119 Prozent mehr Bauträgerpleiten: Der Traum vom Eigenheim wird immer öfter zum Albtraum!

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Die Zahl der Bauträgerinsolvenzen in Deutschland ist seit 2022 um 119 Prozent gestiegen. Immer häufiger gehen auch größere Unternehmen pleite. Für Wohnungskäufer kann das teuer werden, denn ihre Anzahlungen sind bei einer Insolvenz nicht ausreichend geschützt. Die Politik kennt das Problem seit Jahren, doch eine umfassende Reform fehlt weiterhin.

Immer mehr Bauträger in Deutschland gehen in die Insolvenz. Das geht aus einer neuen Studie der Prognos AG hervor, die im Auftrag des Bauherren-Schutzbundes (BSB) erstellt und am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach stieg die Zahl der erfassten Pleiten von 141 im Jahr 2022 auf 309 im vergangenen Jahr. Zwischen 2018 und 2025 kamen insgesamt 1.414 Fälle zusammen. Das sind rund 20 Prozent mehr, als das Statistische Bundesamt ausweist. Prognos berücksichtigt nämlich auch Firmen, für die das Bauträgergeschäft nur ein Nebengeschäft ist.

Inzwischen trifft die Pleitewelle auch deutlich mehr große Unternehmen. Während bis 2022 etwa fünf Prozent der erfassten Insolvenzen mit bekannten Verbindlichkeiten Schulden von mindestens 7,5 Millionen Euro betrafen, waren es 2025 bereits 14 Prozent. Für Wohnungskäufer kann das böse enden. Sie haben womöglich schon hohe Abschläge bezahlt, doch dann geht der Bauträger pleite und die Immobilie bleibt unfertig. Die Bank verlangt trotzdem weiterhin ihre Kreditraten, dazu kommen möglicherweise Miete und hohe zusätzliche Baukosten.

Auch der Wohnungsbau insgesamt leidet unter den Pleiten. Laut Prognos können besonders große Bauträgerinsolvenzen in einem Landkreis mit mittelgroßer Bauwirtschaft dazu führen, dass im Folgejahr drei bis fünf Prozent weniger Wohnfläche fertiggestellt wird. Mit jeder größeren Pleite drohen also weitere Wohnungen auf der Strecke zu bleiben, die ohnehin dringend gebraucht würden.

Seit sieben Jahren bekannt – doch Berlin kommt nicht in die Gänge

Dass Wohnungskäufer bei Bauträgerpleiten erhebliche finanzielle Risiken tragen, weiß die Politik schon lange. Bereits 2019 legte eine vom Bundesjustizministerium eingesetzte Expertengruppe Vorschläge für einen besseren Insolvenzschutz vor. Geschehen ist seither wenig. Noch im September 2026 erklärte die Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen, dass sie mögliche Schutzmaßnahmen weiterhin prüfe. Gleichzeitig räumte sie ein, kaum verlässliche Zahlen über die Schäden betroffener Käufer zu besitzen. Ein Verband schätzt allein die zusätzlichen Kosten für die Fertigstellung auf 50.000 bis 100.000 Euro pro Fall. Überprüfen konnte die Bundesregierung diese Angaben nach eigenen Worten nicht.

Einen konkreten Vorstoß gibt es inzwischen von der AfD. Die Bundestagsfraktion brachte im Oktober einen Antrag ein, mit dem Anzahlungen von Immobilienkäufern künftig verpflichtend gegen eine Bauträgerpleite abgesichert werden sollen. Bei einer Insolvenz sollen Käufer einen durchsetzbaren Anspruch auf Fertigstellung oder vollständige Rückzahlung ihrer geleisteten Raten erhalten. Dafür schlägt die Partei einen von der Branche finanzierten und staatlich beaufsichtigten Auffangfonds vor. Der Antrag liegt inzwischen zur weiteren Beratung im Rechtsausschuss.

Auch der Bauherren-Schutzbund verlangt gesetzliche Konsequenzen. Der Verband fordert unter anderem, Abschlagszahlungen besser abzusichern und das Teilkündigungsrecht wieder einzuführen. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Käufer 96,5 Prozent des Kaufpreises erst bezahlen müssen, wenn ihre Immobilie bezugsfertig ist und sie diese übernehmen können. BSB-Geschäftsführer Henrik Fork-Weigel drängt die Bundesregierung, aus den jahrelangen Prüfungen endlich ein konkretes Gesetz zu machen.

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