100-km/h-Sturm: ORF verlor sich in Hitzerekorden

(C) Report24/KI

Der ORF hatte am Freitag vor allem eines zu melden: Hitze. Die Sturmfront, die wenige Stunden später mit mehr als 100 km/h über Oberösterreich fegte, Bäume umwarf, Dächer beschädigte und Menschen verletzte, war dem Gebührensender kaum mehr als einen Nebensatz wert. Andere Wetterdienste hatten längst Alarm geschlagen.

Am Freitagabend krachte es in Oberösterreich gewaltig. In Wolfsegg am Hausruck wurden Böen mit 102 km/h gemessen, in Enns waren es 94, in Kremsmünster 92 km/h. Große Äste brachen ab, Bäume stürzten um, Dächer wurden beschädigt und Stromleitungen gekappt. Rund 4.000 Anschlüsse waren zeitweise ohne Elektrizität, die Feuerwehren mussten zu knapp 100 Einsätzen ausrücken.

In einem Gastgarten in Wels-Neustadt stürzte ein schwerer Kastanienast auf Gäste. Mindestens eine Person musste vom Rettungsdienst behandelt werden, eine weitere wurde vor Ort versorgt. Nach bisherigem Stand gab es glücklicherweise keine Todesopfer. Angesichts der umstürzenden Bäume und herumfliegenden Äste war dies beinahe schon ein Wunder.

Andere warnten – der ORF beschwichtigte

Überraschend kam die Sturmfront nicht. Private Wetterdienste hatten schon zuvor vor einer gefährlichen Druckwelle gewarnt. Nicht bloß vor ein paar möglichen Gewittern, sondern ausdrücklich vor schweren Sturmböen, die auch dort auftreten konnten, wo gar kein Gewitter niederging. Doch eben das machte die Lage so gefährlich: Viele Menschen rechneten nur mit Regen und Donner, nicht mit einer Windwalze, die binnen Sekunden Äste von den Bäumen reißt. Beim ORF klang das ganz anders. Dort war von einer „nur geringen“ Gewittergefahr die Rede. Am Abend könne von Bayern her vielleicht ein Gewitter auftauchen, hieß es sinngemäß. In Gewitternähe seien vorübergehend auch Sturmböen möglich. Eine klare Warnung der Bevölkerung sieht anders aus.

Natürlich wird man sich beim ORF nun darauf berufen, das Wort „Sturmböen“ sei doch gefallen. Irgendwo, in einem Nebensatz, eingebettet in eine grundsätzlich beruhigende Prognose: „Im Lauf des Nachmittags entstehen Quellwolken und vor allem im Bergland einige Regenschauer und Gewitter und in der Nähe von Gewittern sind auch Sturmböen möglich.“, hieß es beim Wetterbericht. Damit lässt sich hinterher jede Verantwortung abstreifen. Für die Menschen draußen macht es jedoch einen gewaltigen Unterschied, ob das öffentlich-rechtliche Fernsehen (mit nach wie vor einer hohen Reichweite bei den Nachrichten) vor einer gefährlichen Sturmfront warnt oder lediglich erwähnt, dass es eventuell irgendwo etwas stärker blasen könnte.

Für Hitze war genug Platz vorhanden

Für den neuen Julirekord von 39,6 Grad fand der ORF dagegen sofort die große Bühne. Die Hitze wurde prominent vermeldet, ideologisch brav eingeordnet und mit den inzwischen üblichen Klimaapokalypse-Meldungen versehen. Dafür ist beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk immer Platz. Denn solche Temperaturen lassen sich den Narrativen entsprechend dramatisieren, politisch ausschlachten und tagelang wiederholen. Hier der Tweet des ORF-Meteorologen Manuel Oberhuber – ebenfalls ohne Unwetterwarnung:

Die Meldung eines möglichen heftigen Unwetters, welches noch am selben Abend tatsächlich über Teile Oberösterreichs hereinbrechen sollte, blieb dagegen im Hintergrund. Dabei hätte eine deutliche Warnung vielleicht dafür gesorgt, dass weniger Leute in Gefahr geraten wären. Menschen hätten Gastgärten früher verlassen, Autos nicht unter Bäumen abgestellt, Gartenmöbel und lose Gegenstände gesichert oder Ausflüge auf Seen rechtzeitig beendet. Denn dafür gibt es eigentlich solche Wetterwarnungen.

Zwangsgebühren für öffentlich-rechtliches Versagen

Besonders dreist wird die Sache durch die Finanzierung des ORF. Die Österreicher können – im Gegensatz zu Netflix, Amazon Prime oder anderen privaten Angeboten – diesen Sender nicht einfach kündigen, wenn sie mit dessen Leistung unzufrieden sind. Der ORF-Beitrag wird gesetzlich eingehoben. Dafür werden pro Hauptwohnsitz 15,30 Euro im Monat fällig – das sind immerhin 183,60 Euro im Jahr. Dieses Geld wird auch von jenen Menschen abkassiert, die den ORF weder sehen noch hören wollen und auch dessen anderen Dienste nicht nutzen.

Der Sender muss nicht um Abonnenten kämpfen, keine Kunden überzeugen und keine Konsequenzen fürchten, wenn andere Anbieter schneller, präziser und näher an der Realität berichten. Das Geld der Österreicher kommt ohnehin. Gerade deshalb wäre eine klare Gefahrenwarnung wohl das Mindeste, was die Gebührenzahler erwarten dürfen. Ein Apparat, der jedes Jahr mit hunderten Millionen Euro zwangsfinanziert wird, sollte bei einer herannahenden Sturmfront nicht von kleinen Wetterseiten, privaten Meteorologen und regionalen Beobachtern vorgeführt werden.

Niemand verlangt, dass der ORF jeden umstürzenden Baum Tage im Voraus berechnet. Wetterprognosen bleiben immer mit bestimmten Unsicherheiten verbunden. Doch hier war die Gefahr eigentlich bekannt. Andere warnten vor einer Sturm- und Druckwelle, der ORF sprach von einer geringen Gewittergefahr und versteckte mögliche Sturmböen im Nebensatz. Dies zeigt jedoch deutlich auf, welche Themen im öffentlich-rechtlichen Medienbetrieb Priorität genießen. Der Hitzerekord passte perfekt in das politische Dauerthema Klima und wurde entsprechend groß präsentiert. Die akute Gefahr für die Menschen in Oberösterreich bekam dagegen kaum Aufmerksamkeit.

«Odette»: Der neue Roman vom widerständen Bestsellerautor Akif Pirinçci – JETZT versandkostenfrei bestellen!


Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal: