP41ji
Selbst London verzeichnete übrigens erstmals seit 2021 wieder einen Bevölkerungsrückgang. Obwohl es dort mehr Geburten als Todesfälle und weiterhin internationale Nettozuwanderung gab, zogen noch mehr Menschen in andere Teile Großbritanniens weg. Die Einwohnerzahl der Hauptstadt sank deshalb um 0,29 Prozent. Auch Wales schrumpfte erstmals seit 2015 und verlor rund 2.800 Einwohner. Der internationale Zustrom und die Binnenabwanderung laufen gleichzeitig ab. Migranten ziehen in die großen Städte, während Teile der bisherigen Bevölkerung ins Umland oder in andere Regionen ausweichen. Von dort breitet sich der demografische Druck weiter aus. Die Massenzuwanderung verändert daher nicht nur die Demografie der unmittelbaren Zielorte, sondern verschiebt die Bevölkerungsverhältnisse im ganzen Land.
In immer mehr britischen Städten vollzieht sich damit ein permanent laufender Bevölkerungsaustausch. Jene Briten die umziehen können, tun es auch. Gleichzeitig übernehmen die Zuwanderer deren Häuser und Wohnungen. Je stärker ein Stadtviertel umgevolkt wird, desto größer wird auch der Abwanderungsdruck unter der dort lebenden autochthonen Bevölkerung. Dominierte früher die Landflucht in die Städte, fliehen heutzutage die echten Briten aufs Land. Doch irgendwann wird diese Rückzugsstrategie aufgrund der sich massiv verändernden Mehrheitsverhältnisse im Land auch nicht mehr aufgehen.






