Schock im niedersächsischen Göttingen: Am Rande des Stadtfestes „Nacht der Kulturen“ ist ein Polizist am Samstag, 13. Juni 2026, schwer verletzt worden. Der Beamte war im Einsatz, um eine Fehde zwischen zwei polizeibekannten Großfamilien zu schlichten.
Nach Angaben der Polizei kam es am Samstagabend zu einer „Auseinandersetzung“ zwischen zwei verfeindeten, den Behörden bereits bekannten Großfamilien. Im Verlauf des Clan-Kriegs soll der mutmaßliche Täter gegen 22.15 Uhr auf einem Gehweg entlang der viel befahrenen Bundesstraße 27 einen oder mehrere Schüsse abgegeben haben. Zur genauen Anzahl der Schüsse machten die Ermittler bislang keine Angaben.
Ein Polizist wurde dabei getroffen. Er musste operiert werden und befand sich zunächst in Lebensgefahr. Mittlerweile soll der Beamte außer akuter Lebensgefahr und sein Zustand stabil sein.
Die Großfamilien gingen am Rande der „Nacht der Kulturen“, einem großen Stadtfest mit Tausenden von Besuchern, aufeinander los. Für die Bevölkerung bestand aber angeblich zu keiner Zeit eine Gefahr, auch nicht für die Besucher des Festes, betonte die Polizei.
Der mutmaßliche Täter floh vom Tatort, er ist weiterhin flüchtig. Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen 16-Jährigen handeln – nach ihm wird nun europaweit gefahndet. Die Polizei führte noch in der Nacht und am Sonntag umfangreiche Fahndungsmaßnahmen durch, dabei war auch ein Hubschrauber im Einsatz. Zudem gab es Hausdurchsuchungen in Weende und Gieboldehausen sowie im Göttinger Stadtteil Geismar. Dabei wurden drei Gebäude durchsucht und 40 Handys zum Auswerten sichergestellt.
Die genaue Zusammensetzung und Herkunft der Streitbeteiligten sowie mögliche Verbindungen zu früheren Konflikten zwischen zwei bekannten Göttinger Großfamilien werden derzeit untersucht. Dabei dürfte es sich wohl kaum um die Familien Müller und Meier handeln …
