Israelkritik, Antisemitismus und die Linke – Teil 2: Hintergründe des links-globalistischen Israel-Hasses

Symbolbild: KI

Nein, nicht jede Kritik an israelischer Politik ist antisemitisch, die aktuelle aber weitgehend schon. Die Kriterien dafür sind auch ziemlich einfach. Teil 2 benennt die Verbindungen zwischen linken Eliteunis und dem Cheerleading für Dschihadisten, diskutiert den „Postkolonialismus“ und linke „Rassentheorien“, die aus der Zeit gefallene „Imperialismus“-Konzepte der Linke und die Rolle von UNO und EU.

Teil 1 erklärt den Unterschied zwischen Israelkritik und Antisemitismus, beschreibt die antijüdischen Doppelstandards, die linke Kumpanei mit den Hamas-Mörderbanden und analysiert passende und unpassende Vergleiche zum Nahostkonflikt.

Linke, Unis und Kapital

Die westlichen Handlanger und „nützlichen Idioten“ der Hamas sind vor allem die studentisch-akademischen Linken, die in den letzten Jahren die Speerspitze von Cancel Culture und Diskussionsverboten in den Fragen von Migration, Klima, Corona und Ukraine waren. Diese Ayatollahs der „politischen Korrektheit“ haben seit bald drei Jahren auch die „Palästinenser“ für sich entdeckt und führen ihren heiligen Krieg nun auch in dieser Frage auf den Unis und wirken in die Redaktionsstuben der Mainstreammedien.

Die ideologischen Staatsapparate mit ihren Hohepriestern in den Unis und Leitmedien und ihren Dorfpfarrern in Gestalt der Lehrer sind immer weitgehend auf Linie mit der Agenda der dominanten Kapitalgruppen. Dass die propalästinensische Linke die Universitäten und insbesondere die (teilweise von Katar finanzieren) Eliteunis beherrscht, sagt viel aus und zeigt, wo das globalkapitalistische Großkapital überwiegend steht. Dass sich die Globalisten gegen Israel stellen, hat ökonomische, politische und ideologische Gründe.

Postkolonialismus und „Rassen“

Die Ideologie dieser die Unis beherrschenden Linken ist eine Mischung aus Multikulturalismus, „Antirassismus“ und „Postkolonialismus“. Völlig ahistorisch, klassenunspezifisch und moralisierend werden Völker und „Rassen“ kategorisiert und bewertet. In einem pathologischen Schuldkult werden „die Weißen“ als schlecht stigmatisiert, insbesondere „die Deutschen“ zum ewigen Tätervolk schlechthin stilisiert. In diesem Denken haben die Deutschen und letztlich alle Weißen die Auslöschung durch Zuwanderung und Multikulturalismus verdient.

Das Pech der Juden ist nun, dass sie in dieser postkolonialistischen skurrilen Rassentheorie zu den Weißen eingeordnet werden. In der von den universitären Ideologen gebastelten Hierarchie der Opfer rangieren sie längst unter diversen „People of Color“ (PoC), denen aber die Araber zugerechnet werden und die deshalb unterstützt werden müssen. Zu diesem gequirlten Unsinn gäbe es viel zu sagen. Um nicht den Rahmen zu sprengen, hier nur drei Punkte:

„Rassen“ und „Volkscharaktere“

Die Konstruktion von den Juden als „Rasse“ ist grotesk. Das Judentum ist religiös, kulturell und sozialhistorisch als ein Volk gefügt, in der Physionomie waren die jüdischen Gemeinschaften in verschiedenen Ländern jeweils stark durch die dortigen Völker geprägt. So hatten osteuropäische Juden hellere Haut als nordafrikanische, äthiopische Juden sind mehr „PoC“ als Araber.

Nicht nur weiße Europäer haben eine Geschichte von Expansion, Kolonialismus und Sklaverei. Die muslimischen Araber haben über viele Jahrhunderte andere Völker unterworfen, zahllosen Länder in drei Kontinenten erobert, zig Millionen Menschen (besonders PoC aus Afrika) als Sklaven verschleppt und andere Kulturen vernichtet, die islamisierten Türken haben das fortgesetzt. Haben auch Araber und Türken deshalb die ethnokulturelle Auslöschung verdient? Die Juden lebten 2000 Jahre lang als verfolgte Minderheiten unter der Herrschaft von Römern, Araber, Osmanen und Europäern und verfügen erst seit 1948 über einen kleinen Staat in ihrem Ursprungsland.

Drittens ist die ahistorische, deterministische und halbreligiöse Kategorisierung von Nationen in gute und böse unhaltbar – Russland wurde vom Hort der zaristischen Reaktion zur Speerspitze der „fortschrittlichen“ Revolution, die USA von der antikolonialistischen Demokratie zum offtmaligen Paten von Diktaturen und Krieg weltweit, Deutschland von der Hochburg von Wissenschaft und Kultur zur Geburtsstätte des NS-Horrors.

Islam, Israel, Imperialismus

Linke Kräfte, die beanspruchen, herrschaftskritisch zu sein, sollten sich in Bezug auf den Islam und seine Geschichte nicht auf ihren moralisierend-paternalistischen Pseudo-Antirassismus beschränken, sondern sich mal Fakten aussetzen. Wer den Koran, Nathan Weinstocks „Der zerrissene Faden“, Egon Flaigs „Weltgeschichte der Sklaverei“, Hartmut Krauss’ „Der Islam als grund- und menschenrechtswidrige Weltanschauung“ und Manfred Kleine-Hartlages „Das Dschihad-System“ gelesen hat, wird nicht nur erkennen, dass Judenhass tief im Ur-Islam verankert ist, sondern auch, dass der Islam insgesamt eine totalitäre, aggressive und kolonialistische Herrschaftsideologie ist.

Und ist die traditionelle linke These, dass die arabischen Länder allesamt ausgebeutete Halbkolonien sind, Israel aber ein imperialistischer Staat, heute noch haltbar? Immerhin spielt arabisches Kapital mittlerweile eine bedeutende Rolle im globalen Kapitalismus. Allein Katar, der Ölstaat hinter den islamischen Extremisten der Muslimbrüder und der Hamas, der eng mit dem AKP-Regime in der Türkei und den Taliban kooperiert, hat über die QIA etwa 330 Milliarden US-Dollar angelegt und gehört damit zu den ganz großen Playern. Dazu kommen Saudi-Arabien, andere Golfstaaten und auch die Türkei, die ebenfalls über etliche relevante Konzerne verfügt. Das ökonomische Gewicht dieser islamischen Länder ist im Weltkapitalismus längst größer als das Israels, sie sind Teil des „imperialistischen Systems“.

Und schließlich kann der israelisch-arabische Konflikt nicht nur mit Blick auf Palästina bewertet werden, ist eine weitere Perspektive nötig. Israel hat 1948 die Mehrheit der palästinensische Araber vertrieben; ein relevanter Teil konnte im Land bleiben. Umgekehrt haben arabische Länder 900.000 Juden vertrieben und ihrer Länder dabei weitgehend „judenrein“ gemacht. De facto fand hier ein Bevölkerungsaustausch statt. Bei arabischen Gebietsansprüchen in Palästina müssten dann Juden ihrerseits Gebiete in Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten, dem Irak und im Jemen für sich reklamieren können.

Festgefahrene Islamapologetik

In den letzten Jahrzehnten haben es die Islamverbände und der mediale und politische Mainstream geschafft, jegliche Kritik an der Herrschaftsideologie Islam als „Muslimfeindlichkeit“, „Islamophobie“ oder gar als „Rassismus“ zu diffamieren. Besonders hervor tun sich dabei die westlichen Universitäten, die Ausgangspunkte von Wokeness, Diversity, Multikulturalismus und totalitärer Cancel Culture. Nach Europa herübergeschwappt ist dieses halbreligiöse Eiferertum von den angelsächsischen Hochschulen, die zuletzt auch die Hochburgen des proarabischen und judenfeindlichen Fanatismus waren.

