Briefwahlen sind undemokratisch, das ist weithin bekannt und wird in der Regel nur von Linken bestritten, die traditionell von Briefwahlen profitieren. Die Grundprinzipien der demokratischen Wahl sind: eigenhändig, unbeeinflusst, unbeobachtet. All das ist mit der Briefwahl nicht möglich. In Sachsen-Anhalt kam es zur größten von mir je beobachteten Unterscheidung zwischen Urnen und Briefwahl. Per Brief war die CDU Wahlsieger, die AfD hätte im Endergebnis 27 Prozent eingebüßt. Das ist mathematisch-statistisch nicht erklärbar.
Von Florian Machl
Die Datenbasis für die Analyse sind die amtlich veröffentlichten Daten, die jeder selbst unter wahlergebnisse.sachsen-anhalt.de abrufen kann. Daran wurde nichts verändert, dazuerfunden oder sonstwie manipuliert.
Der Anteil der Briefwähler unter den abgegebenen, gültigen Stimmen betrug 27,51 Prozent. Von 1.315.315 abgegebenen, gültigen Stimmen stammen 361.787 aus der Briefwahl.
Ich analysiere die mysteriösen Unterschiede zwischen Briefwahl und Präsenzwahlergebnissen seit Jahren. Der Ansatzpunkt ist nüchtern statistisch. Wenn man eine Menge hat, gibt es Methoden, aus einer Teilmenge auf das große Ganze zu schließen. Je kleiner die Teilmenge ist, desto ungenauer wird die Schätzung. Um sich vorstellen zu können, wie groß eine Teilmenge sein muss, um auf Wahlergebnisse zu schließen, genügt es, sich Wahlumfragen vorab anzusehen.
Hier ein Überblick auf „Wahlrecht.de„. So gut wie alle Umfragen vorab bezogen sich auf eine Menge von 1.000 befragten Personen. Daraus wurde auf das große Ganze geschlossen, das ist statistisch üblich. Erhöht man die Menge der Befragten, wird das Ergebnis genauer, verringert man sie, wird es ungenauer.
Wenn man nicht nur 1.000 Personen von 1,3 Millionen als so genanntes „Sample“ hat, sondern gar 361.787 Personen, dann muss das Ergebnis eigentlich nahezu deckungsgleich sein – so die statistische Lehre. Ein Unterschied ist nur dann möglich, wenn sich die beiden Gruppen nachweislich massiv unterscheiden. Dies wäre z.B. gut denkbar, wenn man wirklich nur 1.000 Personen befragt hätte, unsauber gearbeitet hat und „die Falschen“ erwischt hat, die nicht repräsentativ für den Bevölkerungsschnitt sind. Bei 361.787 Personen ist eine völlige Unterschiedlichkeit der Gruppen denkunmöglich.
Soweit zur Einführung, weshalb sich Briefwähler zwar geringfügig unterscheiden dürfen, aber nicht signifikant. Die mathematisch-statistische Signifikanz einer Abweichung wäre bei diesen Zahlen schon sehr früh gegeben. Was hat aber die Realität gezeigt?

Die Auswertung dieser Zahlen ist möglich, da in Sachsen-Anhalt eigene Wahlbezirke für Briefwahlstimmen existieren und somit eine getrennte Auswertung möglich ist. Anhand vorläufiger Ergebnisse haben darüber auch schon die Kollegen von Netz-trends.de recherchiert und berichtet, bestätigen also meine Ergebnisse.
In der Briefwahl wäre die CDU hauchdünn Wahlsieger geworden. Die AfD hätte nicht 43,79 sondern 24,30 Prozent der Stimmen erhalten. Ein solcher Unterschied ist bei den genannten Gruppengrößen ohne massive Manipulation denkunmöglich.
Umgekehrt, würden nur die Stimmen der Präsenzwähler gelten, hätte die AfD mit 51,2 Prozent die absolute Mehrheit und sinnlose, undemokratische und diskriminierende Brandmauer-Diskussionen blieben der Bevölkerung erspart.
Es ist meine Meinung und feste Überzeugung, dass die Briefwahl zu einer Manipulation in nie zuvor gesehenem Ausmaß benutzt wurde, um die AfD von der absoluten Mehrheit fernzuhalten.
Ich habe z.B. für Wahlbezirke in Wien früher schon statistisch nachgewiesen, dass mit der Briefwahl eine mysteriöse Verschiebung von etwa zwei Prozent der Stimmen je Partei möglich ist – und quer durch Wien immer dieselben Parteien bevorzugt waren – während die Freiheitlichen überall benachteiligt waren. Die Bevölkerung ist aber dazu bereit, so kleine Unterschiede abzunicken, niemand macht deshalb eine Wahlanfechtung. Alle wissen aber: die Briefwahl ist problematisch.
Sachsen-Anhalt ist allerdings eine Nummer, die in diesem Ausmaß in einer Demokratie nicht mehr erträglich ist. Man muss sich weltweit nur ansehen, welche Parteien und Interessengruppen vehement die Briefwahl verteidigen. Es gibt dem gegenüber einige Länder, welche die Briefwahl aufgrund der Manipulationsanfälligkeit verboten oder stark eingeschränkt haben: Frankreich, Irland, Litauen, Slowenien, Polen, Italien und die Niederlande. Die Ausprägung ist unterschiedlich, außer in Frankreich ist die Briefwahl zumeist für Auslandswähler oder bestimmte Gruppen, die nicht regulär wählen können erlaubt.
Ich bin der festen Überzeugung, dass die allgemeine Briefwahl nur zu dem Zweck eingeführt wurde, um Wahlen manipulieren zu können.
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