Es ist offiziell: Keir Starmer wirft das Handtuch. Nach wochenlangem Hin und Her hat er seinen Rücktritt als Regierungschef und Labour-Parteivorsitzender angekündigt. Bis September soll jetzt ein neuer Parteichef gewählt werden, der auch das Amt als Regierungschef übernehmen soll.
Nicht ganz zwei Jahre hat Starmer durchgehalten: Im Juli 2024 hat er das Amt des Premierministers übernommen. Seither ging es mit den Zustimmungswerten für die Labour-Partei (und auch für Starmer selbst) stetig abwärts. Trotz wachsendem Druck – auch parteiintern – hieß es allerdings auch zuletzt immer wieder, dass Starmer regulär bis 2029 im Amt bleiben wollte.
Bei einer Pressekonferenz am heutigen Montag kündigte er nun aber doch seinen Rücktritt an. Er wolle seiner Partei Gehör schenken und habe bereits mit King Charles gesprochen. Starmer verteidigte in seiner Rede seine Politik und lobte sich unter anderem für eine angeblich stärkere Wirtschaft, eine massive Erhöhung der Verteidigungsausgaben und „Schutz“ von Kindern vor sozialen Medien (sprich: Verbote). „Bei jeder Entscheidung, die ich getroffen habe, ging es darum, das Land, das ich liebe, an die erste Stelle zu setzen“, behauptete Starmer und sicherte seinem Nachfolger seine volle Unterstützung zu.
🇬🇧 Full speech: Keir Starmer announces his resignation as Prime Minister of the UK pic.twitter.com/1Ahigq6caJ
— Visegrád 24 (@visegrad24) June 22, 2026
Sollte es nur einen einzelnen Kandidaten für Starmers Nachfolge geben, soll der neue Premierminister im Juli feststehen. Gibt es mehrere Bewerber, soll die Entscheidung im September fallen. Aktuell ist Andy Burnham der Favorit im Rennen um den Labour-Vorsitz. Über ihn berichtete Report24 bereits: Starmer vor dem Sturz: Droht Großbritannien jetzt ein Premier Burnham?
Forderungen nach Neuwahlen
Mit Burnham ist im Vereinigten Königreich keine Verbesserung zu erwarten – im Gegenteil, er gilt als noch weiter links stehend als Starmer. Entsprechend laut sind aktuell die Forderungen nach Neuwahlen. „Wenn die Labour-Partei glaubt, sie könne einen weiteren Berufspolitiker in die Downing Street Nr. 10 bringen, dann irrt sie sich gewaltig“, postete Nigel Farage (Reform UK) auf X. Bei den jüngsten Kommunal- und Regionalwahlen hatte Labour empfindliche Niederlagen eingefahren. Reform UK dagegen gewann auch in vorherigen Labour-Hochburgen Mehrheiten.
Auch von Rupert Lowe (Restore Britain) erntete Starmer keine warmen Abschiedsworte: „Ich halte ihn weder für einen guten Menschen noch für einen Patrioten. Er hat die Zerstörung unseres Großbritanniens, unserer Heimat, bewusst und in rasantem Tempo vorangetrieben. Die Geschichte wird ihn nicht wohlwollend in Erinnerung behalten, und das sollte sie auch nicht“, so Lowe über den baldigen Ex-Premier. Er wirft Starmer vor, dass er die Untersuchung zu den Rape-Gangs blockieren wollte, was er ihm „nie verzeihen“ werde. Lowe schloss mit den Worten: „Was als Nächstes kommt, weiß ich nicht. Was auch immer es sein mag, Restore Britain wird bereit sein, dem britischen Volk einen demokratischen Ausweg zu bieten – einen besseren Weg, den einzigen Weg. Aber Starmer ist weg. Und das ist gut so. Genießen Sie es.“
