Irre Medienkampagne sorgt für weltweiten Judenhass: was Minister Ben-Gvir wirklich sagte

Der israelische Sicherheitsminister Ben-Gvir, künstlerische Darstellung (C) Report24 KI

Vor allem der Mainstream und die öffentlich-rechtlichen Medien überboten sich in den letzten Tagen mit vorsätzlichen Unwahrheiten zu Aussagen des israelischen Ministers Ben-Gvir. Diese Lügen sind gefährlich, denn sie legitimieren islamistischen Hass und Gewalt gegen Juden auf der ganzen Welt. Gerade große Medienhäuser sollten in der Lage sein, das tatsächlich Gesagte zu recherchieren. Hintergrund der Fake News-Kampagne sind auch die bevorstehenden Wahlen in Israel.

Kommentar von Florian Machl

Eine Blutlüge ist eine historisch verbreitete antisemitische Falschbehauptung, wonach Juden Nichtjuden ermorden würden, um deren Blut für religiöse oder rituelle Zwecke zu verwenden. In dieser Tradition ist die Lüge zu sehen, die in den letzten Tagen von zahlreichen Medienhäusern verbreitet wurde. Es wurde behauptet, der rechte israelische Politiker und Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir (Partei Otzma Yehudit) habe gesagt, man müsse täglich 30-40 Palästinenser töten. Dabei wird unterstellt, er habe damit Zivilisten gemeint, die man willkürlich ermorden solle.

Das hat er allerdings so nie gesagt und ich werde in der Folge herausarbeiten, was wirklich gesagt wurde und in welchem Kontext. Fakt ist, dass sich öffentlich-rechtliche Medien wie der ORF erneut an einer massiv antisemitischen Kampagne beteiligt haben, die dazu geeignet ist, Hass und Gewalt gegen Juden weltweit zu schüren. Das muss Konsequenzen haben, und ich werde zu diesem Thema auch eine Publikumsbeschwerde formulieren und mit Hilfe von 120 Unterstützern einreichen. Der ORF ist schon mehrfach wegen antisemitischer Äußerungen seiner Mitarbeiter in die Kritik gekommen, beispielsweise hier. Das liegt vor allem an der Durchseuchung des Medienhauses mit altlinken „Palästina“-Sympathisanten. Doch nun, zum Thema.

Erstens: Wer ist Itamar Ben-Gvir? Er ist Politiker der Kleinpartei Otzma Yehudit (Jüdische Stärke), die Benjamin Netanjahu benötigte, um eine Koalition zu bilden. Die Partei gilt im Mainstream als „rechtsextrem“, ihre Ausrichtung steht ohne Frage konsequent für Ordnung und Sicherheit und Schutz der israelischen Bevölkerung gegenüber dem mohammedanischen Terror. Die Partei hält 6 von 120 Sitzen im israelischen Parlament, der Knesset. Auch das ist wichtig für die Beurteilung einer Aussage, denn nichts, was Otzma Yehudit sagt, gilt automatisch für die Regierung oder die Menschen Israels. Rechnerisch hat die Partei unter 5 % Zustimmung, ins Parlament kam sie nur, weil sie gemeinsam mit zwei anderen Kleinparteien angetreten ist. Gemeinsam erreichte man 10,84 Prozent der Stimmen.

Itamar Ben-Gvir ist aktuell Israels Minister für nationale Sicherheit. Er ist seit März 2025 wieder in diesem Amt. Man kann das auch mit dem Amt eines Innenministers vergleichen, die Zuständigkeit umfasst unter anderem die Polizei, die Gefängnisse, Feuerwehr und Rettungswesen, Nationalgarde und Zeugenschutz. Er hat keinerlei Verfügungs- oder Befehlsgewalt über die Armee, deren seiner Meinung nach zögerliches Handeln im Gazastreifen er mit seinen Aussagen kritisierte.

Israel wurde am 7. Oktober von mörderischen Palästinensern überfallen, zahlreiche Menschen wurden ermordet, gefoltert, verstümmelt, vergewaltigt – andere in lange Gefangenschaft verschleppt. Daran beteiligt waren nicht nur Kombattanten der islamistischen Terrororganisation Hamas, welche den Gazastreifen regiert, sondern auch Zivilisten. Speziell die Geiseln wurden von Zivilisten gefangengehalten, gedemütigt, vergewaltigt, gefoltert und Hunger ausgesetzt.

