Fakten statt Alarmismus: Warum El Niño in Wahrheit für eine globale Abkühlung sorgt

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In den Mainstream-Medien überschlagen sich derzeit die Hiobsbotschaften: Ein herannahender, sogenannter „Super-El Niño“ soll die globalen Temperaturen in nie gekannte Höhen treiben und unser Wetter auf Jahre hinaus massiv beeinflussen. Doch was ist der tatsächliche klimatische Effekt dieses Phänomens? Laut mehreren Studien eine Abkühlung.

Um das „El Niño“-Paradoxon zu verstehen, muss man streng zwischen kurzfristigem Wetter und langfristigem Klima unterscheiden. Klima ist definiert als das durchschnittliche Wetter über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren. Betrachtet man El-Niño-Ereignisse (auch Los Niños genannt) über einen solchen Zeitraum, erweisen sie sich als Abkühlungsereignisse. Ein Blick in die Klimageschichte und die physikalischen Realitäten zeigt nämlich ein erstaunliches Bild: Entgegen der landläufigen Panikmache sind El-Niño-Ereignisse auf lange Sicht keine Treiber der Erderwärmung – sie kühlen den Planeten vielmehr massiv ab.

Der Mechanismus dahinter ist das physikalische Prinzip der Thermodynamik. Bei einem El Niño gibt der tropische Pazifik gewaltige Mengen an thermischer Energie (Wärme) an die Atmosphäre ab. Diese Wärme wird über die atmosphärische Zirkulation rund um den Globus verteilt – besonders auf der Nordhalbkugel. Das Resultat ist unbestritten: Wir erleben warmes Wetter.

Die Vinther-Grönland-Gebietstemperatur und Moys Warm-ENSO-Proxy (Anzahl der Ereignisse pro 100 Jahre). ENSO steht für El-Niño-Südliche Oszillation und steht für den gesamten Zyklus von El Niño zu La Niña im Pazifik.

Doch was passiert danach? Nahezu die gesamte Wärmeenergie, die bei einem solchen Ereignis in die Atmosphäre übertragen wird, strahlt letztendlich in den Weltraum ab. Die Erde verliert Energie. Nur ein verschwindend geringer Teil dieser aus den Ozeanen freigesetzten Wärme wird jemals wieder an die Meere zurückgegeben. Wie eine im Fachjournal JGR Oceans veröffentlichte Studie von Wong & Minnett (2018) mit dem Titel „The Response of the Ocean Thermal Skin Layer to Variations in Incident Infrared Radiation“ belegt, kann die von der Atmosphäre zurückgeworfene Infrarotstrahlung die Wasseroberfläche nicht durchdringen. Nur direkte Sonneneinstrahlung ist in der Lage, tiefere Ozeanschichten signifikant zu erwärmen. El Niño ist somit wie ein offenes Ventil, durch das der Ozean Wärme ins Weltall „abbläst“.

Dass El Niños nicht das Resultat stabiler Hitzeperioden sind, beweist ein Blick in die Paläoklimatologie. Forscher wie Christopher Moy (Syracuse University) haben Sedimentschichten aus dem Laguna-Pallcacocha-Becken in Ecuador analysiert. Dieses Gebiet eignet sich hervorragend als Klima-Archiv, da das anomal warme Oberflächenwasser während eines El Niños dort sofort starke Konvektionen und Niederschläge auslöst. Die Daten, veröffentlicht unter dem Titel „Variability of El Niño/Southern Oscillation activity at millennial timescales during the Holocene epoch“ im Fachjournal Nature, belegen dies.

Der Moy-Datensatz zu warmen El-Niño-Ereignissen in Blau (linke Skala) und Rosenthals Nordpazifik-Temperaturdatensatz in Orange (rechte Skala) übereinandergelegt. Datenquellen: (Moy et al., 2002) & (Rosenthal et al., 2013).

Während wärmerer und stabilerer Epochen der Erdgeschichte glänzte El Niño meist durch Abwesenheit. Im sogenannten Holozänen Klimaoptimum waren solche Ereignisse extrem selten, was durch unzählige geologische Proxydaten rund um den Pazifik bestätigt wird. Diese Auffälligkeit wird durch Schwankungen in der Erdumlaufbahn (Milanković-Zyklen) erklärt (Clement et al., 2000, „Suppression of El Niño during the mid-Holocene by changes in Earth’s orbit.“, veröffentlicht im Fachjournal Paleooceanography). Als die Sonneneinstrahlung auf der Nordhalbkugel im Sommer damals ihr Maximum erreichte, wurden El-Niño-Ereignisse schlichtweg unterdrückt. Auch während der Mittelalterlichen Warmzeit waren die Ereignisse rar. Wann also tauchten sie massiv auf? Genau dann, als die Erde zu frieren begann.

Die historischen Daten zeigen deutlich: Mit dem Beginn des Neoglaziations-Zeitalters vor etwa 3.800 Jahren – als die Sonneneinstrahlung im Sommer auf der Nordhalbkugel sank – schossen die El-Niño-Ereignisse in die Höhe. Das gleiche Muster zeigt sich bei der sogenannten Kleinen Eiszeit, die um das Jahr 1200 n. Chr. begann. Zu Beginn und während die Erde immer weiter auskühlte (etwa bis 1750), traten El Niños äußerst häufig auf. Erst als die Welt begann, sich vom tiefsten Punkt der Kleinen Eiszeit zu erholen und sich wieder zu erwärmen, nahm auch die Zahl der El Niños wieder ab.

Dieser historische Kontext lässt die aktuellen Warnungen vor dem neuen „Super-El Niño“ in einem völlig anderen Licht erscheinen. Wenn wochenlang vor einer weiteren „Erhitzung“ des Planeten durch El Niño gewarnt wird, wird Ursache und Wirkung vertauscht. Die Fakten legen nämlich den gegenteiligen Schluss nahe: Ein warmes, stabiles Klima geht historisch mit sehr wenigen El-Niño-Ereignissen einher. Nehmen sie jedoch zu, ist dies in der Erdgeschichte oft das Signal für eine beginnende Abkühlung des Klimas.

Wir befinden uns derzeit am Ende des sogenannten modernen solaren Maximums (der Modernen Warmzeit). Dass wir in dieser Phase nun eine Häufung von El-Niño-Ereignissen beobachten, könnte – ganz im Gegensatz zum vorherrschenden CO2-Narrativ der Klimafanatiker – ein Indikator dafür sein, dass ein neues, kühleres Kapitel der Erdgeschichte aufgeschlagen wird.

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