Geheimbericht zur Ceuta-Invasion: Marokkos Sicherheitskräfte unter schwerem Verdacht

(C) Report24/KI

Die Ceuta-Invasion Ende Juli war weit mehr als ein chaotischer Massenansturm auf Europas Außengrenze. Ein interner Bericht der spanischen Polizei beschreibt eine geplante Operation, eine aktive Lenkung durch marokkanische Sicherheitskräfte und einen Ablauf, der mehr einer staatlich organisierten Invasion gleicht. Nur zwei Wochen später bewies Marokko, dass es dieselbe Grenze innerhalb kürzester Zeit praktisch dichtmachen kann.

Am 15. August war plötzlich alles ganz einfach. Wieder machten Aufrufe zum Sturm auf Ceuta die Runde, wieder zogen Hunderte Migranten Richtung Grenze – doch diesmal standen die marokkanischen Sicherheitskräfte bereit. Straßen wurden gesperrt, Strände kontrolliert, Zufahrten abgeriegelt. Der angekündigte Ansturm verpuffte. Kein Massenchaos, kein völliger Kontrollverlust, kein Grenzbruch mit Zehntausenden Menschen. Marokko zeigte innerhalb weniger Stunden, was möglich ist, wenn der politische Wille vorhanden ist.

Report24 hatte auf diesen Widerspruch bereits Mitte August hingewiesen. Denn am 30. und 31. Juli sah die Lage völlig anders aus. Damals strömten Zehntausende Menschen aus Marokko nach Ceuta, die spanischen Sicherheitskräfte wurden überrannt und Europas Außengrenze brach faktisch zusammen. Die entscheidende Frage stand schon damals im Raum: Warum konnte Rabat den zweiten Ansturm stoppen, während beim ersten die Grenze praktisch offenstand? Nun liefern ausgerechnet die spanischen Ermittler die Antwort, die Rabat kaum gefallen dürfte. Das Centro Nacional de Inmigración y Fronteras der Policía Nacional beschreibt die Ceuta-Invasion in seinem Bericht als vorbereitete und gezielt gelenkte Operation. Die Ermittler sprechen von einer vorherigen Planung, einer strategischen Steuerung und einer „aktiven Lenkung“ durch marokkanische Sicherheitskräfte.

Der Bericht enthält 32 Aufnahmen marokkanischer Sicherheitskräfte. Elf davon zeigen uniformierte Beamte, 21 weitere Personen in Zivil. Nach Informationen von Cicero wiesen marokkanische Kräfte Migranten teilweise sogar den Weg durch das Wasser und führten sie zu bestimmten Strandabschnitten. Personen in Zivil mischten sich unter die Menge und dirigierten Menschen. Die Geschichte vom hilflosen Marokko, das einer unkontrollierbaren Menschenmasse ausgeliefert gewesen sei, bekommt damit ein gewaltiges Glaubwürdigkeitsproblem. Auch die bekannten Schleuserstrukturen scheiden für die Ermittler als Erklärung aus. Umfang, Koordination und Spezialisierung der Aktion überstiegen nach ihrer Analyse die Möglichkeiten der bekannten kriminellen Netzwerke in der Region deutlich. Im Bericht fällt sogar der Vergleich mit einer klassischen offensiven Gegenintelligence-Operation. Die zuständige Richterin prüft deshalb, ob die Ceuta-Invasion als hybride Kriegsführung beziehungsweise als Grauzonenoperation gegen Spanien einzuordnen ist.

Der Ablauf trägt nach den Erkenntnissen der Ermittler die Handschrift einer geplanten Überlastungsstrategie. Zunächst drängten vor allem junge Männer Richtung Ceuta, viele davon über das Wasser. Die spanischen Kräfte mussten Personal für Rettungseinsätze und die Sicherung der Küste abziehen, während an anderen Stellen immer mehr Menschen auf die Grenze zustrebten. Danach folgten weitere Gruppen, darunter Frauen, Kinder und Familien. Spaniens Grenzschutz wurde Schritt für Schritt gebunden, überfordert und schließlich ausgehebelt. Binnen kürzester Zeit wurde aus dem Ansturm eine Invasion.

Für die sozialistische Regierung von Pedro Sánchez wird der Fall ebenfalls immer unangenehmer. Madrid vermittelte lange den Eindruck, vom Ausmaß der bevorstehenden Invasion überrascht worden zu sein. Freigegebene Geheimdienstunterlagen zeigen jedoch, dass der spanische Nachrichtendienst CNI bereits am 29. Juli vor einem für den folgenden Tag angekündigten Sturm auf Ceuta gewarnt hatte. Die Hinweise sprachen ausdrücklich von einem Angriff über den Zaun und über das Meer. Hinter den entsprechenden Aufrufen standen Gruppen mit zusammen rund 180.000 Followern.

El Español rekonstruierte später, wie früh die Warnungen eingingen. Die Regierungsvertretung in Ceuta wurde bereits am Vormittag des 29. Juli informiert, am Abend folgten weitere Hinweise des CENIF auf koordinierte illegale Grenzübertritte. Madrid wusste also, was sich zusammenbraute. Trotzdem brach am folgenden Tag die Grenze unter dem Ansturm Zehntausender zusammen. Der Polizeibericht rückt damit zwangsläufig auch die marokkanische Befehlskette ins Zentrum. Uniformierte Sicherheitskräfte und Männer in Zivil sollen Migranten gelenkt, Wege gezeigt und die Bewegung der Menschen gesteuert haben. Solche Vorgänge an einer der politisch sensibelsten Grenzen des Landes werfen eine einfache Frage auf: Wer gab diesen Kräften ihre Befehle?

Der 15. August macht die Sache für Rabat endgültig explosiv. Als Marokko den nächsten Ansturm verhindern wollte, funktionierte die Grenzsicherung plötzlich ganz problemlos. Straßen dicht, Strände überwacht, Migranten abgefangen – die Invasion blieb aus. Ende Juli dagegen strömten Zehntausende nach Ceuta, während spanische Ermittler heute eine aktive Lenkung durch marokkanische Sicherheitskräfte dokumentieren. Die Mär vom bloßen Kontrollverlust zerfällt damit Stück für Stück. Ende Juli gelangen Zehntausende nach Ceuta, Mitte August kam praktisch niemand durch. Marokko hat selbst vorgeführt, wie schnell sich diese Grenze schließen lässt. Wenn derselbe Sicherheitsapparat rund zwei Wochen zuvor Migranten laut spanischem Polizeibericht sogar aktiv in Richtung Ceuta lenkte, geht es längst nicht mehr nur um die Frage, warum die Grenze versagte – sondern darum, wer wollte, dass sie versagt.

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal: