Europa brennt, die Erde glüht, die Klimakatastrophe ist da – zumindest dann, wenn man sich seine Welt aus den dramatischsten Fernsehbildern dieses Sommers zusammenbaut. Die Satellitendaten erzählen für 2026 eine andere Geschichte: Bis Anfang August lag die weltweit verbrannte Fläche rund 42 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2025, während auch die globalen Feueremissionen einen historischen Tiefstand erreichten. Einzelne verheerende Brände bleiben Katastrophen für die betroffenen Menschen – zum Beweis für einen angeblich immer stärker brennenden Planeten werden sie erst durch sorgfältiges Weglassen der restlichen Welt.
Am 5. August sah die globale Feuerbilanz jedenfalls erstaunlich wenig apokalyptisch aus. Daten des Global Wildfire Information System der Europäischen Kommission zeigen für die ersten sieben Monate 2026 eine weltweit verbrannte Fläche, die rund 42 Prozent unter dem Mittel der Jahre 2012 bis 2025 liegt. Afrika kam auf etwa minus 44 Prozent, Asien auf minus 41 Prozent, Südamerika auf minus 50 Prozent, Nordamerika auf minus 46 Prozent, Ozeanien auf minus 15 Prozent und selbst Europa auf rund minus 35 Prozent. Afrika, Südamerika und Nordamerika lagen dabei sogar auf Rekordtiefständen innerhalb der Vergleichsreihe. Ausgerechnet in jenem Sommer also, in dem uns beinahe jedes größere Feuer als weiteres Beweisstück der Klimakatastrophe serviert wird, brennt weltweit außergewöhnlich wenig Fläche.
Less Global Fire
— Bjorn Lomborg (@BjornLomborg) August 8, 2026
On August 5, 7 months through 2026:
Every continent below average, and Africa, South America, and North America at record lows
World at -42%
You are being badly informed on climate changehttps://t.co/scZCc2cFi9
You can see all the references in my Twitter… pic.twitter.com/u74toscJxc
Natürlich sieht man davon in den Abendnachrichten wenig. Ein Satellitendiagramm mit sinkender Brandfläche produziert nun einmal keine orangefarbenen Flammenwände, keine Löschflugzeuge im Sturzflug und keine dramatisch unterlegte Reportage. Brennt es in Südfrankreich, Spanien oder Kanada, laufen die Bilder tagelang. Brennen gleichzeitig Millionen Quadratkilometer Savanne, Grasland und Wald anderswo eben nicht, gibt es davon naturgemäß keine spektakulären Aufnahmen. So entsteht beim Zuschauer irgendwann der Eindruck einer Welt im Dauerfeuer – nicht unbedingt, weil ihm falsche Bilder gezeigt werden, sondern weil ihm fast ausschließlich die brennenden Landschaften gezeigt werden.
Auch die Feueremissionen passen nicht zur Apokalypse
Noch unangenehmer für das Narrativ vom immer stärker brennenden Planeten wird es beim Copernicus Atmosphere Monitoring Service. Dessen Global Fire Assimilation System erfasst nicht die Brandfläche, sondern schätzt anhand von Satellitenmessungen die Kohlenstoffemissionen aus Vegetations- und Biomassebränden. Die historische Reihe reicht bis 2003 zurück. Bereits im ersten Halbjahr 2026 meldete Copernicus mit knapp 400 Millionen Tonnen Kohlenstoff den niedrigsten Wert der gesamten 24-jährigen Messreihe; auch nach den ersten sieben Monaten blieb 2026 ganz unten.
Alarmists: The World is on Fire!
— Bjorn Lomborg (@BjornLomborg) August 5, 2026
Reality: The first 7 months of 2026 show the lowest-ever CO₂ emissions from wildfireshttps://t.co/EszCUroPcn https://t.co/0wYiLLnDxA pic.twitter.com/h403Ee9jpj
Das ist deshalb interessant, weil sich damit zwei voneinander verschiedene Messgrößen gegenseitig ergänzen. Weniger verbrannte Fläche bedeutet nicht automatisch geringere Emissionen, denn ein intensiver Waldbrand setzt pro Hektar erheblich mehr Kohlenstoff frei als ein oberflächliches Grasfeuer. 2026 liegen jedoch sowohl die globale Brandfläche als auch die Feueremissionen außergewöhnlich niedrig. Wer dennoch von einer Erde erzählt, die immer schneller in Flammen aufgeht, hat offensichtlich ein Realitätsproblem.