Die Aussagen, die aktuell um die Welt gehen, wurden im Podcast „Der 8. Oktober“ getätigt, es handelt sich um ein Gespräch zwischen Ben-Gvir und Rom Braslavski. Der Titel des Podcasts soll den Tag danach symbolisieren, den Tag nach dem Morden, den Neubeginn mit all seinen Konsequenzen. Das Original des Gesprächs findet sich hier auf YouTube. Wer sich dafür interessiert, kann das Transkript herunterladen und mittels moderner KIs übersetzen. Ich habe dies mit zwei verschiedenen KIs gemacht, weil ich am Original interessiert war, was wirklich gesagt wurde – und nicht an den Lügen der Mainstream-Medien.

Beim Gesprächspartner Rom Braslavski handelt es sich um einen Security-Mitarbeiter des von den Terroristen überfallenen Nova-Festivals. Er ist die am längsten überlebende Geisel. In seiner 738 Tage dauernden Gefangenschaft wurde er durchgehend physisch und psychisch gefoltert, er hat das in zahlreichen Interviews im Detail erklärt.

Das gesamte Gespräch von Ben-Gvir und Rom Braslavski drehte sich um den Terroranschlag und seine Folgen. Zu keinem Zeitpunkt war von „Zivilisten“ in Gaza die Rede. In den aus dem Zusammenhang gerissenen Passagen geht es sinngemäß darum, dass Ben-Gvir bedauert, dass die Armee ihre Bestrebungen zurückgefahren habe. Seit Beginn des Krieges kommt es nämlich zu gezielten Tötungen: Israel ist bemüht, jede einzelne Person, die am Terror des 7. Oktober beteiligt war, zu eliminieren. Nach offiziellen Zahlen wurden 2.561 dieser feigen Mörder bereits getötet – insgesamt wird von 5.000 Beteiligten ausgegangen.

Im Gespräch zwischen Ben-Gvir und Rom Braslavski ging es ganz ohne Frage um Rache. Rache für die erlittene Qual, Rache für die Morde. Die Aussage, man müsse täglich 30-40 Palästinenser töten, bezog sich auf die rund 2.500 noch lebenden Terroristen, „auch wenn sie aktuell keine Bedrohung darstellen“. Zu keinem Zeitpunkt forderte einer der beiden Männer die Ermordung unschuldiger gazanischer Zivilisten. Diese Unterstellung ist bösartig und dreckig, sie ist purer Antisemitismus, geschaffen aus dem Hass gegen die Juden Israels, und um den Islamismus in der Region, aber auch weltweit, zu unterstützen.

Im Gespräch weist Ben-Gvir auch darauf hin, dass die Islamisten bereits zehnmal versucht haben, ihn zu ermorden. Gerade erst habe er den zehnten Mordversuch überstanden. Das mache ihn auch stolz. Bedenkt man den Hintergrund der beiden Männer und den Hintergrund des Terrorüberfalls auf Israel, dann sollte man verstehen, weshalb hier harte Worte gewählt wurden, die man sich im gezähmten Westen nicht mehr vorstellen kann. Hier lässt man lieber Frau für Frau und Mann für Mann auf der Straße vergewaltigen und ermorden, ohne sich zu wehren, denn Gegenwehr könnte ja rechts oder rassistisch sein. Diese Einschränkungen im Denken kennt man in Israel nicht, sonst gäbe es diese Nation auch nicht mehr.

Rom Braslavski fordert in diesem Gespräch die Todesstrafe für alle beteiligten Terroristen, und er sagt auch wörtlich, er bitte darum, derjenige sein zu dürfen, der sie aufhängt. Auch das ist eine im Westen kaum vorstellbare Aussage. Die aus dem Zusammenhang gerissenen Worte kommen in etwa von der Minute 10 und lauten wie folgt:

Braslavski:
„Das spürt man, das spürt man. Wissen Sie, es gibt welche, die sagen: ‚Gut, was nun, vergessen wir?‘ Ich glaube, niemand vergisst den 7. Oktober. Und Sie haben recht, dass Sie sich auf den 8. Oktober konzentrieren, auf den Wiederaufbau.“

