Energiewende-Mangelwirtschaft: Bundesnetzagentur baut Strom-Abschaltzentrale

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Erst schaltete Deutschland seine letzten Kernkraftwerke ab und erklärte Kohle zum Auslaufmodell. Nun baut die Bundesnetzagentur eine digitale Kommandozentrale, mit der sie Fabriken bei tagelangem oder wochenlangem Strommangel insbesondere während längerer Dunkelflauten zur Produktionsdrosselung zwingen und notfalls abschalten lassen kann. Die Öffentlichkeit sollte davon offenbar nichts erfahren – aus Sorge vor „Verunsicherungen“.

Wie Apollo News unter Berufung auf exklusiv vorliegende Unterlagen berichtet, arbeitet die Bundesnetzagentur seit mindestens zwei Jahren an einer sogenannten „Sicherheitsplattform Strom“. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion soll die bundesweite Datenbank im Auftrag der Behörde aufbauen und betreiben. Offiziell geht es um ein „Kommunikations- und Koordinierungswerkzeug“. Tatsächlich entsteht eine zentrale Schaltstelle, über die der Staat im Krisenfall festlegt, welche Unternehmen ihren Stromverbrauch reduzieren und damit ihre Produktion herunterfahren müssen.

Dabei handelt es sich nicht um die üblichen kurzfristigen Noteingriffe, mit denen Netzbetreiber innerhalb weniger Minuten auf einen technischen Defekt reagieren und einen Blackout verhindern. Die neue Plattform ist für vorhersehbare Mangellagen gedacht, die laut den internen Unterlagen „mehrere Tage bis Wochen“ dauern können. Unternehmen sollen mit einem Vorlauf von drei Tagen bis mindestens 24 Stunden zur Verbrauchsreduzierung aufgefordert werden. Das ist am Ende nichts weiter als eine staatlich organisierte Mangelverwaltung.

Die Bundesnetzagentur behauptet zwar, es gebe „keinerlei uns bekannte Gründe“, die für einen bevorstehenden Einsatz der Plattform sprächen. Trotzdem soll das System schnell aufgebaut, getestet und einsatzbereit gemacht werden. Als ein Teilnehmer einer Informationsveranstaltung für Netzbetreiber am 3. Juni auf diesen Widerspruch hinwies, erklärte die Behörde, man könne ein solches Notfallwerkzeug nicht erst im Krisenfall errichten. Doch warum wurden Bürger, Unternehmen und Öffentlichkeit über ein derart weitreichendes Projekt nicht informiert? Man habe „Verunsicherungen“ wegen der sensiblen Thematik vermeiden wollen, hieß es lapidar. Mit anderen Worten: Die Energiewende soll mit aller Gewalt als Erfolg verkauft werden. Über die Abschaltpläne für den Fall ihres absehbaren Scheiterns spricht man lieber nicht.

Vom Industrieland zum rationierten Wirtschaftsstandort

In der neuen Plattform sollen sich sämtliche Stromkunden mit einem Jahresverbrauch von mindestens acht Gigawattstunden verpflichtend registrieren. Rechnerisch entspricht das einer durchschnittlichen Dauerlast von weniger als einem Megawatt. Damit werden allerdings nicht nur einige wenige Industriegiganten erfasst, sondern zahlreiche Betriebe der Chemie-, Metall-, Papier-, Glas- und Lebensmittelindustrie sowie weitere größere Produktionsstandorte und selbst mittelständische Unternehmen. Zeichnet sich eine Mangellage ab, müssen die Firmen ihren erwarteten Stromverbrauch und mögliche Einsparungen melden. Anschließend kann die Bundesnetzagentur als Bundeslastverteiler verbindlich anordnen, wie stark der Verbrauch reduziert werden muss.

Die Betriebe sollen ihren Bedarf zunächst selbst drosseln – doch freiwillig ist daran nichts. Hält sich ein Unternehmen nicht an den Befehl, kann die Behörde den zuständigen Verteilnetzbetreiber, beispielsweise die örtlichen Stadtwerke, zur Abschaltung auffordern. Damit wird die deutsche Industrie zur Notfallreserve einer aus politisch-ideologischen Motiven ruinierten Stromversorgung gemacht. Wenn Wind und Sonne nicht liefern und regelbare Kraftwerke fehlen, sollen Chemiewerke, Gießereien, Papierfabriken oder Lebensmittelproduzenten eben weniger herstellen. In einer Behördenpräsentation lässt sich das bequem als „Lastreduktion“ verbuchen. In der Wirklichkeit stehen Maschinen still, Chargen gehen verloren, Liefertermine platzen und Produktions- und Kühlketten reißen.

