Vier-Millionen-Warnung aus Spanien: Sánchez’ Migranten-Amnestie sprengt alle Prognosen

(C) Report24/KI

Die spanische Regierung rechnete mit rund 500.000 Begünstigten ihrer großen Migranten-Regularisierung. Tatsächlich gingen 1.174.978 Anträge ein – und nun warnt die Polizeigewerkschaft JUPOL vor der nächsten Größenordnung: Durch den späteren Familiennachzug könnten in den kommenden Jahren insgesamt bis zu vier Millionen Menschen einen legalen Status erhalten. Damit droht Sánchez’ Migranten-Amnestie selbst die bereits weit übertroffenen Regierungsprognosen noch einmal zu sprengen.

Am 14. September trat JUPOL-Generalsekretär Aarón Rivero vor die gemeinsame Sicherheitskommission von Kongress und Senat. Seine Botschaft an die Abgeordneten fiel deutlich aus: Die Regierung von Pedro Sánchez habe die außerordentliche Regularisierung überstürzt und deren Folgen für Migration und Polizei unterschätzt. Spanischen Medienberichten zufolge legte Rivero auch Karten des spanischen Zentrums für Einwanderung und Grenzen (CENIF) sowie von Frontex vor. Vor allem seine Hochrechnung sorgt nun für Aufsehen: Über den Familiennachzug könnte aus der bisherigen Regularisierung in den kommenden Jahren eine Größenordnung von bis zu vier Millionen Menschen werden.

Aus 500.000 wurden fast 1,2 Millionen Anträge

Noch zu Jahresbeginn stellte Madrid rund 500.000 mögliche Begünstigte in Aussicht. Selbst ein Regierungsbericht vom April ging von etwa einer halben Million Menschen aus. Mit dem Ende der Antragsfrist am 30. Juni war diese Kalkulation Makulatur: Das spanische Migrationsministerium meldete exakt 1.174.978 eingegangene Anträge.

Nicht jeder Antrag führt automatisch zu einem Aufenthaltstitel. Doch schon die Zahl der Anträge übertrifft die ursprüngliche Regierungsprognose um mehr als das Doppelte. Das Real Decreto 316/2026 hatte die außerordentliche Regularisierung im April in Gang gesetzt. Erfolgreiche Antragsteller erhalten grundsätzlich eine zunächst einjährige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis.

Die Polizei warnte schon im Februar

Report24 berichtete bereits am 19. Februar über erheblich höhere Schätzungen aus Spaniens Polizeiapparat. Während die sozialistische Regierung noch mit rund 500.000 Menschen rechnete, gingen dortige Prognosen schon damals von bis zu 1,35 Millionen möglichen Regularisierungen aus. Zugleich warnten Polizeikreise davor, dass die Aussicht auf legale Papiere zusätzliche Migranten nach Spanien ziehen könnte.

Ende Juni griff Report24 die inzwischen auf über eine Million gestiegene Zahl der Anträge erneut auf. Im August folgten Berichte über Migranten, die sich aus anderen Teilen Europas gezielt Richtung Spanien bewegten, weil sie sich dort bessere Chancen auf einen legalen Aufenthalt versprachen. Die damalige Warnung vor einer weit größeren Regularisierungswelle erscheint angesichts von offiziell 1.174.978 Anträgen inzwischen alles andere als überzogen. Auch bei den Migrationsrouten fällt Spanien aus dem europäischen Trend. Während die registrierten illegalen Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen insgesamt deutlich zurückgingen, meldete Frontex für die westliche Mittelmeerroute nach Spanien (sogar ohne Ceuta-Zahlen) zuletzt einen deutlichen Anstieg.

Zusätzlichen Sprengstoff liefern Zweifel daran, ob alle Antragsteller die Voraussetzungen tatsächlich erfüllten. The Objective berichtete bereits im Juli unter Berufung auf Polizeiquellen von rund 400.000 Fällen, bei denen fraglich ist, ob sich die Antragsteller während des vorgeschriebenen Zeitraums tatsächlich in Spanien aufhielten. Polizeiquellen berichteten zudem von einem Schwarzmarkt für Dokumente, mit denen ein längerer Aufenthalt in Spanien belegt werden sollte. Rechnungen und andere Nachweise sollen gegen Geld angeboten worden sein.

Jetzt kommt der Familiennachzug ins Spiel

Frühere Polizeieinschätzungen hatten bereits mit rund drei Millionen Menschen gerechnet. Andere Berechnungen bewegten sich – abhängig vom tatsächlichen Umfang des Familiennachzugs – sogar im Bereich von vier bis fünf Millionen. Die sozialistische Regierung verteidigt ihre Politik. Madrid argumentiert, viele der Betroffenen hätten ohnehin bereits in Spanien gelebt und gearbeitet und würden durch die Legalisierung in das reguläre Steuer- und Sozialversicherungssystem gebracht. Das Migrationsministerium verweist auf zusätzliche Anmeldungen zur Sozialversicherung und erwartet höhere Einnahmen.

Ein spanischer Aufenthaltstitel verschafft seinem Inhaber kein automatisches Recht, dauerhaft in Deutschland, Österreich oder einem anderen EU-Land zu leben und zu arbeiten. Er ermöglicht aber grundsätzlich Kurzaufenthalte im Schengen-Raum von bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen und ermöglicht über kurz oder lang auch eine Einbürgerung. Während andere europäische Staaten ihre Migrationspolitik verschärfen, läuft in Spanien eine Regularisierung in einer Größenordnung, die Madrid selbst zu Beginn (zumindest offiziell) nicht erwartet hatte. JUPOL richtet den Blick bereits auf das, was danach kommt: den Familiennachzug.

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