Die Brandmauer bröckelt weiter: Zum Wahlkampfstart der AfD Sachsen-Anhalt machte Spitzenkandidat Ulrich Siegmund eine unerwartete Spendenmitteilung. Ausgerechnet ein CDU-Politiker soll der Partei satte 5.000 Euro gespendet haben.
Beim offiziellen Wahlkampfstart der AfD Sachsen-Anhalt in Magdeburg gab Siegmund „eine ganz besondere Spende“ bekannt: 5.000 Euro seien nämlich nicht von irgendjemandem gekommen, sondern ausgerechnet von einem CDU-Kreistagsmitglied in Sachsen-Anhalt. Beim Publikum brach daraufhin Jubel aus.
Brandmauer adé: Ein CDU-Politiker hat 5000 Euro an die AfD Sachsen-Anhalt gespendet 🍿🍿🍿 pic.twitter.com/D8wR8TUjvp
— Miró (@unblogd) July 18, 2026
Siegmund berichtete, der Spender wolle die AfD im Kampf gegen den „links-grünen Kurs der CDU“ unterstützen. Der CDU-Kommunalpolitiker wolle demnach „noch ein, zwei Monate anonym bleiben“, danach solle es „öffentlich“ werden. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt.
Später veröffentlichte Siegmund zudem ein Video auf X, in dem er die Spende ankündigte. Das Bröckeln der Brandmauer, das sich in einer Spende vom politischen Gegner widerspiegelt, wird in den Kommentarspalten gefeiert. Es zeigt sich aber zugleich ein tiefes Misstrauen der Menschen gegenüber den Altparteien (und teilweise auch gegenüber der AfD, von der mancher Beweise für die Spende forderte). So wollten User wissen, warum die Person nicht aus der CDU austrete, wenn sie doch den Kurs kritisiere. Andere sorgten sich, dass die Bekanntgabe der Spende dem bislang anonymen Politiker schaden würde und somit einem politischen Wandel eher im Weg stehen könnte.
CDU-Politiker spendet für AfD-Wahlkampf!
— Ulrich Siegmund (@UlrichSiegmund) July 19, 2026
Ja, das ist kein Witz: Ein CDU-Kreistagsmitglied aus Sachsen-Anhalt hat 5.000 Euro für unseren Landtagswahlkampf gespendet.
Er möchte, dass wir unser wunderschönes Land vor dem links-grünen Kurs der CDU schützen, und drückt uns fest die… pic.twitter.com/VD66svFM5H
Die CDU fordert nach den Ankündigungen jedenfalls eine Offenlegung des Falls. Der Generalsekretär der CDU Sachsen-Anhalt, Mario Karschunke, beklagte: „Es ist wie immer! Unkonkrete Behauptungen ersetzen keine Fakten. Wenn die AfD einen konkreten Sachverhalt behauptet, sollte sie Ross und Reiter nennen. Solange das nicht geschieht, beteiligen wir uns nicht an Spekulationen.“
Karschunke kündigte aber auch prompt Konsequenzen an, wenn der Name eines CDU-Politikers bekannt werden sollte, der für die AfD gespendet hat: „Sollte ein konkreter Fall bekannt werden, werden wir ihn selbstverständlich nach den geltenden Statuten unserer Partei prüfen.“ Das Parteiausschlussverfahren dürfte auf dem Fuße folgen.





