An der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) eskalieren seit Jahren Gewalt, Vandalismus und Drohungen. Nun hat der Schulstart 2026/27 die Behörden zum Handeln gezwungen: Die Schulleitung wird ausgetauscht, nachdem ein Drittel der Lehrer aus Protest krankgeschrieben ist. Ein Blick auf die dramatischen Zustände an einer Schule mit über 90-prozentigem Migrantenanteil…
Eine Woche nach dem Start des neuen Schuljahres an der Karolina-Burger-Realschule plus hat die rheinland-pfälzische Schulaufsicht die Notbremse gezogen. Bildungsministerium und Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) teilten mit, dass die Schulleitung ausgetauscht wird. Gleichzeitig blieb rund ein Drittel des Kollegiums dem Unterricht fern – viele Lehrkräfte hatten sich aus Protest krankgemeldet. Der Grund: An der Schule hat sich trotz monatelanger Polizeipräsenz und diverser Unterstützungsangebote an den grundlegenden Zuständen kaum etwas geändert – die „notwendige nachhaltige innere personelle Stabilisierung“ der Schule ist nicht erreicht worden.
Die Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen-Mundenheim gilt seit Jahren als Problemschule. Zwischen 2022 und 2024 registrierte die Polizei 121 Einsätze an der Schule, in 118 Fällen folgten Strafanzeigen. Rund die Hälfte davon betraf Körperverletzungen. Parallel dazu rückte die Feuerwehr mehr als 100 Mal wegen mutwillig ausgelöster Fehlalarme aus.
Gewalt, Messerattacken, Reizgas
Gewalt gehört seit langem zum Alltag der Lehrkräfte. Auf den Fluren und im Hof würden sich Schüler gegenseitig schubsen, schlagen und in den Schwitzkasten nehmen. Beleidigungen wie „Halt die Fresse, du Schlampe“ gehörten zum normalen Ton, berichtete eine Lehrerin.
Besonders dramatisch war ein Vorfall im Mai 2025: Eine 16-jährige Schülerin ging mit einem aufgeklappten Taschenmesser auf eine Lehrerin los. Diese konnte den Angriff abwehren und der Schülerin die Waffe aus der Hand schlagen. Die Staatsanwaltschaft wertete die Tat als versuchten Totschlag. Die Jugendliche wurde vom Gericht als schuldunfähig eingestuft und in die Psychiatrie eingewiesen.
Im Januar 2026 eskalierte die Lage erneut. An mehreren Tagen versprühten drei Schüler Reizgas im Schulgebäude. Etwa 40 Personen – Schüler und Lehrkräfte – wurden verletzt. Die drei Jugendlichen im Alter von 13 bis 15 Jahren wurden dauerhaft von der Schule ausgeschlossen.
Lehrer werden bedroht, Schüler defäkieren im Treppenhaus
Im Juni 2025, nach der Messerattacke, verfasste das Kollegium einen zehnseitigen Brandbrief an die Schulaufsicht. Darin beschreiben die Lehrer Drohungen und Beleidigungen. Der „Mannheimer Morgen“ zitierte einige Sätze aus dem Schreiben: „Frau XY, haben Sie eigentlich keine Angst, wenn Sie mit dem Rücken zur Klasse stehen, dass Sie jemand von hinten absticht?“ Derselbe Schüler: „Ich schieße euch alle ab.“ Ein anderer Schüler: „Wenn Sie mir nicht die bessere Note geben, steche ich ihre Autoreifen auf.“ Der über den Vorgang informierte Vater erschien in der Schule und äußerte: „Das ist eh ein Scheißauto. Ist nicht schlimm, wenn da was passiert.“
Außerdem werden Lehrkräfte mit Büchern beworfen, vor allem weibliche Lehrkräfte werden sexuell beleidigt. Zudem werden Fake-Accounts von Lehrkräften in sozialen Medien angelegt, über die gezielt beleidigt und diffamiert wird. Schüler zerstören Mobiliar, schlagen Löcher in Wände und zünden Böller in Klassenräumen. Besonders widerlich sind die hygienischen Zustände: überflutete Toiletten, beschmierte Wände, Urinlachen in Gängen. Schüler hätten sogar „im Kellergeschoss unter Treppen ihr Geschäft verrichtet“.
Seit Ende Januar war die Polizei regelmäßig auf dem Schulgelände präsent. Die Präsenz brachte vorübergehend etwas Ruhe, löste aber die strukturellen Probleme nicht. Gleichzeitig kam es zu internen Spannungen: Im Frühjahr 2026 gingen drei Dienstaufsichtsbeschwerden gegen den Schulleiter ein.
Die Karolina-Burger-Schule ist eine Realschule plus. Diese Schulform gibt es nur in Rheinland-Pfalz. Sie ist die Zusammenführung von Hauptschule und Realschule und soll Chancengleichheit fördern. In diesen Schulen lernen Kinder mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen – von leistungsstarken Realschülern bis zu Jugendlichen mit erheblichen Sprachdefiziten oder sozialen Problemen – gemeinsam in einem System. An der Karolina-Burger-Schule gibt es Klassen mit bis zu 30 Schülern. Der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund soll bei rund 90 % liegen.
Lehrer wählen in der Regel linksgrün. Wenn sie dann die Gesellschaft bekommen, die sie wollten, melden sie sich dann für die nächsten Jahre krank. https://t.co/ETraeCBHpP
— M🅰️🅰️zilla (@Passwortvergess) August 18, 2026
Die Karolina-Burger-Realschule plus steht exemplarisch für die Probleme an Brennpunktschulen: hoher Migrantenanteil, hohe Gewaltbereitschaft, Überforderung des Personals, langsame Reaktion der Behörden und ein Klima, in dem an Lernen nicht mehr zu denken ist. Ob der Austausch der Schulleitung eine Trendwende bringt, darf bezweifelt werden – zumal der Elefant im Raum, nämlich der hohe Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund, nicht einmal thematisiert wurde.
In den sozialen Netzen hält sich das Mitgefühl mit der traditionell eher linken Lehrerschaft jedenfalls auffallend in Grenzen: „Lehrer wählen in der Regel linksgrün. Wenn sie dann die Gesellschaft bekommen, die sie wollten, melden sie sich dann für die nächsten Jahre krank“, kommentierte ein X-User und erntete dafür tausende Likes. An den Schulen kollidieren bunte Weltbilder von Multikulti und Vielfalt immer wieder besonders schmerzhaft mit der Realität. Wie man sich gegen aggressive und mitunter gar mit Messern bewaffnete Schüler wehrt, wird an linken Unis leider nicht vermittelt.






