Erdogan sieht neuen Kreuzzug kommen: Israel ist vom Westen unterstützter Kriegsverbrecher

Bild: kremlin.ru, CC BY 4.0 , via Wikimedia Commons

Bei einer pro-palästinensischen Kundgebung in Istanbul teilte der türkische Präsident hart gegen Israel aus. Er werde den jüdischen Staat wegen der Aktionen in Gaza international als „Kriegsverbrecher“ brandmarken. Erdogan warnte auch vor dem Ausbruch eines neuen Krieges „zwischen dem Halbmond und dem Kreuz“.

Recep Tayyip Erdogan, seines Zeichens türkischer Präsident und Muslimbruder, stellt sich weiterhin demonstrativ auf die Seite der Palästinenser und der Hamas. Während einer antiisraelischen und pro-palästinensischen Demonstration in Istanbul teilte das Staatsoberhaupt des NATO-Mitglieds hart gegen Israel aus. Erdogan sagte: „Israel, wir werden euch ebenfalls vor der Welt als Kriegsverbrecher erklären. Wir bereiten uns darauf vor und werden Israel der Welt als Kriegsverbrecher vorstellen“. Aufnahmen der Veranstaltung zeigen, dass die Beteiligung enorm war: Wohl mehr als 100.000 Menschen versammelten sich in der größten türkischen Stadt.

Erdogan kritisierte auch den Westen, der damit beschäftigt sei, das Massaker an unschuldigen Menschen im Gazastreifen zu rechtfertigen, während die Zahl der zivilen Todesopfer geradezu explodiere. Israel würde als „Besatzer“ Kriegsverbrechen begehen und der Westen würde den Israelis etwas schulden, nicht jedoch die Türkei. „Diejenigen, die Krokodilstränen für die im Krieg zwischen der Ukraine und Russland getöteten Zivilisten vergießen, beobachten stillschweigend den Tod Tausender unschuldiger Kinder in Gaza“, kritisierte er weiter und betonte die Doppelmoral. „Ich frage den Westen, wollen Sie den Krieg zwischen dem Halbmond und dem Kreuz neu entfachen?“, fragte Erdogan mit Bezug auf die historischen Kreuzfahrerkriege, bevor er provokant sagte: „Der Hauptschuldige hinter dem Massaker in Gaza ist der Westen.“

„Natürlich hat jedes Land das Recht, sich zu verteidigen, aber wo ist Gerechtigkeit? Es gibt keine Verteidigung außer einem offenen und grausamen Massaker, das in Gaza stattfindet“, so der türkische Präsident. Er ging auf die westlichen Eliten und ihre Fähigkeit ein, alles, was sie sagen, in Menschenrechtsrhetorik zu kleiden, was sich aber als oberflächlich erweise. „Israel, du bist verdammt alleingelassen zu werden“, prophezeite er. Jeder wisse, dass Israel eine Schachfigur in der Region sei, die zu gegebener Zeit geopfert werde, fügte er hinzu. „Ich habe in Davos gesagt, sie wissen, wie man tötet. Sie wissen gut, wie man tötet.“ Erdogan fuhr fort: „Wir sind in irgendeiner Weise um jeden Zivilisten traurig, aber Israel ist das egal.“

Sollte sich der Krieg im Nahen Osten ausweiten und zu einem Flächenbrand avancieren, ist ein Ausscheren der Türkei aus der NATO-Linie sehr wahrscheinlich. Es könnte sogar sein, dass sich Ankara nicht nur einfach „neutral“ verhält und den westlichen Verbündeten Israels jegliche militärische Unterstützung verweigert, sondern sich sogar demonstrativ auf die andere Seite stellt. Als direkter Nachbar des Irans spielt die Türkei jedoch eine Schlüsselrolle in den US-Einkreisungsbestrebungen, sodass dies in solch einem Falle zu Sanktionen und anderen Maßnahmen führen würde. Andererseits wären die militärischen Fähigkeiten der türkischen Armee infolge der Nutzung von US-Militärtechnologie eingeschränkt. Die US-amerikanischen Kampfjets der türkischen Luftwaffe beispielsweise bleiben ohne Kommandocodes und grünes Licht aus dem Pentagon am Boden und sind dann im Ernstfall nutzlos.

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