33 Sekunden – dann war das Geld weg. So schlagen Sie diesmal den PV-Förder-Wettlauf

Symbolbild: KI

Am Donnerstag startet der letzte PV-Fördercall des Jahres. Beim letzten Mal war der Topf nach einer halben Minute leer. Wer diesmal zum Zug kommen will, braucht Vorbereitung, Tempo und ein paar Kniffe. Ein Überblick.

Es ist ein Rennen, das in Österreich inzwischen fast schon Tradition hat: Punkt 17:00 Uhr öffnet die EAG-Abwicklungsstelle die Ticketziehung für den Investitionszuschuss für Photovoltaik und Stromspeicher, und tausende Förderwerber klicken gleichzeitig los. Beim letzten Fördercall waren laut ORF.at sämtliche Mittel nach 33 Sekunden vergeben. Die Bundesinnung der Elektrotechnik sprach von einer Förderung, die nach einer halben Minute Geschichte sei, auch der Branchenverband PV Austria übte scharfe Kritik.

Am Donnerstag, 8. Oktober, geht das Rennen in die letzte Runde des Jahres. Wer diesmal nicht wieder leer ausgehen will, sollte wissen, worauf es ankommt.

Warum die Sekunden zählen

Bei kleineren Anlagen der Kategorien A und B, also bis 20 kWp, wird nach dem Zeitpunkt der Ticketziehung gereiht. Wer früher zieht, steht weiter vorne. Bei größeren Anlagen über 20 kWp zählt dagegen vor allem der niedrigste Förderbedarf pro kWp, der Zeitpunkt entscheidet dort nur bei Gleichstand. Für die meisten Häuslebauer gilt also: Jede Sekunde ist bares Geld.

So läuft die Ticketziehung ab

Ab 17:00 Uhr ist die Ticketziehung über den Link auf der offiziellen Website der EAG-Abwicklungsstelle erreichbar. Nach dem Klick auf „Start“ müssen Förderwerber den 33-stelligen Einspeisezählpunkt und ihre E-Mail-Adresse eingeben, eine Rechenaufgabe lösen, ein Captcha abtippen und die Förderbedingungen bestätigen. Erst dann folgt der Klick auf „Ticket ziehen“. Was harmlos klingt, wird unter Zeitdruck schnell zur Stolperfalle: ein Zahlendreher beim Zählpunkt, ein falsch gelesenes Captcha, und das Feld ist schon gelaufen.

Fünf Tricks, die Zeit sparen

  • Erstens: der richtige Zählpunkt. Gefragt ist der Einspeisezählpunkt der geplanten Anlage, nicht der Bezugszählpunkt von der Stromrechnung. Die Nummer kommt vom Netzbetreiber und beginnt mit AT00.
  • Zweitens: kopieren statt tippen. Wer Zählpunkt und E-Mail-Adresse vorab in eine Notiz schreibt, muss am Stichtag nur noch einfügen. Das „AT“ steht im Formular bereits fix davor, vorbereiten muss man also nur die restlichen 31 Zeichen.
  • Drittens: nicht hektisch neu laden. Wer die Ticketmaske sehr oft aufruft oder aktualisiert, wird laut EAG-Abwicklungsstelle vorübergehend gesperrt. Gezählt wird pro IP-Adresse, also auch für alle Geräte im selben WLAN.
  • Viertens: nur der offizielle Link. Die Abwicklungsstelle warnt ausdrücklich davor, Links aus Foren oder sozialen Medien zu verwenden. Unterstützt werden aktuelle Versionen von Chrome, Edge, Firefox und Safari.
  • Fünftens: üben. Genau dafür gibt es seit Kurzem eine kostenlose Übungsseite.

Training statt Glücksspiel

Richard Lorenz, Unternehmer aus St. Pantaleon im Bezirk Braunau, hat unter lorri.at/eag einen Probelauf gebaut, der den Ablauf der Ticketziehung nachbildet. Eine Stoppuhr misst die Zeit vom Start bis zum Übungsticket und zeigt am Ende, ob man unter den magischen 33 Sekunden geblieben wäre. Üben kann man beliebig oft, am Computer wie am Handy, ohne Anmeldung.

„Viele scheitern nicht an fehlenden Unterlagen, sondern an ein paar Sekunden beim Ausfüllen. Wer den Ablauf einmal geübt hat, ist am Stichtag ruhiger und schneller“, sagt Lorenz. Die Eingaben werden laut Betreiber weder übertragen noch gespeichert. Wichtig: Es handelt sich um ein unabhängiges Angebot ohne Verbindung zur EAG-Abwicklungsstelle oder zur OeMAG. Ein dort gezogenes Übungsticket existiert nicht, es wird rein simuliert.

Achtung: Das Ticket ist noch kein Antrag

Viele übersehen den zweiten Schritt. Das Ticket sichert nur den Einreichzeitpunkt. Der eigentliche Förderantrag muss ab Freitag, 9. Oktober, 8:00 Uhr, im EAG-Portal eingereicht werden, spätestens bis Donnerstag, 22. Oktober. Wer das versäumt, verliert sein Ticket.

Ebenfalls wichtig: Pro Einspeisezählpunkt gilt nur das zuletzt gezogene Ticket. Wer aus Unsicherheit ein zweites zieht, verliert damit den früheren, besseren Platz.

Die Checkliste für Donnerstag

Bevor um 17:00 Uhr der Startschuss fällt, sollten folgende Punkte erledigt sein:

  • Einspeisezählpunkt liegt vor, alle nötigen Genehmigungen und Anzeigen ebenso.
  • Die Anlage ist noch nicht in Betrieb genommen.
  • Für die Anlage wurde nicht der Nullsteuersatz genutzt, und es ist keine Förderung des Klima- und Energiefonds geplant; beides schließt den Investitionszuschuss aus.
  • Ein geplanter Speicher hat mindestens 0,5 kWh nutzbare Kapazität pro kWp.
  • Ein Konto im EAG-Portal ist angelegt und der Login getestet.

Und dann heißt es: Notiz öffnen, Finger bereit, Daumen drücken.

Hier üben: lorri.at/eag

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