Eigentlich soll die alljährliche „Fête de la Musique“ Frankreichs große Sommernacht sein: kostenlose Konzerte, Menschen auf Straßen und Plätzen, ausgelassene Stimmung bis tief in die Nacht. Doch die 45. Feier des landesweiten Musikfestes am Sonntag entwickelte sich in Teilen des Landes erneut zu einem Polizeieinsatz mit zahlreichen Übergriffen, Festnahmen und sogar Berichten über Spritzenattacken. Besonders in Paris und dem Umland kam es zu schweren Zwischenfällen.
Laut französischen Polizeiberichten gab es im Jahr 2025 insgesamt 371 Festnahmen, 305 Polizeigewahrsamnahmen und mindestens 145 gemeldete Spritzenattacken beim alljährlichen landesweiten Musikfestival „Fête de la Musique“. 2026 setzt sich dieses Muster fort – die vorläufige Bilanz wurde bereits von zunächst 243 auf mindestens 268 Festnahmen nach oben korrigiert und dürfte wohl noch weiter steigen. In der Hauptstadt und ihrer Umgebung waren rund 5.000 Polizisten und Gendarmen sowie 2.500 Feuerwehrleute im Einsatz. Trotzdem häuften sich in der Nacht zum Montag Meldungen über Schlägereien, Diebstähle, Sachbeschädigungen und Attacken auf Besucher. Wie üblich wird die Herkunft der Täter von Polizei und Medien zumeist verschwiegen. Doch wie schon bei ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit darf davon ausgegangen werden, dass es sich hierbei vorwiegend um Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten handeln dürfte.
🇫🇷 France’s annual Fête de la Musique descended into anarchy overnight.
— Europa.com (@europa) June 22, 2026
Police arrested 243 people nationwide after a night that saw two stabbings, two reported rapes, multiple sexual assaults and more than 10 women attacked with syringes.
There were 148 arrests in Paris alone… pic.twitter.com/rHoW3HCErM
In Paris wurden mehrere Fälle gemeldet, bei denen Frauen angaben, mit einer Nadel gestochen worden zu sein. Ob dabei tatsächlich Substanzen injiziert wurden, ist bislang unklar und Gegenstand der Ermittlungen. Diese Vorfälle sorgen für besondere Unruhe, weil es bereits bei der Fête de la Musique 2025 landesweit zahlreiche ähnliche Anzeigen gegeben hatte. Auch bei den Sexualdelikten ist die Bilanz erschütternd. In Gagny, einem Vorort nordöstlich von Paris, wurde ein 48-Jähriger festgenommen, nachdem er bei einem Konzert ein zwölfjähriges Mädchen sexuell angegriffen haben soll. In Nogent-sur-Marne meldete eine 15-Jährige einen sexuellen Übergriff im Umfeld der Feierlichkeiten; der mutmaßliche Täter soll geflüchtet sein.
🔴🇫🇷 𝗙𝗟𝗔𝗦𝗛 𝗜𝗡𝗙𝗢 — De nombreuses voitures garées dans les rues de Paris ont été complètement détruites par des jeunes lors de la Fête de la musique. pic.twitter.com/4Y3ZJentVI
— Bastion (@BastionMediaFR) June 22, 2026
Das Innenministerium erklärte nach der Nacht, die Lage im ganzen Land sei trotz der starken Besucherzahlen „beherrscht“ worden. Größere Ausschreitungen habe es nicht gegeben. Diese offizielle Wortwahl steht allerdings in einem auffälligen Kontrast zu mindestens 243 Festnahmen, dutzenden Spritzenattacken und sexuellen Übergriffen auf Frauen und Mädchen. Von den unzähligen Straftätern ganz zu schweigen, die von der Polizei bislang noch gar nicht gefunden wurden.
🇫🇷 Paris descended into chaos during the Fête de la Musique, with widespread violence, vandalism, and mob attacks reported across several districts.
— Mario Nawfal (@MarioNawfal) June 22, 2026
According to police and eyewitness accounts, groups of young men carried out sexual assaults, robberies, and attacks on bystanders… https://t.co/wQ0s0mlMvE
Das Musikfestival avancierte damit wieder einmal zu einer Veranstaltung, die von bestimmten Teilen der Bevölkerung für Gewalttaten, sexuelle Übergriffe und schwere Sachbeschädigungen ausgenutzt wurde. Ein Festival, bei dem die Behörden eigens spezielle Rückzugsräume für Frauen und für Menschen mit Behinderungen einrichten mussten, um so potenziellen Sextätern weniger Möglichkeiten für Übergriffe zu bieten. Dies sind Zustände, die man sich vor wenigen Jahrzehnten so gar nicht hätte vorstellen können.
