Anschlag auf einen der bekanntesten Marienwallfahrtsorte der Welt: Ein Täter beschmierte die Marienstatue auf dem Erscheinungsberg Podbrdo in Bosnien-Herzegowina mit Farbe, hinterließ blasphemische Graffiti wie „Devil in a skirt“ und weitere Schmähungen. Am Außenaltar hinter der Pfarrkirche St. Jakobus (Sveti Jakov) legte der Mann gezielt Feuer.
Überwachungskameras filmten mit, wie der Täter den kürzlich renovierten Altar mit einer brennbaren Flüssigkeit – mutmaßlich Benzin – übergoss und anzündete. Das Feuer konnte rasch gelöscht werden und griff nicht auf die Kirche über, es sorgte jedoch für einen erheblichen Sachschaden, berichtet dazu Vatican News.
Sie haben den christlichen Wallfahrtsort Medjugorje in Brand gesetzt. Wird die Tagesschau berichten? Nein? Warum nicht? pic.twitter.com/8IaqRFqPk2
— Julian Adrat (@JulianAdrat) July 28, 2026
Die Polizei der Region Herzegowina-Neretva bestätigte den Beginn von Ermittlungen zum Feuerattentat, und noch am selben Tag wurde ein 31-jähriger ausländischer Staatsbürger – angeblich ein Pole – in der Region Ljubuški festgenommen. Sein Motiv ist bislang unklar: Ein Banner auf Polnisch hatte die sechs Seher von 1981 als Betrüger bezeichnet. Die Pfarrei Medjugorje verurteilte die Taten scharf und rief zu Gebet, Fasten und Vergebung auf und betonte, dass das Heiligtum für Pilger geöffnet bleibe – just wenige Tage vor dem großen Jugendfestival Mladifest, das zehntausende Besucher anzieht.
Brandanschläge auf zahlreiche Kirchen
Auch in diesem Jahr ist in Europa eine besorgniserregende Serie von Brandanschlägen auf christliche Sakralbauten und Gemeindehäuser dokumentiert: Das Observatorium für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa (OIDAC Europe) registrierte allein im Mai 2026 die höchste monatliche Zahl von Brandattacken des Jahres – allein in diesem Monat gab es 13 verifizierte Fälle in mehreren Ländern. In Deutschland brannten oder wurden angezündet: Kirchen in Marbach, München, Delmenhorst und Gladbeck (darunter das Gotteshaus der lutherischen Petrusgemeinde in Gladbeck-Brauck). In Frankreich kam es zu Angriffen auf die Kirche Notre-Dame de l’Assomption in Lentigny sowie zu einem besonders gefährlichen Brandversuch an einem Pfarrsaal in Tergnier, während sich Kinder im Gebäude aufhielten.
Weitere dokumentierte Fälle: Im Juni 2026 setzte ein mutmaßlich psychisch kranker 26-jähriger Mann in der historischen Kirche von Barum bei Lüneburg (Niedersachsen) die Orgel in Brand, der Schaden wird auf eine Million Euro geschätzt, der Mann wurde festgenommen. Ebenfalls im Juni brannte der Rohbau einer syrisch-orthodoxen Kirche in Leimen (Baden-Württemberg) – der 27-jährige Tatverdächtige gilt als psychisch krank, ein extremistischer Hintergrund wurde aber ausgeschlossen. Und in Italien versuchte ein Täter am 16. Juni, den Altar der Kirche Santi Bassiano e Fereolo in Lodi in Brand zu setzen. Auch in Irland wurde Feuer in der Church of the Immaculate Conception in Tinure (bei Drogheda) gelegt.





