Israel befindet sich in einer heißen Wahlkampfphase. Am 27. Oktober wird das Parlament neu gewählt. Die internationale Berichterstattung über die angeblich „rechte“ Regierungskoalition nimmt tagtäglich zu. So übernahm unter anderem der ORF unkritisch und offenbar ohne Gegenprüfung einen brisanten Bericht der linksglobalistischen „Haaretz“, mit dem Benjamin Netanjahu im Vorfeld des islamistischen Angriffs der Untätigkeit bezichtigt wurde. Folgt man den Spuren des Geldes, wird es interessant …
Wenn über Israel berichtet wird, wählt der linkstendenziöse ORF häufig das Medium Haaretz. Dieses ist mit dem Standard vergleichbar: links, globalistisch, das Eigene hassend und bekämpfend. Die Haarez ist ein bösartiges Randgruppenmedium, das gerade einmal 4,3% Reichweite in Israel hat (TGI). Die reichweitenstärkste Zeitung „Israel Hayom“ kennt hierzulande niemand – und natürlich wird sie genauso wie die Nummer zwei, „Yedioth Ahronoth“ so gut wie nie zitiert. Nachrichten müssen offensichtlich einseitig bleiben und nur das transportieren, was gut bekannte globalistische Netzwerke wünschen.
So publizierte der ORF am 8. September den vorverurteilenden Titel: Netanjahu ignorierte Warnung vor 7. Oktober. Dadurch präsentierte man die Behauptungen der Haaretz als Faktum – der Artikel kursiert seither auf antisemitischen Hass-Seiten genauso stark wie unter Islamisten. Die israelische Regierung und der betroffene Regierungschef erklären, dass der Haaretz-Bericht frei erfunden sei. Rechtliche Schritte wurden eingeleitet. Dass so ein Artikel in der heißen Wahlkampfphase erscheint, sollte seriöse Journalisten eigentlich zu Vorsicht mahnen. Doch man will erziehen, nicht objektiv berichten. Und natürlich will man sich aktiv in die ausländische Wahlmanipulation einbringen, um in Israel einen Machtwechsel zu erwirken – das kennt man ja mittlerweile von vielen „demokratischen“ Wahlen im Westen.
Strafrechtliche Vorwürfe gegen Haaretz
Netanjahus Likud erhebt gegen die Zeitung Haaretz und die Journalisten Shlomi Eldar und Ruth Yuval den Vorwurf, mit ihrem Bericht über eine angebliche Warnung des VAE-Präsidenten Mohammed bin Zayed vor dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober gezielt in den laufenden israelischen Wahlkampf einzugreifen. Der Likud führt aus, hinter der Geschichte stehe der in den Emiraten lebende palästinensische Politiker Mohammed Dahlan, der ein eigenes Interesse an einem Sturz Netanjahus und einer späteren Machtposition im Gazastreifen habe. Zusätzlich verweist der Likud auf die geheime VAE-Reise des Vorsitzenden der Demokraten, Yair Golan, und fordert wegen des Verdachts einer Wahlbeeinflussung unter Beteiligung ausländischer Akteure strafrechtliche Ermittlungen gegen Haaretz, Eldar, Yuval, Golan und dessen Partei.
Am konkretesten sind die Vorwürfe gegen Eldar: Er bestätigte selbst, von der politisch links positionierten NGO Darkenu für die Moderation eines Podcasts bezahlt zu werden, der sich mit der Forderung nach einer staatlichen Untersuchungskommission zum 7. Oktober beschäftigt. Darkenu weist, enge personelle Verbindungen zum sozialdemokratischen Hechalutz-Netzwerk und zu Akteuren der Demokraten auf, wie weiter unten näher ausgeführt ist. Channel 14 behauptet darüber hinaus, Videos mit Eldar zur Verbreitung des brisanten Themas seien bereits vor Veröffentlichung des Haaretz-Berichts vorbereitet worden. Daraus ergibt sich der Verdacht einer koordinierten politischen Kampagne. Haaretz und Eldar bestreiten solche Zusammenhänge.
Im Zentrum der Intrige: die NGO Darkenu
Darkenu („Unser Weg“) ist eine israelische gemeinnützige Gesellschaft und politisch klar im linksliberalen, „sozialdemokratischen“ Lager verankert. Die heutige Bewegung entstand 2015 aus Strukturen von V15 und OneVoice; V15 hatte offen auf einen Regierungswechsel und die Ablösung Netanjahus hingearbeitet. Hinter der internationalen Vorgeschichte steht die US-amerikanische PeaceWorks Foundation beziehungsweise das OneVoice Movement des Unternehmers Daniel Lubetzky. Darkenu finanziert sich überwiegend aus Spenden, darunter ausländischen Mitteln; Verbindungen beziehungsweise Förderungen bestehen auch zum New Israel Fund. 2024 nahm Darkenu rund 8,1 Millionen Schekel ein, davon etwa 6,7 Millionen aus Spenden. Die Organisation beschäftigt acht Mitarbeiter und tritt offiziell überparteilich auf, vertritt aber unter anderem die „Zwei-Staaten-Lösung“ und Positionen des israelischen Mitte-links-Lagers.
Besonders eng sind die personellen Verbindungen zu Hechalutz und Yair Golans Demokraten. Darkenus heutiger Geschäftsführer Avishai Ben-Aharon führt zugleich die sozialdemokratische Bildungsbewegung Hechalutz und war in Parteistrukturen des früheren Arbeitspartei-Lagers aktiv, aus dem die heutigen Demokraten hervorgingen. Darkenus früherer Geschäftsführer Yair „Yaya“ Fink ist inzwischen selbst bei den Demokraten politisch aktiv; auch der heutige Geschäftsführer der Demokraten, Omer Lubaton-Granot, arbeitete zuvor mit Darkenu und anderen Protestorganisationen. In diesem Netzwerk sind zudem Geldflüsse zwischen Finks Organisationen und Hechalutz-nahen Einrichtungen dokumentiert. Bewiesen ist auch: Darkenu bezahlte den Haaretz-Journalisten Shlomi Eldar für ein Podcastprojekt zum 7. Oktober. Und auch George Soros darf nicht fehlen. Er förderte zumindest früher den New Israel Fund, der wiederum Geld an Darkenu schickt. 54 Prozent der Gelder von Darkenu stammen aus dem Ausland.
