Zwei 13-Jährige schwer verletzt: Messer-Amok mit Ansage an Gymnasium in Oberbayern

Symbolbild: KI

Schock und Entsetzen in der oberbayerischen Kleinstadt Schongau: Bei einer mutmaßlichen Amoktat am Welfen-Gymnasium sind am Mittwoch, dem 8. Juli, zwei 13-jährige Mädchen schwer verletzt worden. Der 16-jährige Tatverdächtige wurde nur Minuten nach der Tat festgenommen. Die Polizei nahm einen 16-Jährigen mit kroatischer Staatsbürgerschaft fest. Die Behörden sprechen von einer Amoktat eines Einzeltäters in einer „psychischen Ausnahmesituation“.

Gegen 12:50 Uhr ging bei der Polizei ein Notruf über eine Gewalttat auf dem Schulgelände ein. Die Polizei fuhr sofort mit allen verfügbaren Kräften aus der Region zu der Schule, die von gut 800 Schülern besucht wird.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) waren vor Ort und haben sich zu der Tat geäußert. Demnach betrat der Tatverdächtige – ein 16-jähriger kroatischer Staatsangehöriger – mit einem Messer und einer Schusswaffe bewaffnet das Schulgelände. Laut dem Bundesinnenminister gab er zunächst einen Schuss aus einer Pistole (möglicherweise aus einem 3D-Drucker) ab, der jedoch niemanden traf. Dann versagte die Schusswaffe. Der Jugendliche zog daraufhin ein Messer und griff zwei 13-jährige Schülerinnen an.

Die Mädchen erlitten schwere Verletzungen und mussten in Krankenhäuser gebracht werden – eines davon mit einem Rettungshubschrauber. Am Nachmittag teilten die Behörden mit, dass beide Mädchen nicht mehr in Lebensgefahr schweben. Dobrindt gab an, die Ermittler gingen davon aus, dass der 16-Jährige sich in einer „psychischen Ausnahmesituation“ befunden habe. „Die beiden Opfer, die schwerstverletzten Mädchen, sind nach unserer Einschätzung zufällige Opfer, die in dem Moment in seine Schreckensbahn gekommen sind“, erklärte er.

Der Tatverdächtige ist ein ehemaliger Schüler des Welfen-Gymnasiums. Er lebte zuletzt bei seinen Eltern und war nach Angaben von Joachim Herrmann bereits in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung. Er soll schon vor der Tat Drohungen ausgesprochen haben.

Bereits 17 Minuten nach dem Alarm konnte der 16-Jährige von Lehrkräften und Polizei überwältigt und festgenommen werden. Die Ermittlungen zu Motiv und Hintergründen laufen. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. Der war laut „Bild“ bereits auf dem Radar der Sicherheitsbehörden: Die Staatsanwaltschaft München II ermittelte wegen zweier Vorfälle aus dem Jahr 2025 gegen ihn, weil er Mitschüler bedroht und in sozialen Netzwerken Amokläufe verherrlicht haben soll. Haftgründe hätten aber „zu keinem Zeitpunkt“ vorgelegen, so Polizei und Staatsanwaltschaft.

Dank des raschen Eingreifens der Einsatzkräfte konnte eine noch größere Tragödie verhindert werden. Das Schulgelände wurde weiträumig abgesperrt, zahlreiche Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Schüler und Lehrer wurden psychologisch betreut. Am Donnerstag soll der Unterricht teilweise wieder aufgenommen werden – unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen und mit psychologischer Unterstützung.

Die Formulierung „psychische Ausnahmesituation“ wird inzwischen bei immer mehr Fällen angewandt – sie ist mittlerweile fast schon eine Standardfloskel. Auch stellt sich auch immer öfter heraus, dass Täter „bekannt“ waren, in Behandlung waren oder Auffälligkeiten zeigten – und trotzdem konnte die Tat passieren. Hätte die Tat verhindert werden können? Hat der Schutz der Bevölkerung noch Priorität?

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