Ben-Gvir:
Das ist spürbar, spürbar. Du weißt, es gibt welche, die sagen: Gut, also was – man vergisst. Ich denke, niemand vergisst den siebten Oktober, und du hast recht, dass du dich auf den achten Oktober konzentrierst, auf die Rehabilitation mit Kraft – das ist unsere Rehabilitation und das ist ihre Zerstörung. Ich, du weißt, man spricht in diesen Tagen, es ist kein Geheimnis, ich habe mich mit dem Premierminister uneinig gezeigt. Ich denke, man muss, man muss gezielte Tötungen und Schwerpunkte in Gaza machen, jede Nacht 30, 40 herunternehmen, nicht nur die, die dich in diesem Moment gefährden. Es gibt dort Menschen, die nicht lebenswert sind, sie sollen nicht leben, sie sind keine Menschen. Auch ich erweise ihnen noch Höflichkeit, indem ich sie Menschen nenne. Und ich denke, wir müssen uns rehabilitieren: erstens in der Behandlung, in der Hilfe, in der Umarmung des Volkes Israel, aber auch im Kampf gegen diese Feinde. Ich sehe in meiner Vorstellung ganz Gaza als unseres.

Nochmal: Nie, zu keinem Zeitpunkt, hat Minister Ben-Gvir die Tötung von 30-40 unschuldigen, unbeteiligten Zivilisten verlangt. Es geht um die noch lebenden 2.500 Terroristen, er war unzufrieden, weil die Armee nicht 30-40 davon pro Tag töten wolle. Anstelle korrekt zu berichten, hat der ORF eine Kampagne daraus gemacht und die Aussagen sinnentstellend präsentiert.

Die internationalen Presseagenturen und auch der ORF hätten die Möglichkeit gehabt, sich nicht nur das Original anzuhören, sondern auch wichtige israelische Medien zu lesen, die mitten im Wahlkampf natürlich nicht um das Thema herumkommen. Hier erfährt man:

Israel Hayom schreibt ausdrücklich, Ben-Gvir habe gefordert, „30–40–50 Terroristen jede Nacht“ zu töten, und kritisiert internationale Medien dafür, das hebräische „מחבלים“ – Terroristen – durch „Palästinenser“, „Gazaner“ oder „Menschen“ ersetzt zu haben. Der Artikel macht daraus sogar einen eigenen Zwischentitel: „‚Terroristen‘ wurden durch ‚Palästinenser‘ ersetzt“.

Auch die „Times of Israel“ legt die Aussage nicht als pauschale Forderung zur Tötung von Zivilisten aus. In der Überschrift heißt es, Ben-Gvir wolle jede Nacht „30 bis 40 von Israels Feinden“ töten; im Vorspann werden die gemeinten Personen als „Operative“ bezeichnet. Im eigentlichen Bericht formuliert die Zeitung vorsichtiger, er habe „apparently“ – also offenbar – Hamas-Mitglieder und andere Feinde Israels gemeint.

Ynet schreibt: Ben-Gvir fordere „gezielte Tötungen in Gaza, jede Nacht 30–40“, und zwar „nicht nur diejenigen, die dich in diesem Moment gefährden“. Ynet ergänzt unmittelbar danach weitere Aussagen aus demselben Gespräch: Ben-Gvir spricht vom Kampf gegen „diese Feinde“ und sagt anschließend ausdrücklich über „die Terroristen“, für diese solle es keine Auswanderung geben, sondern man solle „sie einen nach dem anderen töten“.

Noch wichtiger wäre in der Betrachtung das Ende des Podcasts. Dort wiederholt Ben-Gvir praktisch dieselbe Forderung, diesmal unzweideutig:

„Jede Nacht muss man 30, 40, 50 Terroristen in Gaza ausschalten.“

Man mag den Wunsch Ben-Gvirs nach der Todesstrafe für islamistische Mörder und Terroristen für extrem halten. Das ist legitim. Wer ihm aber unterstellt, etwas anderes gemeint zu haben, ist entweder zu faul, um zu recherchieren, und somit ein geistig schwacher Mitläufer – oder ein Antisemit, der Übles gegen die Juden im Schilde führt. Der Medienmainstream lügt immer, egal zu welchem Thema. Wer das nicht begreifen will oder ausblendet, sobald es seiner Agenda zugutekommt, wird kein Teil einer Lösung für eine bessere Zukunft sein.

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