Dementsprechend hat der politische Mainstream in Nordamerika und in Westeuropa die Massenzuwanderung idealisiert, Probleme unter den Tisch gekehrt und den Islam und seine vormoderne Kultur gegenüber Kritik immunisiert. Bei jedem Terroranschlag und jeder Gruppenvergewaltigung hieß es mantramäßig, das habe „nichts mit dem Islam zu tun“. Die Kosten für die eigene Bevölkerung durch die Alimentierung von überproportional unproduktiven muslimischen Migranten, durch die weit überdurchschnittliche Kriminalität dieser Gruppe sowie durch ihr oftmals aggressives Auftreten insbesondere gegenüber Frauen und Mädchen waren den Eliten stets egal. In der Folge konnten sich die Förderer des Multikulturalismus auch bei einem Angriff auf Israel, dessen Unterstützung insbesondere in Deutschland lange Staatsräson gewesen war, nicht zu einem Kurswechsel gegenüber den Islamgläubigen durchringen.

UNO, EU und die kritische Linke

Bei den Systemlinken, die schon bei Klima, Corona, Transgender und Ukraine im Schlepptau der Globalisten unterwegs waren, ist das wenig verwunderlich. Bei den wenigen anderen Linken ist es bedauerlich. Der alte linke „antiimperialistische“ Reflex gegen USA und Israel mit antisemitischem Einschlag ist offenbar stärker als die Fähigkeit zur treffenden Analyse.

Teilweise werfen diese Linken Nebelgranaten, indem sie fantasieren, dass Araber doch nicht Antisemiten sein könnten, weil sie selbst (wie die Hebräer) eine semitische Sprache sprechen. Das stimmt zwar auf sprachlicher Ebene, ändert aber nichts daran, dass Antisemitismus im politischen Diskurs seit langer Zeit Judenfeindlichkeit bezeichnet (mit den semitischen Arabern hatten etwa die Nazis kein Problem, sondern haben sogar das Bündnis mit ihnen gesucht – auf der Basis des gemeinsamen Hasses auf Juden). Wir haben es hier also mit einem lächerlichen Ablenkungsmanöver zu tun.

Die UNO stellt sich seit langem immer wieder gegen Israel. Zuletzt warfen ihre Spitzenvertreter Israel wiederholt „Völkermord“ vor, Generalsekretär Antonio Guterres, ein führender Globalist, verglich Israel sogar mit den Roten Khmer und ihrem Terrorregime in Kambodscha. Karim Khan, Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), einer Institution der globalistischen Eliten, die auch gegen Russland eingesetzt wird, erließ – bevor er unrühmlich geschasst wurde – einen Haftbefehl gegen Benjamin Netanjahu.

Und die EU drängte Israel seit langem zur „Mäßigung“, also de facto dazu, die Hamas in Gaza an der Macht zu lassen. Zuletzt attackierte die EU den jüdischen Staat immer schärfer und klammerte sich an die gescheiterte Zwei-Staaten-Lösung. Sogar das Assoziierungsabkommen mit Israel wurde, während man gleichzeitig die Sanktionen gegen das Regime von islamistischen Terroristen in Syrien aufhob, in Frage gestellt. Besonders hervorgetan hat sich dabei die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas aus Estland, die sich bisher als Kriegstreiberin gegen Russland profiliert hatte.

Diese „kritischen“ antiglobalistischen Linken stehen, beklatscht von den Altnazis, in Bezug auf Israel als nicht nur in einer Front mit der Systemlinken, sondern auch mit den wesentlichen globalistischen Strukturen UNO, EU und IStGH, mit Emmanuel Macron, der Labour-Regierung in Großbritannien und der liberalen kanadischen Regierung – also mit genau den Kräften, von denen sie in der Fragen Corona, Klima, Migration und Russland nur Feindseligkeit und Repression erfahren haben. Das scheint niemandem von diesen „kritischen“ Linken aufzufallen. Da wäre ein Hinterfragen, wie man in diese ungustiöse Koalition gelangt ist, längst angebracht!

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