2.500 kostenlose SIM-Karten, sechs Monate lang jeweils 40 Gigabyte Datenvolumen sowie unbegrenzte Anrufe und SMS: Vodafone hat die Asylindustrie-NGO Care4Calais großzügig versorgt. 2.221 Karten wurden bereits an deren Klientel verteilt, darunter Asylbewerber in Großbritannien. Reform UK reicht es nun. Schatten-Innenminister Zia Yusuf fordert die Sperrung der Karten und ein Ende der Zusammenarbeit mit Care4Calais – und kündigt Gesetze an, mit denen Konzernbosse für die Unterstützung illegaler Einwanderung künftig persönlich im Gefängnis landen könnten.
Das Programm trägt bei Vodafone den hübschen Namen „charities.connected“. Der Konzern verteilt darüber kostenlose SIM-Karten an registrierte Wohltätigkeitsorganisationen, die diese anschließend an ihre jeweilige Klientel weiterreichen. Care4Calais beantragte gleich 2.500 Stück, Vodafone prüfte den Antrag und genehmigte ihn. Nach dem jüngsten Jahresbericht der NGO wurden 2.221 davon verteilt. Jede einzelne Karte bietet ein halbes Jahr lang monatlich 40 Gigabyte Daten sowie unbegrenzte Telefonate und SMS. Vodafone verschenkt also nicht bloß ein Stück Plastik, sondern sechs Monate bezahlte Kommunikation inklusive Telefonnummer und mobiler Datenverbindung, die von den anderen Kunden des Konzerns über deren Rechnungen mitbezahlt werden. Die SIM-Karten werden von Vodafone an die jeweilige Organisation geschickt und von dieser weitergegeben.
Care4Calais arbeitet mit Migranten in Großbritannien und Nordfrankreich, unterstützt Asylforderer bei Rechtsfragen, bei Behördenkontakten und beim Zugang zu Leistungen und kämpft gleichzeitig politisch für zusätzliche Wege nach Großbritannien. Die Organisation fordert unter anderem ein Visa-System, mit dem Menschen aus der EU nach Großbritannien reisen und erst dort einen Asylantrag stellen dürfen. Auf ihrer Website wendet sich Care4Calais ausdrücklich gegen die Forderung, Asylforderer müssten im ersten sicheren Land bleiben.
Diese Asylindustrie-NGO wurde von Vodafone mit tausenden Gratis-SIM-Karten ausgestattet. Ein großer Teil der Karten wurde britischen Medienberichten zufolge an Bewohner des ehemaligen RAF-Stützpunkts Wethersfield in Essex verteilt, der inzwischen als Unterkunft für Asylbewerber dient. Vodafone erklärt, die Karten seien ausschließlich für die Verteilung und Nutzung im Vereinigten Königreich vorgesehen, und Care4Calais bestreitet, diese Vodafone-SIMs in Frankreich ausgegeben zu haben. Mehr noch: Nicht einmal einen Ausweis braucht der spätere Nutzer dafür. Großbritannien kennt bis heute keine allgemeine Identifizierungspflicht für Prepaid-SIM-Karten. Bei Vodafones Wohltätigkeits-SIMs genügt nach Angaben des Konzerns sogar das Einlegen in ein entsperrtes Telefon – schon wird die Verbindung automatisch aktiviert. Eine neue Rufnummer gibt es gleich dazu.
Reform UK droht Vodafone-Bossen mit Haft
Zia Yusuf hat sich Vodafone deshalb vorgenommen. Der Schatten-Innenminister von Reform UK wirft dem Konzern vor, mit seiner Unterstützung für Care4Calais Strukturen zu stärken, die illegale Einwanderung nach Großbritannien erleichtern. In einem offenen Brief an Konzernchefin Margherita Della Valle fordert er die sofortige Beendigung der Zusammenarbeit und die Deaktivierung noch aktiver SIM-Karten. Vodafone soll zudem vorhandene Standort- und Nutzungsdaten im gesetzlich zulässigen Rahmen britischen und französischen Behörden zur Verfügung stellen. Auch öffentliche Aufträge des Konzerns nimmt Yusuf ins Visier. Unter einer Reform-Regierung könnte Vodafone bei sensiblen Verträgen in den Bereichen Verteidigung, nationale Sicherheit und Notfalldienste vor die Tür gesetzt werden.
Damit nicht genug. Reform UK will mit dem sogenannten „Polanski’s Law“ die Unterstützung illegaler Einreise wesentlich härter bestrafen. Yusuf kündigt einen Straftatbestand an, bei dem sich Verantwortliche nicht mehr bequem darauf zurückziehen könnten, von der späteren Verwendung ihrer Hilfe nichts gewusst zu haben. Wer die Infrastruktur für die illegale Zuwanderung bereitstellt, soll persönlich haften können. Gegenüber Vodafone formulierte Yusuf die Konsequenz unmissverständlich: Würden Della Valle und ihr Vorstand unter einer solchen Rechtslage genauso handeln, könnten sie dafür im Gefängnis landen.