Industrieanlagen sind keine Küchenlampen, die man ausschaltet und einige Tage später einfach wieder anknipst. Je nach Produktionsverfahren können kontrollierte Stilllegungen Stunden oder Tage dauern, während ein Wiederanlauf erhebliche Kosten verursacht. Manche Prozesse dürfen überhaupt nicht kurzfristig unterbrochen werden, ohne Anlagen und Materialien zu gefährden. Genau deshalb will die Bundesnetzagentur ihre Befehle möglichst 24 Stunden im Voraus erteilen. Nicht etwa, um solche Schäden zu verhindern, sondern um sie halbwegs beherrsch- und kalkulierbar zu machen.

Bezahlen sollen diese Schäden weitgehend die Unternehmen selbst. Auf die Frage nach Schadenersatz erklärte ein Vertreter der Behörde laut Apollo News: „Das EnSiG sieht grundsätzlich keine Entschädigung vor.“ Eine angeordnete Produktionsdrosselung sei nach Auffassung der Bundesnetzagentur keine Enteignung. Der Staat legt die Fabrik still, der Unternehmer trägt den Verlust und die Beschäftigten dürfen hoffen, dass ihr Arbeitsplatz die nächste Runde der grünen Transformation überlebt. Eine funktionierende Standortsicherung sieht jedenfalls anders aus.

„Flexibilität“ ist das Tarnwort für Verzicht

Die Abschaltplattform passt damit genau zum Euphemismus, mit dem die Bundesnetzagentur ihre Versorgungssicherheitsprognosen verkauft. In ihrem offiziellen Monitoring von 2025 erklärte sie, die deutsche Stromversorgung sei auch künftig sicher – allerdings nur, wenn bis 2035 zusätzlich 22,4 bis 35,5 Gigawatt steuerbare Leistung errichtet werden. Gleichzeitig müssten immer mehr Verbraucher „flexibel“ auf Strompreise und Versorgungslage reagieren. Ohne diese „Flexibilisierung“ steige der Bedarf an neuen Kraftwerken noch weiter. Was mit „Flexibilität“ tatsächlich gemeint ist, zeigen die internen Pläne nun ungeschminkt: Verbrauchsdaten abliefern, Einsparpotenziale offenlegen, Produktionsbefehle entgegennehmen und bei Missachtung vom Netz getrennt werden. Die Industrie soll nicht mehr nur Waren produzieren, Arbeitsplätze sichern und Steuern bezahlen. Sie soll zusätzlich als regelbarer Puffer für eine wetterabhängige Stromversorgung dienen.

Der Kern dieser Klimawahn-Politik ist ebenso einfach wie zerstörerisch: Nicht mehr das Stromangebot wird dem Bedarf einer Industrienation angepasst, sondern die Industrienation dem schwankenden Stromangebot. Scheint die Sonne und weht der Wind, wird Überschussstrom zu Spottpreisen ins Ausland verscherbelt. Herrscht Dunkelflaute, sollen Betriebe ihre Produktion drosseln oder ganz einstellen. Die grün-sozialistische Planwirtschaft tarnt sich dabei als „Lastmanagement“.

Die Bundesregierung hat erst im Juli ein neues Versorgungssicherheitsgesetz verabschiedet. Innerhalb der kommenden zwölf Monate sollen zunächst elf Gigawatt steuerbare Kapazitäten ausgeschrieben werden; weitere Runden sind für 2027 und 2029 vorgesehen. Der vollständige Kapazitätsmarkt soll jedoch erst 2031 greifen. Die letzten deutschen Kernkraftwerke wurden bereits 2023 abgeschaltet, der Kohleausstieg ist gesetzlich beschlossen und im Rheinischen Revier sogar auf 2030 vorgezogen worden. Erst werden verlässliche Kraftwerke niedergerissen, danach werden Ersatzkraftwerke mit Milliarden subventioniert – und für die Versorgungslücken baut man eine Abschaltzentrale.

Auch die Bürger kennen dieses Prinzip bereits. Neue Wärmepumpen, Wallboxen, Klimaanlagen und Stromspeicher mit mehr als 4,2 Kilowatt Anschlussleistung müssen sich seit 2024 vom Netzbetreiber steuern lassen. Bei drohender lokaler Überlastung darf ihr Strombezug gedrosselt werden. Was im Privathaushalt verharmlosend „Dimmen“ heißt, nennt sich in der Fabrik „Produktionsreduzierung“. Das Prinzip bleibt dasselbe: Wenn das Netz die politisch verordnete Elektrifizierung nicht mehr tragen kann, wird der Verbraucher ferngesteuert.

Deutschland baut damit eine bürokratisch verwaltete grün-sozialistische Mangelwirtschaft. Die Politik zwingt Autos, Heizungen und Industrie an die Steckdose, während ihre eigene Netzbehörde bereits die Befehlswege für tagelangen oder wochenlangen Strommangel vorbereitet. Dass ausgerechnet der von einem ehemaligen Grünen-Politiker geführten Bundesnetzagentur dabei vor allem die mögliche „Verunsicherung“ der Öffentlichkeit Sorgen bereitet, setzt dem Irrsinn die Krone auf. Die Bürger sollen an das Gelingen der Energiewende glauben – bis die erste Fabrik den Abschaltbefehl erhält.

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