Global deaths from fire air pollution are down 2000-19
— Bjorn Lomborg (@BjornLomborg) January 15, 2025
While population has increased by 1.6bn and median age increased from 25-29
Most underreported: Global death rates have dropped nearly a quarter
But, of course, doesn't fit the climate narrativehttps://t.co/pAnhA8WbGm pic.twitter.com/GQ6AjIBzW1
Copernicus selbst weist zudem seit Jahren darauf hin, dass die globalen Biomasseverbrennungsemissionen langfristig zurückgegangen sind. Ein wesentlicher Faktor ist die abnehmende Feueraktivität in tropischen und subtropischen Regionen, insbesondere in Afrika. Dort brennen normalerweise gewaltige Flächen von Savannen und Grasland, die in europäischen Nachrichtensendungen kaum vorkommen. Ein französischer Pinienwald ist für die Kamera eben interessanter als ein paar Millionen Hektar weniger Feuer in der afrikanischen Savanne.
„Europe is Burning“ – Lancet macht mit
Das renommierte Medizinjournal The Lancet eröffnete ein aktuelles Editorial dennoch mit den Worten „Europe is Burning“ und erklärte Waldbrände zum gesundheitlichen Notfall. Natürlich sind Waldbrände gesundheitsgefährdend. Rauch, Feinstaub und andere Schadstoffe belasten Atemwege und Herz-Kreislauf-System, großflächige Feuer können ganze Regionen für Wochen beeinträchtigen. Nur sagt das zunächst überhaupt nichts darüber aus, ob Europa insgesamt mehr oder weniger brennt.
Lancet editorial declares a “health emergency” from wildfires
— Bjorn Lomborg (@BjornLomborg) August 9, 2026
Europe — like every other continent — is burning less
Wildfire air pollution death risk has declined
Instead, they just claim “Europe is burning.” This isn’t science. It’s propagandahttps://t.co/MmNRBFjQSG https://t.co/3GUxeNqcag pic.twitter.com/GtLkIlEgpE
Und eben da wird es interessant. Denn während der Lancet seinen Lesern mit dem brennenden Europa Klimapanik vermittelt, lag die europäische Brandfläche Anfang August nach den GWIS-Daten rund 35 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Frankreich kann gleichzeitig einen schlimmen Brandsommer erleben, Spanien schwere Feuer melden und Europa insgesamt weniger verbrannte Fläche aufweisen als üblich. Beides kann gleichzeitig wahr sein. Für Schlagzeilen eignet sich allerdings nur eine Hälfte besonders gut.
Aus einzelnen regionalen Katastrophen wird so rasch eine globale Erzählung gebaut. Kanada brennt irgendwo spektakulär – also brennt Nordamerika. Südfrankreich steht in Flammen – also brennt Europa. Und weil sich irgendwo auf der Erde praktisch immer ein großes Feuer finden lässt, kann der Klimanotstand anschließend das ganze Jahr durchgesendet werden. Die Satelliten haben bei diesem Geschäftsmodell jedoch einen lästigen Nachteil: Sie sehen auch dorthin, wo gerade nichts brennt.
Globale Brandfläche sinkt seit Jahren
Dass die weltweite Brandfläche langfristig zurückgeht, ist zudem keine Entdeckung des Jahres 2026. Bereits eine 2017 in Science veröffentlichte Studie kam anhand satellitengestützter Beobachtungen zu dem Ergebnis, dass die globale verbrannte Fläche zwischen 1998 und 2015 um rund 24 Prozent zurückging. Besonders deutlich war der Rückgang in Savannen und Graslandschaften Afrikas und Südamerikas. Veränderte Landnutzung, intensivere Landwirtschaft, Straßen, Siedlungen und die Fragmentierung früher zusammenhängender Vegetationsflächen spielen dabei eine erhebliche Rolle.
Auch andere neuere wissenschaftliche Arbeiten bestätigen den langfristigen Rückgang der globalen Brandfläche, während sie zugleich vor steigenden Risiken in bestimmten Regionen warnen. Das widerspricht sich keineswegs. Höhere Temperaturen, Dürre und Wind können einzelne Feuer extremer machen, während weltweit insgesamt weniger Fläche brennt. Genau deshalb ist die pauschale Gleichung „großer Waldbrand = Klimawandel = immer mehr Feuer“ wissenschaftlich so dürftig. Ein Planet besteht aus etwas mehr als dem gerade brennenden Berghang vor der Fernsehkamera.
Hinzu kommt, dass Brandfläche, Feuerintensität, Schadenshöhe und Zahl der betroffenen Menschen vier verschiedene Dinge sind. Selbst bei sinkender globaler Brandfläche können Schäden steigen, wenn immer mehr Häuser in gefährdete Wald- und Buschgebiete gebaut werden. Ein Feuer, das vor 50 Jahren ein unbewohntes Gebiet verbrannte, war eine Randnotiz. Das gleiche Feuer am Rand einer heutigen Ferienhaus- oder Vorstadtsiedlung produziert Evakuierungen, Millionenschäden und internationale Schlagzeilen. Auch dieser Unterschied verschwindet gerne unter dem allzwecktauglichen Etikett „Klimakrise“.
