Krebs-Rekord: 1.021 Diagnosen täglich in England – und die Rate steigt!

(C) Report24/KI

England meldet so viele Krebsdiagnosen wie nie zuvor. Mehr als 1.000 Fälle pro Tag und selbst nach Altersbereinigung steigen die Zahlen weiter. Während der britische Gesundheitsdienst seine Fortschritte bei der Früherkennung hervorhebt, bleiben wichtige Fragen nach den Ursachen des Anstiegs offen.

In England erreichen die Krebsdiagnosen einen neuen Höchststand. Laut der am 5. November veröffentlichten NHS-Statistik wurden im Jahr 2024 insgesamt 373.574 neue Fälle registriert. Das sind 11.833 beziehungsweise 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr – durchschnittlich 1.021 Diagnosen pro Tag. Besonders aufschlussreich ist jedoch die Entwicklung der alters- und geschlechtsbereinigten Krebsrate: Diese stieg um 1,6 Prozent von 652,6 auf 663,2 Fälle je 100.000 Einwohner. Die alternde Bevölkerung allein kann den Anstieg also nicht erklären.

Tatsächlich fällt die Gesamtzahl der erfassten Krebsdiagnosen sogar deutlich höher aus. Einschließlich der häufigen Basalzellkarzinome und kutanen Plattenepithelkarzinome der Haut kommt die Statistik auf 616.404 Fälle. Davon entfallen 242.830 auf diese beiden Hautkrebsarten, deren Häufigkeit größtenteils über ein automatisiertes Registrierungsverfahren ermittelt wird. Mehrere Tumoren können dabei auch denselben Patienten betreffen. Unter den übrigen Krebsarten liegt Prostatakrebs mit 61.115 Diagnosen vorne, gefolgt von Brust-, Lungen- und Darmkrebs.

NHS lobt Früherkennung – doch was steckt hinter dem Anstieg?

Der britische Gesundheitsdienst sieht in den Rekordzahlen vor allem einen Erfolg seiner Früherkennungsprogramme. NHS-Krebsdirektor Professor Peter Johnson erklärte, das Gesundheitssystem bewege sich in die richtige Richtung. Mehr entdeckte Krebserkrankungen können tatsächlich auf bessere Untersuchungen zurückzuführen sein. Doch damit ist die Frage nicht beantwortet, warum auch die altersbereinigte Diagnoserate steigt. Schließlich macht es einen Unterschied, ob vorhandene Erkrankungen häufiger entdeckt werden oder tatsächlich mehr Menschen an Krebs erkranken.

Ein Blick auf die Corona-Jahre macht die Entwicklung noch interessanter. Während der damaligen Einschränkungen und der allgemeinen Panikmache brachen die Krebsdiagnosen regelrecht ein. Allein 2020 wurden in England 38.421 Fälle weniger festgestellt als 2019 – ein Rückgang um zwölf Prozent. Betroffen waren unter anderem die Früherkennung und reguläre Untersuchungen. Der NHS selbst verwies damals auf erhebliche Störungen durch die Corona-Krise. Wie viele Erkrankungen dadurch erst später erkannt wurden und welchen Anteil solche Nachholeffekte am heutigen Anstieg haben, geht aus den aktuellen Gesamtzahlen nicht hervor. Dafür wären genauere Untersuchungen nach Krebsart, Altersgruppe und Diagnosezeitpunkt notwendig.

Während der NHS die steigende Zahl der Diagnosen als Fortschritt bei der Früherkennung präsentiert, werden weiterhin wichtige Behandlungsziele verfehlt. Im August 2026 erhielten lediglich 71,9 Prozent der betroffenen Patienten innerhalb von 62 Tagen nach einer dringenden Überweisung ihre erste Krebsbehandlung. Vorgesehen sind mindestens 85 Prozent. Mehr als jeder vierte Patient wartete damit länger als die offiziell angestrebte Frist. Auch bei der raschen Abklärung eines Krebsverdachts verfehlte das Gesundheitssystem seine Zielvorgaben.

Der NHS kann mehr entdeckte Krebsfälle als Erfolg seiner Diagnoseprogramme verbuchen. Doch solange die Erkrankungszahlen steigen und gleichzeitig Tausende Patienten nicht rechtzeitig behandelt werden, gibt es wenig Grund zur Selbstzufriedenheit. Entscheidend ist nicht allein, wie viele Krebserkrankungen entdeckt werden, sondern auch, warum so viele Diagnosen anfallen und wie schnell den Betroffenen geholfen wird.

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal: