Burkina Faso bricht mit Frankreich und erhebt schwere Terror-Vorwürfe

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Es ist die nächste schallende Ohrfeige für Emmanuel Macron und die westliche Geopolitik in Afrika: Das rohstoffreiche Burkina Faso hat mit sofortiger Wirkung die diplomatischen Beziehungen zur ehemaligen Kolonialmacht Frankreich gekappt. Die Vorwürfe der Militärregierung lauten: Paris soll subversive Netzwerke und Terrorgruppen in der Sahelzone aktiv unterstützen.

Nach Jahren wachsender Spannungen und fortschreitender Emanzipation vom westlichen Einfluss zieht Burkina Faso nun einen radikalen Schlussstrich. Im Staatsfernsehen verkündete die Militärregierung am Freitag das sofortige Ende der diplomatischen Beziehungen zu Frankreich. Die Junta wirft Paris nicht nur „neokoloniale Ambitionen“ und einen unerwünschten „Aktivismus gegen die Interessen des Landes“ vor, sondern geht noch einen gewaltigen Schritt weiter. Frankreich, das stets behauptete, in Afrika gegen den islamistischen Terror zu kämpfen, wird nun beschuldigt, eben diese Terrorgruppen und subversive Netzwerke zu unterstützen und zu finanzieren, um Burkina Faso und die gesamte Sahelregion gezielt zu destabilisieren. Auch wenn die Regierung in Ouagadougou noch keine detaillierten Dokumente für diese Behauptung vorlegte, decken sich die Vorwürfe mit den langjährigen Vermutungen vieler afrikanischer Kritiker: Wo westliche Truppen zur „Terrorbekämpfung“ auftauchten, schien der Terror oft nur noch stärker zu florieren.

In Paris gibt man sich erwartungsgemäß empört. Das französische Außenministerium wies die Vorwürfe brüsk zurück und jammerte über einen angeblich „feindseligen und unbegründeten“ Schritt. Man sprach von einer „besorgniserregenden Entwicklung“ – ein typisch paternalistischer Duktus, den man in Afrika längst nicht mehr hören will. Paris überlegt nun angeblich „Gegenmaßnahmen“. Dabei ging die Militärführung in Burkina Faso äußerst besonnen vor: Es wurde explizit betont, dass der Bruch auf politischer Ebene stattfinde. Die historischen und kulturellen Verbindungen der einfachen Bürger blieben unberührt, ausländische Staatsangehörige – darunter mehr als 2.000 in Burkina Faso lebende Franzosen – stünden weiterhin unter dem Schutz des Staates. Im Gegenzug leben rund 6.000 Burkinabè in Frankreich.

Der endgültige Bruch kommt jedoch nicht überraschend. Seit der charismatische Hauptmann Ibrahim Traoré im September 2022 die Macht übernommen hat, weht in Ouagadougou ein souveräner Wind. Die neokoloniale Bevormundung durch Paris wurde Schritt für Schritt abgebaut: Bereits 2023 warf man den französischen Botschafter aus dem Land und die Botschaft wurde zum Konsulat degradiert. Kurz darauf kündigte Traoré die militärischen Abkommen mit Macron und erzwang den Abzug der französischen Truppen. Auch westlichen Medien, die oft als Sprachrohre der Pariser Interessen fungierten, wurde zeitweise oder dauerhaft der Stecker gezogen.

Was sich im Sahel abspielt, ist ein geopolitisches Erdbeben, das vom westlichen Mainstream gerne heruntergespielt wird. Burkina Faso hat sich mit den Nachbarstaaten Mali und Niger zur „Allianz der Sahel-Staaten“ zusammengeschlossen. Alle drei Länder haben westliche Truppen (darunter auch die Bundeswehr) vor die Tür gesetzt und suchen sich ihre Partner nun selbst aus – auf Augenhöhe. Während der Westen seinen Einfluss in der strategisch und rohstoffpolitisch enorm wichtigen Region durch seine Arroganz verspielt hat, nehmen neue, pragmatische Mächte seinen Platz ein. Darunter auch Russland und die Türkei.

Die moralinsaure, überhebliche Politik des Wertewestens und die damit einhergehende Abwendung von immer mehr afrikanischen Ländern sorgt jedoch nicht nur auf geopolitischer und wirtschaftlicher Ebene für Verwerfungen, sondern auch in Sachen illegaler Migration. Armutsmigranten aus solchen Ländern können kaum mehr zurückgeschickt werden, wenn ihre Asylanträge abgelehnt werden.

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