Brandvorsorge ist weniger glamourös als Klimapolitik
Für die tatsächlich wirksame Bekämpfung schwerer Waldbrände existieren außerdem Maßnahmen, die erstaunlicherweise ganz ohne Weltklimakonferenz funktionieren. Kontrollierte Brände, das Entfernen von Unterholz und Totholz, Brandschneisen, bessere Forstwege, ein sinnvoller Abstand zwischen Vegetation und Siedlungen sowie eine professionelle Bewirtschaftung gefährdeter Gebiete können die Menge des verfügbaren Brennmaterials drastisch reduzieren. Jahrzehntelange kompromisslose Feuerunterdrückung hat in manchen Regionen dagegen dazu geführt, dass sich enorme Brennstoffmengen ansammeln konnten.
Untersuchungen aus den Vereinigten Staaten zeigen beispielsweise, dass kontrollierte Feuer die Intensität späterer Waldbrände deutlich verringern können. Das Prinzip ist nicht sonderlich kompliziert: Was bei niedriger Temperatur kontrolliert verbrennt oder entfernt wird, kann einige Jahre später nicht mehr als meterhohe Flammenwand durch den Wald jagen. Für politische Inszenierungen ist ein Förster mit Motorsäge allerdings erheblich weniger attraktiv als der nächste milliardenschwere Klimafonds.
Dazu kommen die eigentlichen Zündquellen. Frankreichs Behörden weisen selbst darauf hin, dass der überwiegende Teil der Wald- und Vegetationsbrände dort durch menschliches Verhalten ausgelöst wird. Weggeworfene Zigaretten, Maschinen, Fahrzeuge, Stromleitungen, landwirtschaftliche Arbeiten, Fahrlässigkeit und vorsätzliche Brandstiftung verschwinden nicht dadurch, dass Brüssel noch eine CO2-Verordnung erlässt. Trockenheit entscheidet darüber, wie leicht Vegetation Feuer fängt und wie schnell sich Flammen ausbreiten können. Den ersten Funken liefert trotzdem erstaunlich oft jemand ganz ohne Hilfe des Weltklimas.
Report24 berichtete zuletzt beispielsweise über Ermittlungen nach einem Großbrand in Griechenland, bei denen eine private Stromleitung im Zusammenhang mit einem Windpark ins Visier geriet. Gerade bei solchen Fällen lohnt sich der Blick auf die konkrete Brandursache wesentlich mehr als der automatische Griff zum Klimawandel. Ein Kabel, ein Funke oder ein fahrlässiger Mensch ist journalistisch offenbar nur weniger weltbewegend als das „CO2“.
Das große Loch in der Klimaberichterstattung
Niemand muss deshalb die zerstörten Häuser in Frankreich, verbrannte Wälder in Spanien oder kanadische Evakuierungen kleinreden. Auch diese Katastrophen verdienen eine saubere Berichterstattung über Ursachen, Fehler bei der Brandvorsorge und die tatsächlich vorhandenen Risiken. Fragwürdig wird es dort, wo aus jedem Großbrand sofort ein weiteres Kapitel der angeblichen Klimakatastrophe geschrieben wird, während dieselben Redaktionen kaum erwähnen, dass die weltweite Brandfläche gleichzeitig auf einem historischen Tiefstand liegt.
Man stelle sich dieselbe Methode beim Wetter vor. Ein Reporter stellt sich während eines Wolkenbruchs unter ein Vordach, zeigt die Wassermassen und erklärt anschließend, der gesamte Kontinent werde immer nasser – ohne jemals die Niederschlagsstatistik anzusehen. Bei Waldbränden nennt man dieses Verfahren inzwischen Klimaberichterstattung. Die Satelliten lassen sich davon wenig beeindrucken. Sie messen weiter. Und bislang liefern sie für 2026 eine denkbar schlechte Kulisse für die Erzählung vom immer stärker brennenden Planeten: 42 Prozent weniger globale Brandfläche als im Mittel, alle Kontinente unter Durchschnitt und die niedrigsten weltweiten Feueremissionen der Copernicus-Reihe. Vielleicht sollte man beim nächsten „Die Welt brennt“-Beitrag einfach einmal etwas herauszoomen und das Gesamtbild betrachten.
Wer sich näher mit den technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Schattenseiten des massiven Windkraftausbaus beschäftigen möchte: Heinz Steiner behandelt diese Themen ausführlich in seinem neuen Buch „Der Windkraft-Wahn„.