Das Gesetz nennt Mobiltelefone ausdrücklich
Der britische Gesetzgeber weiß übrigens sehr genau, welche Rolle Kommunikationsmittel bei illegaler Migration spielen können. Der Border Security, Asylum and Immigration Act 2025 stellt bereits heute die Bereitstellung bestimmter Gegenstände unter schwere Strafe, wenn jemand weiß oder vermutet, dass diese im Zusammenhang mit bestimmten Einwanderungsdelikten eingesetzt werden sollen. Nach Section 13 drohen bei einer Verurteilung bis zu 14 Jahre Haft. Der Crown Prosecution Service erläutert in seinen offiziellen Richtlinien, was unter solchen Gegenständen verstanden werden kann – und nennt ausdrücklich Mobiltelefone.
Der britische Staat erkennt damit selbst an, dass ein Handy auf einer illegalen Migrationsroute weit mehr sein kann als ein Mittel für den abendlichen Anruf bei der Familie. Kommunikation kann ein Bestandteil der Logistik sein. Wer entsprechende Hilfsmittel unter den Voraussetzungen des Gesetzes bereitstellt, kann deshalb mit drakonischen Strafen rechnen. Bei der Asylindustrie hat der Gesetzgeber (also die Sozialisten-Mehrheit) allerdings gleich wieder eine Hintertür eingebaut: Wer im Auftrag einer Organisation handelt, deren Zweck die kostenlose Unterstützung von Asylbewerbern ist, kann sich auf einen ausdrücklich vorgesehenen Rechtfertigungsgrund berufen. Wird dieser ausreichend dargelegt, muss die Staatsanwaltschaft ihn widerlegen.
Das ist die britische Migrationspolitik in ihrer ganzen Absurdität. Mobiltelefone können gesetzlich als Hilfsmittel für Einwanderungsdelikte behandelt werden, ihre Bereitstellung kann im Extremfall 14 Jahre Haft einbringen – während der organisierte Asylhelfer-Apparat zugleich einen eigenen juristischen Schutzmechanismus bekommt. Die sozialistische Regierung baut einerseits eine massive Strafandrohung auf und lässt andererseits direkt daneben eine Tür für jene Organisationen offen, deren tägliches Geschäft die Unterstützung von Asylbewerbern ist.
Vom Telekomkonzern zum Weltanschauungskonzern
Dass ausgerechnet Vodafone in dieser Affäre steckt, überrascht kaum noch. Der Konzern hat sich längst von der Vorstellung verabschiedet, einfach Mobilfunkanbieter zu sein. Vodafone unterstützt Pride-Kampagnen, wirbt für „Allyship“, beschäftigt sich mit Trans-Programmen und propagiert Pronomen in Mitarbeiterprofilen und E-Mail-Signaturen. Nach Kritik an einer Werbung mit einem gleichgeschlechtlichen Kuss erklärte das Unternehmen nicht etwa, künftig wieder stärker über Netzabdeckung und Mobilfunktarife reden zu wollen, sondern kündigte an, noch lauter zu werden. Vodafone will Haltung zeigen – ständig, überall und möglichst in dieselbe links-woke Richtung.
Das Programm „charities.connected“ passt genau in dieses Bild. Seit 2021 hat Vodafone nach eigenen Angaben bereits rund 1,7 Millionen kostenlose SIM-Karten an Wohltätigkeitsorganisationen ausgegeben. Wer davon profitiert, entscheidet der Konzern. Care4Calais bekam 2.500 Stück. Der Weltanschauungskonzern mit Funkmasten unterstützt damit ausgerechnet eine NGO aus der Asylindustrie, die sich politisch für zusätzliche Migration nach Großbritannien einsetzt. Bezahlt wird dies schlussendlich jedoch von den Kunden des Konzerns über deren monatliche Mobilfunkrechnungen.
An der Spitze von Vodafone steht seit 2023 Margherita Della Valle. Ihr eigener Lebensstandard dürfte durch die Großzügigkeit des Konzerns kaum gefährdet sein. Der Vodafone-Geschäftsbericht für 2026 weist für die Vorstandsvorsitzende eine Gesamtvergütung von 10,132 Millionen Pfund aus, nach 4,825 Millionen Pfund im Vorjahr. Das entsprach dem 218-Fachen des Einkommens eines britischen Vodafone-Beschäftigten am unteren Vergleichspunkt der vorgeschriebenen Gehaltsstatistik. Kurz nach ihrem Amtsantritt hatte Della Valle gleichzeitig den Abbau von rund 11.000 Arbeitsplätzen angekündigt. Bei den eigenen Mitarbeitern wurde also der Rotstift angesetzt, bei politisch-ideologischen Wohltätigkeitsprojekten bleibt Vodafone großzügig.






