Sexgewalt und Freiheitsberaubung: Razzia bei Schleuserbande in Ceuta

(C) Report24/KI

Zehn Migranten, darunter vier Minderjährige, in einer völlig überfüllten Wohnung: Eine Frau berichtet von einem sexuellen Übergriff unter Betäubungsmitteln, ihr Bruder von Freiheitsberaubung und Drohungen. Die spanische Polizei hat in Ceuta drei mutmaßliche Schleuser festgenommen. Bereits zwei Wochen zuvor waren im selben Stadtteil 74 Migranten in einer anderen Wohnung entdeckt worden.

Bei einer nächtlichen Razzia im Stadtteil El Príncipe der spanischen Exklave Ceuta hat die Nationalpolizei am 4. November drei mutmaßliche Mitglieder einer Schleuserbande festgenommen. In der Wohnung fanden die Beamten zehn Migranten, darunter vier Minderjährige, die unter extrem beengten und menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht waren. Gegen den mutmaßlichen Bandenchef wird wegen Schleuserkriminalität, Freiheitsberaubung, Drohungen, Nötigung und eines Sexualdelikts ermittelt. Auch die beiden anderen Festgenommenen sollen die Bewohner mit Gewalt und Einschüchterung unter Kontrolle gehalten haben.

Ins Rollen kamen die Ermittlungen durch die Aussagen zweier Geschwister, die Ende Juli nach Ceuta gelangt waren und gegen Bezahlung in der Wohnung unterkamen. Der Bruder gab an, dort gegen seinen Willen festgehalten und wiederholt bedroht worden zu sein. Seine Schwester berichtete den Ermittlern von einem sexuellen Übergriff, bei dem sie durch Betäubungsmittel wehrlos gemacht worden sein soll. Bei der Durchsuchung stellten die Polizisten einen großen Holzknüppel sowie ein Gefäß mit Resten eines Beruhigungsmittels sicher. Ob dieses Mittel bei der mutmaßlichen Sexualstraftat eingesetzt wurde, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Schon zuvor 74 Migranten in einer Wohnung entdeckt

Es ist nicht der erste derartige Fall in Ceuta. Erst am 22. Oktober meldete die spanische Polizei eine weitere Razzia im selben Stadtteil. Damals entdeckten die Beamten 74 illegal aufhältige Migranten in einer Wohnung, darunter zehn unbegleitete Minderjährige. Die Ermittler fanden Hinweise auf Gewalt, Einschüchterung und die Ausbeutung von Arbeitskräften. Einige der Minderjährigen könnten sogar durch Hundebisse verletzt worden sein. Ein Mann wurde als mutmaßlicher Verantwortlicher eines kriminellen Schleusernetzwerks festgenommen.

Die spanischen Behörden lieferten damals auch eine Erklärung dafür, weshalb sich so viele Migranten in den Wohnungen des Stadtteils aufhielten. Nachdem die Polizei illegale Lager an den Stränden Benítez und El Trampolín geräumt hatte, wichen zahlreiche Migranten in andere Teile Ceutas aus. Einer dieser Anlaufpunkte war El Príncipe. Die Ermittler stellten dort Unterkünfte fest, in denen Migranten auf ihre illegale Weiterreise auf das spanische Festland warteten.

Damit wird ein Problem der Migrationskontrolle sichtbar: Die Räumung illegaler Lager bedeutet noch lange nicht, dass die Migranten die Stadt verlassen. Ein Teil taucht andernorts wieder auf und gerät mitunter in die Hände krimineller Schleuser. Diese verdienen nicht nur an der unerlaubten Einreise und Weiterreise, sondern können auch die Abhängigkeit ihrer Kunden ausnutzen. Die beiden Polizeieinsätze zeigen, wie schnell daraus Freiheitsberaubung, Gewalt und die Ausbeutung Minderjähriger werden können.

Die zehn bei der jüngsten Razzia aufgefundenen illegalen Migranten wurden in das staatliche Aufnahmezentrum CATE gebracht. Die drei Festgenommenen wurden der Justiz übergeben, weitere Festnahmen sind möglich. Für die Behörden bleibt El Príncipe ein Schwerpunkt ihrer Ermittlungen gegen die organisierte Schleuserkriminalität.

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal: